Gründeralltag So finden Start-ups die passenden Mitarbeiter

Wie findet man die passenden Mitarbeiter? "Das ist die Gretchenfrage eines jeden Start-Ups. Gutes Hiring fängt beim CEO an. Der CEO sollte mit gutem Beispiel vorangehen und permanent helfen Top-Kandidaten zu identifizieren", sagt Johannes Reck von GetYourGuide.
So finden Start-ups die passenden Mitarbeiter

Jedes junge Unternehmen, das rasant wachsen will, braucht gute Mitarbeiter. Diese zu finden, ist nicht immer einfach. Doch wie findet man die passenden Mitarbeiter für sein Start-up? Wir haben 25 Gründerinnen und Gründer genau danach gefragt. Hier die Antworten.

Wie findet man die passenden Mitarbeiter?

Sollte nicht absolutes Vertrauen zwischen den Gründern (soweit nicht nur ein Gründer oder eine Gründerin) herrschen, muss dieses Verhältnis zunächst geklärt werden. Investoren sollten das Gefühl bekommen und darauf vertrauen, dass die Gründer sich vertrauen!
Gamal Moukabary, bonify

Über Empfehlungen, Kontakte, aber auch über Stellenausschreibungen. Erfreulicherweise sind viele von der Arbeit bei klassischen Finanzdienstleistern enttäuscht und suchen neue interessantere Herausforderungen bei FinTech-Unternehmen. Hier hilft aber auch ganz klassische Führungserfahrung bei der Mitarbeiterauswahl/-einstellung.
Dieter Fromm, moneymeets

Das ist die wichtigste Aufgabe neben der Idee für das Startup. Vor allem am Anfang bei der Suche nach Mitarbeitern sollte man seinen Bekanntenkreis und Netzwerk nutzen. Man braucht Mitarbeiter, denen man hohes Vertrauen schenken kann und mit denen man eine gemeinsame Basis hat. Auch wenn Sachen schiefgehen, weiß man, dass man diesen Mitarbeitern vertrauen kann.
Christopher Oster, Clark

Recruiting ist gerade am Anfang, solange man noch nicht bekannt ist, sehr schwer. Da hilft es natürlich, Teil eines Company Builders zu sein, wie hier bei Finleap. Bei uns kamen einige Mitarbeiter über persönliche Kontakte, einige über Finleap, und einige über unsere PR.
Christine Kiefer, Pair Finance

Das muss eigentlich die erste Frage sein. Das Team, und das ist jetzt kein Geschwafel, ist der singulär wichtigste Faktor den es gibt. Mit einem Ninja Team kannst du alles rocken. Und ein Ninja team bringt dann ja auch das beste Produkt, dass auf den markt passt. Da darfst Du keine Kompromisse machen.
Marko Wenthin, solarisBank

Gute Leute haben einen Job oder sie ändern gerade ihr Leben. Deshalb finden wir viele gute Mitarbeiter eigentlich nur durch aktives Sourcing im Netz. Wir finden Profile auf Linkedin oder Github, die uns gefallen und versuchen mehr über den Kandidaten zu erfahren. Dann schrieben wir ihr oder ihm eine sehr persönliche E-Mail direkt von uns Gründern und fragen nach ob Interesse besteht. Kandidaten schätzen den persönlichen Touch und schreiben auch zurück. Meistens ohne selbst Interesse zu haben aber manchmal kommt ein Treffen auf einen Kaffee zustande, das dann zu einem ersten Vorstellungsgespräch führt.
Mathis Büchi, smallpdf

Die besten Mitarbeiter kommen über Empfehlungen von anderen Mitarbeitern. Das sind die besten, und ehrlichsten, “Headhunter”, die Du finden kannst!
Anna Alex, Outfittery

Aus der Vergangenheit, seinem Netzwerk und in dem man ausprobiert und sich in einer realen Zusammenarbeit kennenlernt. Der Impacts von richtig guten Leuten wird oft unterschätzt.
Marcus Börner, Optiopay

