• Von ds-Team
    Mittwoch, 25. August 2010
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    Zitate in einer Pressemitteilung – Gastbeitrag von Daniel Pichel (newsmax)

    Zitate sind ein hervorragendes dramaturgisches Mittel, um einen Text aufzulockern, ihn lebendiger und anschaulicher zu machen – und sollten gleich in der ersten Pressemitteilung eingesetzt werden. Dabei sollte das Verhältnis indirekter Rede zu […]

    Zitate sind ein hervorragendes dramaturgisches Mittel, um einen Text aufzulockern, ihn lebendiger und anschaulicher zu machen – und sollten gleich in der ersten Pressemitteilung eingesetzt werden. Dabei sollte das Verhältnis indirekter Rede zu direkter Rede genauso stimmen wie die Wiedergabe von Zitaten im Verhältnis zum gesamten Text. Um mit guten Zitaten eine Pressemitteilung gelungen aufzuwerten beachten Sie einfach folgende Tipps:

    1. Erleichtern Sie Journalisten die Arbeit, in dem Sie ihnen freigegebene Zitate anbieten
    Oft lassen sich Thesen auch einfach so niederschreiben, ohne wörtliche Rede. Das Zitat transportiert den Inhalt aber genauso verständlich, wertet den Text auf und macht es jedem Journalist möglich, sich des ganzen Zitats oder eines Ausschnittes zu bedienen. Hier ein Beispiel für einen Inhalt, der sich ausgezeichnet als Zitat eignet:

    „Wenn Autogas und Erdgas steuerlich nicht mehr gleich behandelt werden, ist dies ein schwerer Schlag gegen die vorwiegend mittelständisch geprägte Flüssiggasbranche und gegen das KfZ-Handwerk. Viele Arbeitsplätze wären in Gefahr und der Autofahrer könnte nicht mehr von einem fairen Wettbewerb profitieren“, erklärt Mustermann, Sprecher der Geschäftsführung der PROGAS GmbH & Co. KG mit Sitz in Dortmund.

    Stilistisch noch schöner wäre es gewesen, den zweiten Teil des Zitats als indirekte Rede zu formulieren:

    “Wenn Autogas und Erdgas steuerlich nicht mehr gleich behandelt werden, ist dies ein schwerer Schlag gegen die vorwiegend mittelständisch geprägte Flüssiggasbranche und gegen das KfZ-Handwerk“, sagt Klaus Mustermann, Sprecher der Geschäftsführung der PROGAS GmbH & Co. KG (Dortmund). Viele Arbeitsplätze wären laut Mustermann in Gefahr und der Autofahrer könne nicht mehr von einem fairen Wettbewerb profitieren.

    2. Ein Zitat muss Inhalt transportieren
    Oft tun sich Unternehmensvorstände schwer damit, in einem Zitat wirklich etwas mitzuteilen – und geben aus Vorsicht allgemeingültige Statements wie „das Unternehmen Communication’s Triumph will die Kommunikationsbranche mit seinen Produkten bereichern“ frei. Solche Zitate braucht kein Mensch. Im optimalen Fall ist der inhaltliche Übergang zwischen Text, Zitat und indirekter Rede in sich schlüssig und fließend. Ein gelungenes Beispiel:

    Hamburg soll Musikstadt von internationalem Rang werden
    Klaus Mustermann, designierter Chef der neuen Hamburger Konzerthalle Elbphilharmonie, will die Metropole zu einer Musikstadt von internationalem Rang machen. „In zehn Jahren wird die Musik in Hamburg einen anderen Stellenwert haben“, erklärt er in der ZEIT. Er wolle nicht nur klassische Musik in dem Konzertsaal präsentieren. (…)

    3. Ein Zitat sollte eine Aussage kurz und knackig auf den Punkt bringen
    Es kommt auf die Zuspitzung, die Kürze, die Aussage an! Deshalb werden Zitate auch nicht attraktiver, wenn sie länger werden – im Gegenteil, wie dieses weniger gut gelungenes Beispiel zeigt:

