Gründerzeit. Aus einem Zelt-Alptraum wird Bornintents.

Angestellt sein ist nicht immer einfach – selbständig werden auch nicht. Trotzdem versuchen Stefan Clauss aus Hamburg und Stefan aus Berlin ihr Glück: Sie wollen der Outdoor-Gemeinde über das Internet individuell ausgestattete und […]

Angestellt sein ist nicht immer einfach – selbständig werden auch nicht. Trotzdem versuchen Stefan Clauss aus Hamburg und Stefan aus Berlin ihr Glück: Sie wollen der Outdoor-Gemeinde über das Internet individuell ausgestattete und designte Zelte liefern. Ihre Idee trägt den Namen bornintents (www.bornintents.com). Auf dem Weg zur Unternehmensgründung begleitet deutsche-startups.de die beiden vom ersten Schritt an. Jede Etappe, jede Gefühlswallung und jeder Stolperstein wird dokumentiert. Da einer der Gründer noch bei einer großen Firma angestellt ist, kann sein Nachname noch nicht preisgegeben werden.

Was bisher geschah:
Nach einer unkomfortablen Nacht im Zelt haben Stefan Clauss und sein Partner Stefan die Idee, individuell ausgestattete Zelte anzubieten. Jahre später machen sie sich an die Realisierung ihres Traums: Auf die erste Phase der Konzepterarbeitung folgen zahlreiche Marktanalysen, Patentrecherchen, Untersuchungen am “lebenden Objekt” und ein Gespräch mit einem erfahrenen Unternehmer.

Folge 5: Orientierungsverlust im Ämterdschungel

Nach dem erfolgreichen und impulsbringenden Treffen mit einem befreundeten Gründer und Unternehmer beginnt für das junge Team endlich die praktische Auseinandersetzung mit dem Thema “Gründung”. Die bislang theoretischen Fragen danach, an welche Gesellschaften, Institutionen und Personen sie sich wenden müssen, gewinnen Gestalt. Doch wo ist der Anfang des Wollknäuels, womit beginnen? Es entsteht der Eindruck, dass man für jedes Gespräch vorher noch fünf andere Gespräche führen muss, für die ebenfalls noch jeweils fünf andere Nachfragen nötig wären.

Vor dem Gespräch mit der Förderstelle muss geklärt sein, welches Förderprogramm überhaupt in Frage kommt. Davor allerdings muss klar sein, welcher Partner die Prototypentwicklung übernimmt und welche Kosten sich daraus ergeben. An den Kosten wiederum hängt die Art der Förderung. Die Dinge drehen sich im Kreis. Jegliche Chronologie im Vorgehen führt sich von nun an selbst ad absurdum. Telefonate gehen hin und her, von einer Stelle zur anderen, dazwischen gegenseitige Absprachen – Stefan Clauss sitzt in Hamburg, sein Partner Stefan in Berlin. Es ist wie bei “Asterix erobert Rom” im “Verrücktenhaus”, als die beiden Gallier ein bestimmtes Formblatt der römischen Verwaltung besorgen müssen und von Hinz nach Kunz geschickt werden.

Zwei Erkenntnisse setzen sich durch:
1. Wenn man eine Förderung will, darf man noch nicht gegründet haben.
2. Wenn man einen Kredit will, muss man schon gegründet haben.

Wann immer die beiden merken, dass sie eine Baustelle zu früh aufgemacht haben, lassen sie sie liegen und machen sich an die nächste. Frustration breitet sich aus: Statt Voranpreschen fühlt es sich nach Moonwalk auf der Stelle an. “Diese Dinge lernt man weder an der Schule noch an der Uni. In diese Welt muss man sich mühsam einarbeiten und vor allem durchbeißen.” Frustrierend ist vor allem die Orientierungslosigkeit: Wie schön wäre es, jetzt jemanden an der Hand zu haben, der sich im Gründerdschungel auskennt und einen ausgereiften Plan für die nächsten Schritte aufstellt! Stefan und Stefan gehen nach dem Trial&Error–Verfahren vor. Bei ihren Recherchen merken sie, dass letztlich keine Gründung mit einer anderen vergleichbar ist. Genauso individuell sind die jeweiligen Anlaufstellen und Förderungen.

Am schlimmsten sind die Gesprächstermine, auf die sich beide tage- und wochenlang gefreut und vorbereitet haben. In der Hoffnung, dass hier etwas ganz Wichtiges geklärt oder passieren wird. Oftmals sind es jedoch Sackgassen und beide Seiten merken nach drei Sätzen: “Wir sind hier falsch.” Das Einzige, was in manchen Situationen zum Weitermachen bewegt, ist der Teamgeist: “Wären wir alleine, hätten wir an dieser Stelle womöglich aufgegeben. Zum Glück können wir uns immer wieder gegenseitig hochziehen. Wir merken gerade, dass man eine hohe Frustrationsgrenze braucht: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.”

Ausblick
In der nächsten Woche lesen Sie, wie sich Stefan Clauss und Stefan auf die Suche nach Kooperationspartnern für die Felder “Konstruktion” und “Design” machen – und fündig werden!

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Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. bernd

    wenn ich gewusst hätte, daß das der Artikel ist, den ich heute als ersten im Büro lesen würde, hätte ich lieber noch etwas länger geschlafen..
    Eine wirklich gute Nachricht wäre ein baldiges Ende dieser inhaltslosen Self promo.



  2. Ichmich

    ich will irgendwann einmal das Produkt (Zelt) sehen, was so unglaublich toll und neu sein soll…



  3. Leon

    Also ich finde die Serie sehr interessant und lese immer wieder gerne weiter. Wer es nicht lesen will, muss es ja nicht tun. Schließlich ist in der Überschrift schon klar um was es im Artikel geht.

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  5. Geht einfach und schnell aufzubauen, ist ausreichend groß, um sich im Vorzelt
    aufzuhalten und/oder Lebensmittel zu lagern. Weiter zu empfehlen! http://www.moonsmiles.com



  6. c

    die jungs sollten sich um ihr startup kümmern, statt die glosse aud DS zu schreiben.



  7. tina Obermeier

    Ach komm – die 5 Zeilen hier sind doch gleich runtergetippt.. mich schüttelts zwar bei dem Namen aber dafür ist die “Glosse” 19849540 mal spannender als die auf der FTD.. wo eh nur das gleiche wie letzte Woche in 3 neuen Sätzen steht.

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