Für Nostalgie-Zocker: Konsolenkost vertreibt Retro-Spiele – und -konsolen

Was es auf der Plattform Konsolenkost (www.konsolenkost.de) zu kaufen gibt, treibt vielen Gamern Nostalgie-Tränen in die Augen: Nebst aktuellen Spielekonsolen und den dazugehörigen Games warten auch viele Retro-Produkte auf neue Besitzer – ein […]
Für Nostalgie-Zocker: Konsolenkost vertreibt Retro-Spiele – und -konsolen

Was es auf der Plattform Konsolenkost (www.konsolenkost.de) zu kaufen gibt, treibt vielen Gamern Nostalgie-Tränen in die Augen: Nebst aktuellen Spielekonsolen und den dazugehörigen Games warten auch viele Retro-Produkte auf neue Besitzer – ein Ausflug in die Kindheit, als Konsolenspiele mit grafischer Schlichtheit aber immensem Spielspaß punkteten. Ob Atari 2600 oder Mega Drive, der stetig wachsende Shop erfüllt sowohl gängige als auch äußerst exotische Wünsche. Klar, dass die beiden Gründer Sebastian Kost und Julian Meyn auch selbst gerne spielen.

Konsolenkost-Macher Meyn hat schon immer Dinge gekauft und verkauft. Als Kind handelte er mit Überraschungseier-Figuren, Filmpostern und Spielen, stellte sogar Klassenkameraden dafür an. Später verkauften er und Sebastian Kost Spiele bei Alando, das später von eBay gekauft wurde. Über die Jahre hat sich ihr Geschäft organisch entwickelt: Aus Gelegenheits-Verkäufern wurden Power-Seller und schließlich – vor drei Jahren – die vollberuflichen Betreiber von Konsolenkost. Stolz sind die Gründer vor allem darauf, es ganz ohne Fremdkapital geschafft zu haben. Heute gehören 30 Mitarbeiter zum Unternehmen und das Sortiment besteht aus 50.000 Artikeln, die an rund 300.000 Kunden weltweit verschickt werden.

„Wir können fast alle Konsolen reparieren“

Meyn und Kost verkaufen die Spiele samt Zubehör über eBay, Amazon und – dank der Shopsoftware plentyMarkets – auf zahlreichen weiteren Plattformen. Und natürlich über Konsolenkost: Trotz eBay und Amazon finden hier die meisten Verkäufe statt, die Umsätze und Warenkörbe sind am größten. Vermutlich deshalb, weil hier die echten Liebhaber einkaufen, die nicht nur mal nach einem einmaligen Weihnachtsgeschenk für den Neffen suchen. Der Ankauf läuft überwiegend über große, weltweit verstreute Großhändler. Aber auch Privatpersonen verkaufen gerne ihre alten GameBoys und Spiele. Da gerade die privat angekauften Artikel nicht immer voll funktionstüchtig sind, gibt es bei Konsolenkost einen eigenen Reparatur-Service. „Wir können fast alle Konsolen reparieren“, ist Meyn überzeugt.

Konsolenkost2

Am besten laufen die aktuell gängigen Spiele und Konsolen, aber auch Retro-Klassiker wie Atari oder exotisch-unbekannte Konsolen wie Intellivision und Vectrex finden ihre Abnehmer. Im Gegensatz zu anderen Gameshops behält Konsolenkost bewusst den Fokus auf Retro-Produkte bei, auch wenn der Hauptumsatz mit neuen Produkten gemacht wird. „Bei uns können die Leute noch stöbern, es ist für sie wie eine Zeitreise. Die Aufenthaltsdauer in unserem Shop ist überdurchschnittlich lang“, erklärt Meyn, der europaweit noch keinen Shop mit einem ähnlich großen Sortiment an Konsolen entdeckt hat. Kunden finden hier auch Figuren, T-Shirts, Kuscheltiere und anderes Zubehör, das irgendwie mit Konsolen-Spielen zu tun hat – der größte Renner ist natürlich Super Mario in allen Variationen.

Wer bei Konsolenkost arbeitet, hat auch eine persönliche Affinität zu Konsolenspielen. Dementsprechend laufen bei dem Berliner Start-up die Mittags- und Kaffeepausen ab. Die Möglichkeit, Artikel direkt im Berliner Lager abzuholen und somit Versandkosten zu sparen, haben die Spieleexperten aber wieder abgeschafft. Es seien einfach zu viele penible Sammler und Nerds vorbeigekommen, hätten stundenlang gestöbert und bei ihren Retro-Käufen auf beschädigte Versiegelungen hingewiesen – „bei 30 Jahre alten Produkten!“ Zu Meyns Lieblingsanekdote gehört der persönliche Hinweis eines Käufers, dass das Unternehmen bei Produkten aus Japan Geigerzähler einsetzen müsse.

Strukturiertes Lager auf 1400 Quadratmetern

Immerhin: Mittlerweile haben die Konsolen-Verkäufer ein großes, strukturiertes 1400-Quadratmeter-Lager für ihr Sortiment. Jahrelang wohnten die Artikel einfach bei den Gründern mit, ob im kleinen WG-Zimmer oder im großen Loft. „Wir hatten während dieser Zeit keine Lagerführung, haben immer wieder Produkte nicht gefunden und wurden dann natürlich von Kunden schlecht bewertet“, lacht Meyn. Das passiert heute nicht mehr, die Professionalität ist mit den Jahren gewachsen. Wer sich heute eine Nostalgie-Konsole kauft, um die Unbeschwertheit aus den Kindertagen zurück zu holen, wird sie ganz sicher auch bekommen.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

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