Gründerzeit. Aus einem Zelt-Alptraum wird bornintents

Angestellt sein ist nicht immer einfach – selbständig werden auch nicht. Trotzdem versuchen Stefan Clauss aus Hamburg und Stefan aus Berlin ihr Glück: Sie wollen der Outdoor-Gemeinde über das Internet individuell ausgestattete und […]

Angestellt sein ist nicht immer einfach – selbständig werden auch nicht. Trotzdem versuchen Stefan Clauss aus Hamburg und Stefan aus Berlin ihr Glück: Sie wollen der Outdoor-Gemeinde über das Internet individuell ausgestattete und designte Zelte liefern. Ihre Idee trägt den Namen bornintents (www.bornintents.com). Auf dem Weg zur Unternehmensgründung begleitet deutsche-startups.de die beiden vom ersten Schritt an. Jede Etappe, jede Gefühlswallung und jeder Stolperstein wird dokumentiert. Da einer der Gründer noch bei einer großen Firma angestellt ist, kann sein Nachname noch nicht preisgegeben werden.

Was bisher geschah:
Frustrierend: Die beiden Gründer erfahren, dass eine Förderung vom Pro-Ideen-Fonds für sie nur in Frage kommt, wenn sie Kooperationspartner aus der näheren Umgebung vorweisen können. Also müssen sie das verlockende Angebot des Frauenhoferinstituts erst einmal zur Seite legen, da sich das Institut weit entfernt vom Standort Hamburg befindet.

Folge 9: Ein neuer Kooperationspartner
Nachdem Clauss und Stefan die neuesten, niederschmetternden Infos verdaut haben, wendet sich Stefan an die Technische Hochschule, an der er selbst studiert hat. Dort fragt er sich zum Lehrstuhl für Faserverbundwerkstoffe und Kunststoffe durch, um dem Leiter des Lehrstuhls, Prof. Dr. Karl Schulte, ihr Konzept kurz vorzustellen und eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Wieder einmal hören die beiden Gründer in spe, dass sich ihr Gegenüber nicht für den richtigen Ansprechpartner hält, weil die Angelegenheit seine Kompetenz nur am Rande betreffe. Doch erneut entsteht durch diese Anfrage ein neuer, weiterbringender Kontakt: Der Professor verweist sie an einen ehemaligen Doktoranden, der sich mit einem Entwicklungsbüro selbständig gemacht hat. Bei ihm sprechen die Krefelder vor und erläutern ihm die Anfrage, die sie zuvor an das Frauenhoferinstitut gerichtet hatten. “Er war sofort Feuer und Flamme und machte uns ein absolut wettbewerbsfähiges Angebot!”, freuen sich die beiden. Nun haben sie eine neue Grundlage, um auf den Pro-Ideenfonds zuzugehen, und machen sich gleich an die Beantragung der Förderung. Von ihren Coaches bei MAZ Level One erhalten sie einen Termin, an dem sie ihr Konzept vor einem fünfköpfigen Entscheidungsgremium präsentieren dürfen.

Zeitgleich besucht Stefan den Gründertag (www.degut.de) in Berlin, da sie sich noch nicht entschieden haben, ob sie in Hamburg oder Berlin gründen werden. Sie wollen es von etwaigen Fördermöglichkeiten abhängig machen. Stefan hofft, etwas Vergleichbares zum Pro-Ideenfonds in Hamburg zu finden – irgendetwas sollte es in der Gründerhauptstadt doch auch geben.

Beim Gründertag bekommt Stefan allerdings keine neuen Infos, nirgends stößt er auf ein Förderprogramm wie den Pro-Ideenfonds. Schließlich fällt ihm eine Broschüre vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zum Förderprogramm “Exist” in die Hände, das auf sie zu passen scheint. Sofort bemüht er sich um ein Gespräch beim BMWi. Nach zehn Minuten erklärt die Dame am anderen Ende des Tisches: “Tut mir leid, für Ihr Projekt haben wir nichts. Aber schauen Sie doch mal in unsere Fördersuchmaschine im Internet.“ Stefan spricht sie konkret auf “Exist” an: “Nein, das ist nichts für Sie – Sie sind doch schon lange aus der Hochschule raus…”. Ohne Ergebnisse und etwas frustriert verlässt Stefan die Gründermesse. Alle Zeichen deuten jetzt auf eine Gründung in Hamburg hin.

Ausblick
In der nächsten Woche lesen Sie, wie ein Flyer der Gründerwerkstatt der HAW Hamburg zu einem neuen Kontakt führt und die beiden einen heiß ersehnten Anruf erhalten.

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.