Recruiting-Kanäle gibt es viele. Was man bieten sollte: Klare Aufgaben, vernünftige Vergütung, gute Arbeitsatmosphäre und eine tolle Perspektive.
Christian Wiens, GetSafe

Anschreiben bei LinkedIn/Xing – viele Interviews, Meinungen und Referenzen einholen. Dann – vor allem bei den ersten 10 – essen gehen oder in eine Bar.
Philipp Man, Chronext

Schwierig. Wir haben viele gute über direkte Kontakte eingestellt. Generell sollte man die Probezeit sehr ernst nehmen und sich fragen ob es wirklich passt – von beiden Seiten.
Thomas Ruland, cloudcontrol

Am besten über Empfehlungen – wie fast überall. Ich habe nicht so gute Erfahrungen damit gemacht, auf Recruiting-Events zu gehen. Die besten Mitarbeiter arbeiten meist eben schon woanders und diese dort zu finden, klappt am besten über einen gemeinsamen Kontakt. Aber: Ich habe schon großartige Mitarbeiter aus Praktikanten gewinnen können.
Michael Wendt, Locafox

Indem man gemeinsam objektive Kriterien formuliert von denen man – Sympathie hin oder her – nicht abweicht.
Gunnar Froh, Wunder

Das ist natürlich nicht immer ganz einfach – die passenden Leute klopfen ja selten direkt an die Tür. Da muss man schon ziemlich viel Zeit investieren. Haben wir einen möglichweise passenden Kandidaten gefunden, schließt sich ein recht ausführlicher Interviewprozess an. Am Schluss steht immer ein Gespräch mit allen Mitarbeitern, denn neben den fachlichen Fähigkeiten muss es eben auch menschlich passen. Ich vertraue da nicht nur meinem eigenen Bauchgefühl, sondern lege viel Wert auf die Einschätzung des Teams.
Christopher Kampshoff, Lendstar

In Berlin gibt es glücklicherweise viele engagierte und talentierte Menschen, die Lust haben, in einem Startup zu arbeiten und Teil eines disruptiven Geschäftsmodells zu sein. Wir veröffentlichen unsere offenen Stellen auf unserer Website und den wichtigsten Jobportalen, aber freuen uns auch über Empfehlungen durch das Netzwerk unserer Mitarbeiter und Gründer-Kollegen. In einem Startup, dass so sehr auf den individuellen Service und die Beziehung zum Kunden basiert wie Kisura, ist Empathie, kundenzentrisches Denken sowie die Freude an der Arbeit mit Menschen besonders wichtig. Intern muss das Team komplementär sein und harmonieren. Wir stellen uns daher immer die Frage „Passt der Kandidat ins Team und hat er Spaß daran, unsere Vision zu teilen und voranzubringen?
Linh Nguyen, Kisura

Der Ruf eilt einem Voraus. Gute Mitarbeiter gehen das Wagnis Early-Stage nur ein wenn Sie Vertrauen in den Chef haben und gutes über ihn gehört haben.
Konstantin Urban, windeln.de

Das ist harte Arbeit und absolut Key. Gute Leute fallen leider nicht vom Himmel. Netzwerk und Empfehlungen haben uns bisher einige gute Mitarbeiter gebracht. Nur ist das leider nicht skalierbar. Daher werden Kandidaten für Festanstellungen bei uns von allen drei Gründern interviewt um zu schauen, ob die Person auch wirklich gut ins Team passt.
Lea Lange, Juniqe

Die wirklich guten sind nicht auf dem Markt. Sprich: Man muss sie jagen und überzeugen.
Sebastian Diemer, Kreditech

