simfy sammelt 10 Millionen Euro ein – Europa-Expansion geplant

Bereits seit Dienstag ist der Musikdienst simfy (www.simfy.de) das Szenegespräch. Der Grund ist simpel: Die Jungfirma erhielt von den bestehenden Investoren Earlybird, Dumont Venture, NRW Bank und Klaus Wecken (Mitgründer von KHK Software) […]

Bereits seit Dienstag ist der Musikdienst simfy (www.simfy.de) das Szenegespräch. Der Grund ist simpel: Die Jungfirma erhielt von den bestehenden Investoren Earlybird, Dumont Venture, NRW Bank und Klaus Wecken (Mitgründer von KHK Software) stattliche 10 Millionen Euro an frischem Kapital. Mit dem neuen Geld will das Unternehmen vor allem die internationale Expansion vorantreiben, welche für das zweite Halbjahr auf der Agenda der neuen simfy AG steht. “Strukturell und vom Know-how sind wir als simfy AG gut vorbereitet. Mit unseren Investoren haben wir zuverlässige Partner, die uns langfristig unterstützen, unsere strategischen Ziele umzusetzen”, sagt simfy-Vorstandschef Gerrit Schumann. Neben dem element 5-Gründer gehören Georg Bergheim (COO), Christoph Lange (CMO) und Steffen Wicker (CIO) zum Management-Team von simfy.

Hervorgegangen ist die simfy AG aus der Music Networx AG, die ursprünglich den Live-Musikdienst Concert Online (heute simfylive) betrieb. Ende 2009 stieg Music Networx als strategischer Investor bei simfy ein. Als Grund für die Umbennung nennt das Start-up die Konzentration auf das Kerngeschäft Musikstreaming. Der Live-Musikdienst simylive, bei dem Onliner gegen eine kleine Gebühr Konzertfilme und Livemitschnitte in voller Länge als Download beziehen konnten, dürfte damit aufs Abstellgleis geraten. Das einzigartige Angebot stand aber in den vergangenen zwei Jahren schon längst nicht mehr im Fokus des Unternehmens. Deswegen ist die Umbennung konsequent und logisch.

Finanzierung über Abos und Werbung

Das Konzept von simfy ist simpel und schwierig zugleich: Über die Plattform können Onliner Musik hören. Über 8 Millionen Titel sind nach eigenen Angaben in der Datenbank von simfy verfügbar. Mit über einer “Million registrierter Nutzer und monatlichen Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Bereich” sieht sich das Start-up als “die erfolgreichste Musikplattform im deutschsprachigem Raum”. Allein seit Januar 2011 hätten sich die Nutzerzahlen nahezu verdoppelt. Mittels Apps für das iPhone und Android können simfy-Nutzer ihre Musik nicht nur am heimischen Rechner, sondern auch unterwegs genießen. Finanzieren soll sich das Angebot über Werbung und eine kostenpflichtige Musikflatrate, die monatlich knapp zehn Euro kostet. Das beste simfy-Ergebnis bei der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) mit knapp 2 Millionen Visits und 11,1 Millionen Page Impressions stammt aus dem März dieses Jahres. Bei der Erstausweisung im Oktober stoppte der IVW-Zähler bei rund 1,8 Millionen Visits und knapp 10,5 Millionen Page Impressions. Selbstverständlich ist die Zahl der Abonnenten, die das Unternehmen leider nicht nennt, für simfy entscheidender, dennoch zeigen die IVW-Zahlen, dass das Konzept in Deutschland noch viel Luft nach oben hat.

Mit den jetztigen zehn Millionen Euro und den zuvor erhaltenen sieben Millionen Euro dürfte simfy zumindest reichlich Kapital zur Verfügung stehen, um das Angebot in Deutschland und dem Rest von Europa bekannter zu machen. Interessant düfte dabei der Wettbewerb mit dem schwedischen Konkurrenten Spotify (www.spotify.com) werden, der momentan Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Spanien und Großbritannien mit eigenen Länderangeboten abdeckt. Die europäische Szene darf sich auf einen spannenden Wettstreit freuen. Und vielleicht auf einen Börsengang von simfy?

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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