#Interview

“Man sollte sich auf die Dinge fokussieren, die man wirklich kontrollieren kann”

Wie lief es 2020 bei Coya? "Trotz der Corona-Krise war das Jahr 2020 für uns wirtschaftlich sehr erfolgreich. Unter anderem konnten wir den Umsatz im Vergleich zu 2019 verdreifachen", sagt Andrew Shaw, Gründer von Coya.
“Man sollte sich auf die Dinge fokussieren, die man wirklich kontrollieren kann”
Mittwoch, 6. Januar 2021VonAlexander Hüsing

Das vergangene Jahr lief gut für das InsurTech Coya. Dennoch musste auch das junge Unternehmen aus Berlin Abstriche machen. “Eigentlich hatten wir uns höhere Wachstumsziele für 2020 gesetzt, ganz ohne Einfluss blieb die Pandemie bei uns allerdings dann doch nicht. Zu Beginn der Corona-Krise hatten wir unsere geschäftlichen Ziele entsprechend angepasst – und diese am Ende des Jahres dann alle erreicht”, sagt Mitgründer Andrew Shaw. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der Coya-Macher einmal ausführlich über das abgelaufene Jahr.

2020 geht als Corona-Jahr in die Geschichtsbücher ein. Was hast du in den vergangenen Monaten gelernt?
Ich habe gelernt, dass Veränderung die einzige Konstante im Leben ist. Und dass es besser ist, sie zu umarmen, anstatt ihr im Weg zu stehen. Man sollte sich deshalb auf die Dinge fokussieren, die man wirklich kontrollieren kann. Wir haben uns bei Coya dazu entschlossen, uns auf unsere Kund:innen zu fokussieren. Darüber hinaus habe ich in den vergangenen Monaten sehr viel darüber gelernt, wie man ein junges Unternehmen erfolgreich durch eine von Wirtschaftseinbrüchen gezeichnete Zeit führt. Wir haben wegen der Corona-Pandemie sehr früh damit begonnen, die wichtigen Geschäftsbereiche noch stärker in den Fokus zu rücken, als ohnehin schon und – noch mehr als sonst – die Bedürfnisse der Kund:innen in den Fokus zu rücken. Business as usual war für uns keine Alternative.

Wie lief 2020 wirtschaftlich für euch – habt ihr eure Ziele erreicht?
Trotz der Corona-Krise war das Jahr 2020 für uns wirtschaftlich sehr erfolgreich. Unter anderem konnten wir den Umsatz im Vergleich zu 2019 verdreifachen. Eigentlich hatten wir uns noch höhere Wachstumsziele für 2020 gesetzt, ganz ohne Einfluss blieb die Pandemie bei uns allerdings dann doch nicht. Zu Beginn der Corona-Krise hatten wir unsere geschäftlichen Ziele entsprechend angepasst – und diese am Ende des Jahres dann alle erreicht.

Was war 2020 das Highlight bei euch?
Ich möchte meine Antwort auf diese Frage gerne dritteln: Erstens bin ich sehr glücklich darüber, mit Nigel Jankelson einen wunderbaren COO für Coya gefunden zu haben. Er kümmert sich bei Coya unter anderem um die Mitarbeiterentwicklung, HR-Angelegenheiten und die Unternehmensorganisation. Zweitens freue ich mich, dass wir wie geplant im Herbst eine Tierkrankenversicherung gestartet haben, die alle unsere Erwartungen übertroffen hat. Allein seit Start der Tierkrankenversicherung hat sich unser Geschäft nochmal verdoppelt. Und drittens bin ich sehr stolz darauf, weitere Partnerschaften geschlossen zu haben – etwa mit dem Insurtech Simplesurance und dem Fahrradschloss-Anbieter Tex Lock – mit denen wir zusammen neue und innovative Versicherungsprodukte auf den Markt gebracht haben.

Welches Projekt steht bei euch für 2021 ganz oben auf der Agenda?
Hier möchte ich direkt an meinen letzten Satz anknüpfen. Wir setzen 2021 einen starken Fokus auf das Thema Partnerschaften. Wir möchten uns mit vielen weiteren Unternehmen zusammenschließen und gemeinsam sogenannte integrierte Versicherungsprodukte anbieten. So kaufen die Kund:innen unsere Police beim jeweiligen Partner-Unternehmen gleich mit und müssen nicht zusätzlich Zeit und Muße mit dem Abschluss einer Versicherung aufbringen.

Was hast Du Dir persönlich für 2021 vorgenommen?
Ich habe mir für 2021 vorgenommen, gesünder zu leben, sowohl psychisch als auch physisch. Diese Themen sind in den vergangenen Monaten leider etwas zu kurz gekommen. Heißt konkret: Ich möchte künftig mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen und mehr Sport treiben, vor allem Laufsport.

TippIn unserer Rubrik “Jahresrückblick” schauen wir zurück auf 2020!

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Foto (oben): Coya

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.