Ritterschlag, PR-Hit, Nebelkerze Peter Thiel entdeckt seine Liebe für deutsche Start-ups

OMG! Wow! Krass! Solche Worte liest man immer, wenn Peter Thiel in ein deutsches Unternehmen investiert. Der deutschstämmige Milliardär pumpte zuletzt Millionen in Kreditech, Number26 und EyeEm. Ein Ritterschlag für die jeweiligen Start-ups und für die gesamte digitale deutsche Gründerszene
Peter Thiel entdeckt seine Liebe für deutsche Start-ups

Der deutschstämmige Milliardär Peter Thiel hat nicht nur Paypal mitgegründet, diverse Bücher geschrieben und sich als Schachspieler einen Namen gemacht, sondern auch als Investor mit einer feinen Nase – so stieg er 2004 als erster Investor bei Facebook ein. Nun entdeckt der in Frankfurt am Main geborene Star-Investor immer mehr sein Faible für seine alte Heimat.

In den vergangenen Monaten investierte Thiel in Start-ups wie die Foto-App EyeEm, das FinTech-Start-up Number26 und ganz neu in das Kredit-Unternehmen Kreditech. Zudem investierte Thiel via Founders Fund schon 2012 in das Forschernetzwerk ResearchGate.

Der Einstieg von Peter Thiel ist quasi ein digitaler Ritterschlag für die jungen Unternehmen. Warum dies so ist, erklärte Project A-Chef Florian Heinemann kürzlich in einem Interview mit dem Manager Magazin. “Große US-Investoren wie Peter Thiel interessieren sich nicht für einen kleinen Internetshop. So jemand muss mindestens 20 Millionen Dollar investieren. Sonst macht das für ihn keinen Sinn. Schließlich muss er die Chance haben, mit seinem Anteil 100 bis 200 Millionen Dollar zu verdienen. Das heißt, er muss an einem Milliarden-Dollar-Unternehmen beteiligt sein”, sagte der Marketing-Experte.

Dass Thiel nun öfter in Deutschland investiert liegt somit daran, dass es hierzulande endlich auch junge Digitalfirmen gibt, die das Zeug haben, eine ganz große Nummer zu werden (auch wenn Thiel wohl nicht immer sofort gleich 20 Millionen investiert). Da darf ruhig mal ein “OMG! Wow! Krass!” fallen. In Erfurcht muss aber keiner erstarren. Thiel kocht auch nur mit Wasser (und landet auch mal Flops). Zumindest PR-Technisch dürfte sich der Einstieg von Thiel für die jeweiligen Start-ups lohnen. Mit Thiel als Investor ist Aufmerksamkeit gewiss. Auch wenn er sich vielleicht nie bei den jeweiligen Start-ups zeigt – siehe dazu auch “Kreditech und die Nebelkerze namens Peter Thiel“.

Passend zum Thema: “Anders als andere: Mein Pitch für Peter Thiel

Foto: Heisenberg Media (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. hempstar

    “In Erfurcht muss aber keiner erstarren.”
    richtig zu hause pinkelt es nämlich auch nur im sitzen

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