Die Streetflirting-App sbob.me lebt vom Kontakt auf der Straße

Nach einem intensiven Blickkontakt oder Lächeln den Zeitpunkt verpasst und nun sind der Moment und das Gegenüber leider weg? So ist es wohl schon vielen Menschen ergangen und da will der neue Dienst […]
Die Streetflirting-App sbob.me lebt vom Kontakt auf der Straße

Nach einem intensiven Blickkontakt oder Lächeln den Zeitpunkt verpasst und nun sind der Moment und das Gegenüber leider weg? So ist es wohl schon vielen Menschen ergangen und da will der neue Dienst sbob.me (www.sbob.me) Abhilfe schaffen: Mit der App markieren Nutzer Ort, Zeit und Merkmale einer Begegnung und hoffen dann, dass die andere Person sbob.me auch auf dem Handy installiert hat. Die BLIPhead GmbH aus München schafft mit ihrer Streetflirting-App sbob.me seit Anfang Juli diesen Jahres die Verbindung zwischen einem Lächeln im realen Leben und dem Kontakt über das Internet – und das anonym, bis beide Personen sich entscheiden, sich mit Namen und Foto erkennen zu geben.

Gründer und Geschäftsführer Michael Mühlberger erläutert den Ansatz: “Wir haben uns bei sbob.me im Gegensatz zu den vielen anderen virtuellen Kennenlernmöglichkeiten auf das wichtigste Element menschlicher Sympathie zurück besonnen: der erste Blick und Eindruck sind entscheidend – keine Fotos oder Texte.” Der neue Dienst, zu dessen Gründern auch Siegfried Huber und Günter Reichlmeir gehören, wird von einem Business Angel unterstützt und bleibt mit den aktuellen Funktionen kostenlos, über kostenpflichtige Premium-Funktionen wird gerade nachgedacht.

Erstellen eines sbobs und das Plus an Privatsphäre

Über die App für iOS – an der Android-Unterstützung wird gearbeitet – markieren Nutzer Ort und Zeit sowie Details des magischen Moments. Diese Details werden über einfache Symbole ausgewählt und beziehen sich auf den Ort, die Art der Fortbewegung und das Aussehen des Gegenübers. Dies wird hauptsächlich an der Frisur festgemacht, weitere Details wie “Style” und “Accessorys” können optional ausgewählt werden. Dies wird sowohl für einen selbst als auch für die andere Person eingegeben.

Beruhte das Interesse auf Gegenseitigkeit, hat die andere Person einen selbst vielleicht auch “gesbobt”, so dass ein Treffer erzeugt wird. Um einen sbob einzustellen, hat man 24 Stunden Zeit, danach ist die Chance dann endgültig vergeben. Wenn die Angaben nicht genau übereinstimmen, versucht sbob.me trotzdem geeignete Treffer anzuzeigen, dort gibt es also Toleranzen. Bei sbob.me gibt es übrigens keine Profile, die jemand durchsuchen könnte, auch nicht nach den genannten Merkmalen. Erst wenn durch einen vorigen, realen Kontakt ein beidseitiger Treffer besteht, können sich die beiden Teilnehmer dazu entschließen, das eigene Foto für den anderen freizugeben. Bis dahin chatten sie anonym miteinander.

Der große Unterschied: die reale Begegnung vor dem Online-Kontakt

Im weiteren Sinne sind alle Flirt- und Dating-Portale Mitbewerber für sbob.me, im engeren Sinne gibt es da zum Beispiel Lovoo (www.lovoo.net), der sich aber doch unterscheidet. Der Dienst bietet Flirtmöglichkeiten und Suchfunktionen zwischen Nutzern, die alle ein einsehbares Profil erstellt haben. Der große Unterschied zu Konkurrenten und sozialen Netzwerken ist, dass sbob.me darauf Wert legt, dass vor einem virtuellen Kontakt eine reale Begegnung stattgefunden hat und nicht aus einem Pool an zur Verfügung stehenden Menschen mit weitergehenden Informationen ausgewählt wurde.

In den ersten drei Wochen seit dem Start konnte sbob.me, laut den Gründern, 6000 Downloads aus dem iOS-Store verbuchen, die tägliche Steigerung betrage etwa 15%. Der Dienst ist deutschlandweit verfügbar, lokal wird in München und Regensburg zurzeit gezielt geworben. “Wir wissen, dass wir zunächst über die 100.000-Nutzer-Marke in den beiden Ballungsräumen München und Regensburg kommen müssen. Dieses Ziel ist sehr ehrgeizig, soll aber in ein paar Monaten erreicht sein.”, meint Mühlberger. Der Ansatz von sbob.me fußt auf einem Ablauf, den wir eigentlich alle kennen und das könnte auch online klappen. Der Erfolg hängt, wie so oft, von der Anzahl der Teilnehmer ab, ansonsten gerät es wohl eher zum Glücksspiel.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.