Social Games – Was wooga und Plinga unterscheidet

Anders als das deutsche Vorzeige-Spiele-Start-up wooga (www.wooga.com) glänzte die Spieleschmiede Plinga (www.plinga.com) bisher nicht in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Im Hause Rocket Internet, dem Inkubator der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt), […]
Social Games – Was wooga und Plinga unterscheidet
Donnerstag, 24. März 2011VonAlexander Hüsing

Anders als das deutsche Vorzeige-Spiele-Start-up wooga (www.wooga.com) glänzte die Spieleschmiede Plinga (www.plinga.com) bisher nicht in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Im Hause Rocket Internet, dem Inkubator der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt), ist dies aber nicht unüblich. Um so erstaunlicher, dass man auf der offiziellen Website von Plinga einige harte Fakten über das Start-up, bei dem im vergangenen Jahr das niederländische Spil Games eingestiegen ist, findet: So arbeiten inzwischen 45 Mitarbeiter für Plinga. Die Zahl der Spiele gibt das Start-up mit 30 an. Und die Zahl der Monthly Active Users liegt demnach bei über 12 Millionen. Anders als wooga konzentriert sich Plinga aber nicht auf Facebook, sondern arbeitet inzwischen mit 12 sozialen Netzwerken zusammen.

Zu den Partnern von Plinga gehören unter anderem das polnische Netzwerk Nasza Klasa, die niederländische Plattform Hyves und die deutschen VZ-Netzwerke. Bei den drei VZ-Diensten ist wooga künftig gar nicht mehr vertreten: Die Nutzer der drei Plattformen können die wooga-Games nur noch bis Ende März daddeln. “Aufgrund unterschiedlichster technischer Grundlagen, der Netzwerke Facebook und VZ müssen für jedes Spiel immer zwei grundverschiedene Versionen aufrecht erhalten werden. Wir haben festgestellt, dass es für wooga nicht möglich ist zwei Versionen eines Spiels gleichzeitig attraktiv, immer aktuell und fehlerfrei zu halten”, teilte das junge Unternehmen kürzlich mit. Plinga setzt dagegen offenbar überhaupt nicht mehr auf Facebook und konzentriert sich stattdessen auf die vielen anderen Netzwerke, die die großen Spielefirmen nicht oder halt nicht mehr auf dem Schirm haben. Ein großer Renner ist Plinga in Polen: Bei Nasza Klasa steht das Spiel Pet Party an der Spitze der Installationscharts (siehe Grafik unten).

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Die Aktivitäten mit 30 Spielen in 12 sozialen Netzwerken erklärt dann auch die 12 Millionen Monthly Active Users von Plinga. Zum Vergleich: wooga erreicht mit seinen vier Spielen bei Facebook momentan rund 17,7 Monthly Active Users: Spitzenreiter ist Bubble Island mit imposanten 6,4 Millionen aktiven Nutzern in den vergangenen 30 Tagen. Aber nicht nur bei der Auswahl der sozialen Netzwerke und in Sachen Öffentlichkeitsarbeit unterscheiden sich Plinga und wooga deutlich – auch bei den Spielen gibt es eine andere komplett andere Strategie. Bei wooga werden die Spiele intern konzipiert und mit viel Liebe zum Detail gebaut. Die ersten Plingaspiele wie FunCards waren dagegen eine Enttäuschung. Inzwischen setzt Plinga im großen Stil auf Lizenzware. Gerade erst dockte der amerikanische Spiele-Entwickler Kabam bei Plinga an. Im Zuge der Kooperation werden die Spiele des kalifornischen Unternehmens in diverse Netzwerke integriert.

“Nun können Millionen europäischer Gamer Kabam-Spiele in ihrer Muttersprache spielen, und dies bei vollem Support”, sagt Plinga-Gründer und Geschäftsführer Johannes Kreibohm. So ist im Laufe der vergangenen Monate aus der Social-Games-Schmiede Plinga ein Vertriebsnetzwerk für Social Games geworden. Ein Konzept, dass im Segment der Browserspiele seit Jahren Gang und Gäbe ist. Auch Bigpoint, bei dem die Samwer-Brüder lange Zeit beteiligt waren, ist dank diverser Partner zum großen Star unter den Browserspielefirmen aufgestiegen. wooga und Plinga sind somit zwar beide weiter im Segment Social Games unterwegs, aber mit jeweils einer grundlegend anderen Strategie. Platz dürfte für beide Konzepte sein.

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.