"Radikal vereinfachte Fotodokumentation" imito – ein WhatsApp und Instagram für Mediziner

"Hinter imito steht ein motiviertes und erfahrenes Team mit einer gesunden Portion Realitätsbezug. Vor der Gründung haben wir uns intensiv mit dem Markt und unseren potentiellen Kunden beschäftigt und sind gut vernetzt im Gesundheitswesen", sagt imito-Mitgründer Chrysanth Sulzberger.
imito – ein WhatsApp und Instagram für Mediziner

Auch in Krankenhäusern gehören Smartphones inzwischen zum Arbeitsgerät. Das Schweizer Start-up imito setzt genau da an. Das E-Health-Unternehmen, das von Chrysanth Sulzberger und Manuel Studer gegründet wurde, bietet dem medizinischen Fachpersonal im Lande ein digitales Werkzeug für die visuelle klinische Dokumentation an. Ärzte, die imito nutzen, können Fotos ganz einfach und Datenschutzkonform in die klinische Dokumentation einbinden.

“Radikal vereinfachte Fotodokumentation”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht imito-Mitgründer Chrysanth Sulzberger über Patientenakten, Wettbewerbsvorteile und Konkurrenten.

Welches Problem wollt Ihr mit imito lösen?
Über 50 % der Ärzte, die im Krankenhaus arbeiten, nutzen ihre Smartphones bereits heute für die klinische Fotodokumentation. Meistens als visuelle Gedankenstützen oder für Forschungs- oder Ausbildungszwecke, doch sehr häufig einfach zum Austausch über Messenger Apps wie WhatsApp, um Feedback von mehr erfahrenen Kollegen einzuholen. Dies jedoch meist ohne Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz. Mit imito bieten wir eine Lösung für eine radikal vereinfachte klinische Foto- und Wunddokumentation, sowie eine Kollaborationsplattform für Teams in Krankenhäusern. Die Fotos und Videos von Krankheiten, Verletzungen oder Eingriffen werden automatisch in die elektronische Patientenakte eingebunden, sodass andere, an der Behandlung beteiligten, Kollegen diese sofort einsehen können. Fürs Einholen von Zweitmeinung bieten wir den Ärzten und Pflegenden eine Instagram-ähnliche Austauschmöglichkeit. Wir optimieren den Dokumentation- und Behandlungsprozess, sodass Ärzte und Pflegende einfacher und effizienter zusammenarbeiten können. Auch der Einbezug von Patienten wird ermöglicht, indem diese nach dem Krankenhausaufenthalt dem Behandlungsteam etwa Fotos von Hautveränderungen oder Videos von Bewegungsstörungen übermitteln können. Unsere Lösung erfüllt die Kriterien der europäischen Datenschutzrichtlinien und wird als Medizinprodukt in Verkehr gebracht.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet imito ein Erfolg?
Hinter imito steht ein motiviertes und erfahrenes Team mit einer gesunden Portion Realitätsbezug. Vor der Gründung haben wir uns intensiv mit dem Markt und unseren potentiellen Kunden beschäftigt und sind gut vernetzt im Gesundheitswesen. Schon in den ersten Monaten ist es uns gelungen die Hypothese für unser Minimal Viable Product zu validieren und konnten damit gleich das Universitätsspital Basel als Entwicklungspartner gewinnen. Dies hilft uns enorm bei der Gewinnung von weiteren Kunden. Zudem wird unsere Lösung bereits in drei weiteren Schweizer Spitälern getestet, auch in Deutschland haben erste Kliniken für 2017 unsere Lösung budgetiert.

Wer sind Eure Konkurrenten?
Zum einen zählen wir Medizintechnikfirmen, welche medizinische Kameras herstellen zu unseren Konkurrenten, da diese eine ähnliche Möglichkeit für eine Vereinfachung der klinischen Fotografie bieten. Dank unserer Lösung erfolgt die klinische Fotodokumentation direkt übers Smartphone, also kostengünstiger und mit den bereits vorhandenen Smartphones. Zum anderen gibt es auch ein Startup, WinguMD, in den USA, welches an einer ähnlichen App-Lösung arbeitet. Diese haben ihren Fokus primär auf die Cloud gesetzt wo unserer im Gegensatz klar bei der Integration mit bestehenden Systemen im Krankenhaus liegt. Auch bei der Integration in die elektronische Patientenakte und bei der Integration und Kollaboration setzt WinguMD auf Drittprodukte. Wir haben diese Komponenten selbst entwickelt und sind dadurch unabhängig von anderen Herstellern, sodass wir hier einen Wettbewerbsvorteil sehen bezüglich Support und Qualität. Grundsätzlich können auch die KIS-Hersteller, Klinische Informationssysteme, als Konkurrenz angesehen werden, die zum Teil auch mobile Apps für ihre Lösungen anbieten, aber da wir uns eine spezifische Nische ausgesucht haben, nehmen wir diese Hersteller eher als interessierte Partner wahr. Ähnlich ist die Situation bei medizinischen Bildarchiv-Herstellern.

Wo steht imito in einem Jahr?
Wir haben im Januar 2016 gestartet, um unsere Ideen zu validieren und das Produkt zur Marktreife bringen. Dieses Jahr steht nun die Stabilisierung und ein lineares Wachstum von 4 auf 15 Kunden im Fokus, um dann 2018 noch stärker wachsen zu können.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.