Meistens ist ein guter Developer mehr wert als 5 durchschnittliche. Ein Salesforce-Profi mit richtig Drive ersetzt 6 Praktikanten usw.. Das Core Team muss krachen, effizient arbeiten, alles geben, sich mit Team und Kultur identifizieren und dann muss man gemeinsam wachsen und darauf aufbauen. Ich vertraue allen meinen Kollegen zu 100% und will mit ihnen noch 10 Jahre gehen. Wir suchen über Netzwerk oder Berlinstartupjobs.com. Viele bewerben sich, weil sie von meinen Mitgründern und dem starken Team lernen wollen. Gute Leute ziehen gute Leute an. Ich suche nur nach Leuten, die driven sind, in die Kultur passen und besser sind als ich.
Robin Haak, Jobspotting

Am besten über Referrals der existierenden Mitarbeiter oder über das eigene Netzwerk.
Simon Specka, Zenmate

Einer unserer aktuell besten Recruitingkanäle sind unsere internen Werkstudenten. Diese freuen sich in ihrer Studienzeit zu einem marktüblichen Stundenlohn schnell verantwortungsvolle Aufgaben bei uns übernehmen zu können. Nach dem Studium kennen sie das Unternehmen und haben schon spezifische Kenntnisse bzgl. ihrer zukünftigen Tätigkeit erworben (bspw. SEM, SEO etc.). Die Zusammenarbeit während des Studiums, ist außerdem besser als jedes Bewerbungsgespräch oder Assessment Center, um jemanden einschätzen zu können. Viele Nachteile die in der Mindestlohndebatte für Praktikanten vorgebracht wurden bzgl. der mangelnden Vorbereitung an Universitäten auf die Start-up Branche, lassen sich über Werkstudenten teilweise abmildern.
Benjamin Roos, Jobmensa

Finanzchef24 sucht als FinTech-Unternehmen ganz bestimmte Profile, die offen dafür sind traditionelle Finanz- und Versicherungsprozesse zu hinterfragen und mithilfe von Kreativität und Technologie komplett neue Konzepte zu entwickeln. Das ist nicht immer einfach, da man bereit sein muss den Status quo zu “challengen”. Je nach Bereich finden wir diese Mitarbeiter auf den klassischen Job-Portalen, in den Gründer- und Startup-Medien, aber auch direkt an den Hochschulen – wir haben zum Beispiel unheimlich viele junge Mathematik-Absolventen im Team. Einer der besten Kanäle ist jedoch die Empfehlung über bestehende Mitarbeiter.
Felix Schollmeier, Finanzchef24

Ich glaube ein gutes Start-up bezieht seine Mitarbeiter mit ein und nimmt Sie ernst. Dann werden die Mitarbeiter oft selbst zum größten Führsprechen des Unternehmens und ziehen gute Leute an. Dass wir das größte Netzwerk an Karriereportalen in Deutschland haben, ist sicher auch nicht von Nachteil.
Stefan Peukert, Employour

Das ist die Gretchenfrage eines jeden Start-Ups. Gutes Hiring fängt beim CEO an. Der CEO sollte mit gutem Beispiel vorangehen und permanent helfen Top-Kandidaten zu identifizieren und zu überzeugen beim Unternehmen anzufangen. Mein grösstes Learning im Bereich Recruiting ist, dass es immens wichtig ist ein sehr klares Stellenprofil zu erstellen, bevor man den Recruiting Prozess startet. Je mehr Klarheit man über die zu besetzende Stelle hat, desto besser wird das Resultat.
Johannes Reck, GetYourGuide

Jeder hat eine Shortlist in seinem Kopf von Leuten, die in irgendwas besser sind als man selbst, vielleicht weil man bereits mit ihnen zusammen gearbeitet hat. Das sind die besten. Für meinen Mitgründer Philipp und mich gilt, wenn die Person in etwas besser ist als man selbst und den passenden “Team-Fit” hat, dann stellen wir sie auch ein.
Thilo Hardt, eWings

Passend zum Thema: “25 Dinge, die Start-ups Mitarbeitern so bieten (müssen)

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.