Die richtige Form und der richtige Umfang für Ihre ersten Pressemitteilungen – Gastbeitrag von Daniel Pichel (newsmax)

In Ihren ersten Pressemitteilungen möchten Sie Ihr neu gegründetes Unternehmen vorstellen – und haben richtig viel zu berichten, schließlich sollen möglichst schnell möglichst viele Personen viel über Ihre Firma erfahren. Am liebsten würden […]

In Ihren ersten Pressemitteilungen möchten Sie Ihr neu gegründetes Unternehmen vorstellen – und haben richtig viel zu berichten, schließlich sollen möglichst schnell möglichst viele Personen viel über Ihre Firma erfahren. Am liebsten würden Sie also drei Seiten schreiben, dazu noch Fotos, Infografiken und eine Imagebroschüre anhängen. Nur: Eine solche Fülle an ungefragt gelieferten Informationen werden die meisten Journalisten eher als einen Angriff auf ihre Zeit und ihre Konzentration empfinden. Beachten Sie einfach ein paar Handwerksregeln. So sorgen Sie dafür, dass Ihre Pressemitteilungen nicht nerven, sondern gefallen!

Tipp 1: Fassen Sie sich kurz
Eine Botschaft, eine Seite – für die meisten Pressemitteilungen genügt es, wenn der Textteil nicht länger als eine Din-A4-Seite ist. Schließlich sollte in jeder Pressemitteilung nur ein Thema präsentiert werden. Natürlich gibt es besonders wichtige Themen, die mehr Platz benötigen, aber die sind selten. Wenn Ihre Pressemitteilung also länger als eine Seite ist, sollten Sie genau prüfen, ob man nicht einen Aspekt streichen kann. Geben Sie statt zu vielen Informationen lieber eine Kontaktadresse an. Dann können sich Journalisten bei Ihnen melden, wenn Ihr Thema sie interessiert. Für diesen Fall sollten Sie auch Tabellen, Grafiken und weitere Informationen bereithalten. Diese gleich mitzuschicken, wirkt aber unseriös.

Tipp 2:
Spielen Sie mit offenen Karten!
Verschicken Sie keine Pressemitteilungen, die als objektive Information daherkommen aber in Wirklichkeit einen kommerziellen Absender haben. Solche Mogelpackungen funktionieren nicht, schließlich prüft jeder seriöse Journalist den Absender einer Pressemitteilung. Wenn er erst dann feststellt, dass zum Beispiel eine wissenschaftlich wirkende Mitteilung über die angeblich unzureichende Zahnpflege der Deutschen von einem Hersteller von Zahnpasta stammt, wird er das Gefühl haben, dass man ihn für dumm verkaufen wollte – und Ihre Chancen, dass Ihre Pressemitteilung genutzt wird, sinken rapide.

Tipp 3: Legen Sie sich auf Ihrer Website einen Bereich für die Pressearbeit zu
Ihre Corporate Website ist Ihr Aushängeschild nach außen – auch Informationen für die Presse sollten dort schnell und einfach zu finden sein. Hinterlegen Sie hier von Anfang an alle Pressemitteilungen, Unternehmensfotos, Infografiken und andere Informationen dieser Art. So können Sie auch Ihre Pressemitteilungen entschlacken: Schicken Sie Zusatzinformationen nicht an die Journalisten per Mail, sondern laden Sie in Ihrer Pressemitteilung dazu ein, solche Infos von Ihrer Homepage herunterzuladen.

Tipp 4: Verzichten Sie auf E-Mail-Anhänge
Viele Redaktionen haben Sicherheits-Systeme, die Mail mit Anhängen nicht durchlassen. Und selbst wenn die Mitteilung durchkommt: Die wenigsten Journalisten werden den Anhang öffnen. Interessieren Sie die Journalisten also mit Ihrem Text – und bieten Sie die Informationen auf Nachfrage an wie in diesem Beispiel:

XXXX Box Anfang:

Erträge von Aktienfonds werden von vielen Deutschen unterschätzt

23.05.2010 – 11:00 Uhr, Frankfurt

Die Erträge von Aktienfonds werden von vielen Deutschen unterschätzt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von AXA Investment Managers und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. (…)

Eine Infografik ist auf Anfrage erhältlich.

Pressekontakt:

(…)

XXXX Box Ende

Sie können auch einen Link zum Download-Bereich Ihrer Presseseite mitschicken. Dann können sich Journalisten dort weiter über Ihr Thema informieren.

Tipp 5: Verzichten Sie auf Floskeln!
Die meisten Journalisten stehen ständig unter Zeitdruck. Bieten Sie ihnen also das, was sie wirklich möchten: knappe, aber verständliche Informationen. Ein freundliches Anschreiben, Hinweise wie „Mit der Bitte um Veröffentlichung“ sind dagegen verzichtbar.

Tipp 6: Fügen Sie Ort und Datum ein!
Wenn sich in einer Pressemitteilung eine Ortsmarke und ein Datum befinden, sind schon zwei wichtige W-Fragen geklärt – fügen Sie diese Informationen bei. Auf Sperrfristen hingegen sollten Sie verzichten, da Journalisten sich an diese Informationen sowieso nicht halten müssen und sie gegebenenfalls einfach ignorieren. Sinnvoll dagegen ist es, bei Journalisten anzurufen und Sie auf ein Thema hinzuweisen, über das Sie später eine Pressemitteilung verschicken. So können die Journalisten etwas Platz in der Zeitung reservieren und geraten nicht in Platznot, wenn Ihre Meldung kurz vor Redaktionsschluss aufschlägt.

Nächste Woche in dieser Reihe: Das richtige Bildmaterial zu einer Pressemitteilung
Bereits erschienen: “Wirklich relevante Themen für Pressemitteilungen“, “Der richtige Aufbau einer Pressemitteilung“, “Die passende Überschrift einer Pressemitteilung“, “Der gelungene Einstieg in eine Pressemitteilung“, “Sprache und Stil einer Pressemitteilung“, “Zitate in einer Pressemitteilung“.

Zur Person
Daniel Pichel ist Geschäftsführer von Newsmax Medien (www.newsmax.de). Auf der Plattform haben mehr als 15.000 Unternehmen inzwischen über 50.000 Pressemitteilungen eingestellt. Das Kerngeschäft seines Unternehmens, welches Pichel 2006 gründete, fokussierte sich zunächst auf die Entwicklung von Web- und Softwarelösungen für Verlage. Erst als sich nach konkreten Kundenaufträgen Bedarf für die Verbreitung von Pressemitteilungen abzeichnete, entwickelte Pichel eine Plattform, um dieser Nachfrage Rechnung zu tragen. Das Unternehmen sowie das Presseportal newsmax wurden Ende 2009 an einen österreichischen Investor verkauft. Pichel kümmert sich seitdem um den Ausbau von Qualität und IT-Infrastruktur.

  1. Schöne Zusammenfassung! Bin auch ein großer Fan von Pressemitteilungen. Mit dem richtigen Inhalt können die jedes StartUp gut nach vorn bringen. Gerade auch in Sachen Linkaufbau stellen Pressemitteilungen eine gesunde Basis dar, auf der sich anschließend aufbauen lässt.

  2. Pingback: Artikelempfehlungen 3. September 2010 | Unternehmer.de

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