    „Wir freuen uns außerordentlich und fühlen uns sehr geehrt, dass grade wir einen Innovationspreis gewonnen haben“, sagt der Geschäftsführer der Musterfirma. „Die Auszeichnung ist ein Beleg dafür, dass wir besonders innovative Produkte auf innovative Art und Weise darbieten. Wir werden auch in Zukunft versuchen, besonders viele neue und spannende Produkte zu entwickeln.“

    Der erste Satz ist als Zitat gut geeignet – doch danach hätte das Zitat beendet sein sollen oder es hätten besonders konkrete Informationen folgen sollen, weshalb die Firma den Innovationspreis verdient hat. Die weiteren Sätze hingegen sind Selbstverständlichkeiten und wiederholen nur, was auch im ersten Satz gesagt wurde – deswegen haben sie in einer Pressemitteilung nichts zu suchen.

    4. Zitate sollten wohlüberlegt eingesetzt werden
    Eine Zitatensammlung wie im folgenden Beispiel ist keine Pressemitteilung:

    Industrie-Führer und Schlüssel-Politiker starten die „No Fuel“ Strategie auf der jährlichen Wind-Konferenz
    (…) „Winderzeugte Leistung hat eine einzigartige Charakteristik: Sie benötigt keinen Brennstoff. Deshalb gibt es kein Risiko mit dem Preis für Brennstoff, keine Brennstoff-Kosten, keine Energie-Abhängigkeit von anderen Ländern und extrem niedrige Betriebs- und Wartungskosten. Wind ist Leistung ohne Brennstoff. Wer kann dazu nein sagen?“, fragte Gerda Musterfrau, Konferenz-Vorsitzende/ Managing Director, RES, Großbritannien, bei der Eröffnung der EWEC 2006 Konferenz.

    (…) EG Kommissar für Umwelt, Klaus Mustermann, sagte: „Wind ist eine der am schnellsten wachsenden europäischen Technologien und bis zum heutigen Tag hat diese Technologie bereits 200.000 Arbeitsplätze geschaffen. Das Propagieren der erneuerbaren Energie ist notwendig für unsere Zukunft – um die nicht erneuerbaren Ressourcen der Erde zukünftigen Generationen zu bewahren, die Sicherheit unserer Energie- Lieferungen zu verbessern und um aktiv gegen die Klima-

    Veränderungen anzukämpfen. Wind-Energie kann positiv zu diesen Zielsetzungen beitragen.“

    „Im Jahr 2010 werden 20,1 % von Griechenlands Energie-Produktion aus sauberer Energie stammen. (…)

    Es spricht allerdings nichts dagegen, bei wirklich wichtigen Veranstaltungen wie der Jahreshauptversammlung eine Zitatensammlung zusätzlich zu einer Pressemitteilung anzubieten. Das hilft allen Journalisten, die sich nicht durch endlose Redemanuskripte wühlen möchten. Aber übermäßig viele Zitate einzusetzen hieße, dieses Stilmittel falsch zu benutzen.

    Nächste Woche in dieser Reihe: Die richtige Form und der richtige Umfang für Ihre ersten Pressemitteilungen
    Bereits erschienen: “Wirklich relevante Themen für Pressemitteilungen“, “Der richtige Aufbau einer Pressemitteilung“, “Die passende Überschrift einer Pressemitteilung“, “Der gelungene Einstieg in eine Pressemitteilung“, “Sprache und Stil einer Pressemitteilung“.

    Zur Person
    Daniel Pichel ist Geschäftsführer von Newsmax Medien (www.newsmax.de). Auf der Plattform haben mehr als 15.000 Unternehmen inzwischen über 50.000 Pressemitteilungen eingestellt. Das Kerngeschäft seines Unternehmens, welches Pichel 2006 gründete, fokussierte sich zunächst auf die Entwicklung von Web- und Softwarelösungen für Verlage. Erst als sich nach konkreten Kundenaufträgen Bedarf für die Verbreitung von Pressemitteilungen abzeichnete, entwickelte Pichel eine Plattform, um dieser Nachfrage Rechnung zu tragen. Das Unternehmen sowie das Presseportal newsmax wurden Ende 2009 an einen österreichischen Investor verkauft. Pichel kümmert sich seitdem um den Ausbau von Qualität und IT-Infrastruktur.

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