#Zahlencheck Lillydoo wächst 2018 um 251,5 % – 2020: “Positives Jahresergebnis” geplant

Das junge Unternehmen Lillydoo, das unter anderem Windeln verkauft, konnte in den vergangenen Jahren seinen Umsatz massiv steigern und den Verlust drücken - und dies obwohl das Unternehmen 2018 deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigte als noch im Jahr zuvor.
Lillydoo wächst 2018 um 251,5 % – 2020: “Positives Jahresergebnis” geplant

Das junge Frankfurter Startup Lillydoo, eine Jungfirma, die Windeln und Feuchttücher verkauft, ist weiter rasant unterwegs. “Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2018 das Rohergebnis um 251,5 % bzw. TEUR 13.628 auf TEUR 19.046 deutlich steigern”, heißt es im aktuellen Jahresabschluss für 2018. Der Jahresfehlbetrag verringerte sich gleichzeitig um 16,9 % – auf jetzt 4,8 Millionen Euro. Umsatzzahlen nennt das Lillydoo-Team im Jahresabschluss dagegen nicht mehr.

Zur Erinnerung: 2017 lag der Umsatz bei 12,1 Millionen, im Jahr zuvor waren es nur 1,6 Millionen Euro. Wie aber bereits im vergangenen Jahr im ds-Insider-Podcast enthüllt, lag der Umsatz von Lillydoo 2018 bei rund 40 Millionen. 2019 wollte das Unternehmen bei rund 80 Millionen landen. Die Gründe für das zuletzt rasante Wachstum nennt das Startup dagegen im Jahresabschluss: “Ursächlich ist im Wesentlichen das Wachstum im B2C- sowie B2B-Geschäftsbereich. Im Geschäftsjahr 2018 wurden über die unternehmenseigene E-Commerce-Seite 111.014 Abos (Vorjahr: 63.761) abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2018 bestanden insgesamt 91.985 aktive Abos (Vorjahr: 46.466). Nach durchschnittlich 28.300 aktiven Windel-Abos pro Monat im Geschäftsjahr 2017 konnte die Abo-Anzahl auf durchschnittliche 77.189 Abos im Geschäftsjahr 2018 gesteigert werden”. Zudem konnte Lillydoo weitere Umsätze “durch die Einführung von saisonalen Windeldesigns, wie das Soccer Design zur Weltmeisterschaft und die Aufnahme von Höschenwindeln in das Sortiment” erzielen.

Investoren wie Vorwerk Ventures und Sunstone Capital sowie gefühlt die gesamte Berliner Angel-Szene investierten in den vergangenen Jahren bereits über 14 Millionen in Lillydoo, das von Gerald Kullack und Sven Bauer geführt wird. Ende November des vergangenen Jahres investierte dann zudem noch Sofina Capital in Lillydoo. Die Belgier sind auch an Drylock, dem Hersteller der Lillydoo-Windeln, beteiligt. Das Investment ist deswegen nicht nur von Seiten Sofina Capital als strategisch zu bezeichnen. Bei Satz im letzten Geschäftsbericht verdeutlicht dies noch einmal: “Auf die Aufnahme weiterer Finanzierungsmittel ist Lillydoo grundsätzlich nicht angewiesen. Auf Basis des hinreichend konkretisierten und geplanten Wachstums der B2C- und B2B-Geschäftsbereiche im In und Ausland planen wir mit einem nur noch leicht negativen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie einem positiven Finanzmittelfonds zum Geschäftsjahresende 2019”.

Kurzum: Lillydoo konnte in den vergangenen Jahren seinen Umsatz massiv steigern und den Verlust drücken – und dies obwohl das Unternehmen 2018 deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigte als noch im Jahr zuvor. “Um das Wachstum 2018 zu realisieren, wurde gezielt in Personalressourcen investiert. Dies spiegelt sich in einer Erhöhung der Personalaufwendungen um TEUR 2.421 auf TEUR 3.943 wider. Im Dezember 2018 beschäftigte Lillydoo 105 Mitarbeiter (Full-Time-Equivalents “FTE”). Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 40 FTE. Die Personalaufwandsquote hat sich um 2,5 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr verbessert”.

Auch für das inzwischen abgelaufene Jahr 2019 zeigte sich das Lillydoo-Team sehr optmistisch: “Wir erwarten im Geschäftsjahr 2019 einen weiteren deutlichen Anstieg des Rohergebnisses im unteren zweistelligen Millionen Euro Bereich”. Das Wachstum werde durch verschiedene Projekte begünstigt, die die Kundengenerierung sowie Kundenzufriedenheit steigern sollen. Hierzu gehöre unter anerem die Implementierung eines flexibleren Abonnements, das den Kunden erlaube, ihren Warenkorb noch variabler zu gestalten. “Die Anzahl der durchschnittlich aktiven Abo-Kunden wird von 77.189 in 2018 auf ca. 108.000 in 2019 wachsen (+ 39 %)”. Zu guter Letzt investierte das Startup “umfangreich in den weiteren Ausbau des Offline-Vertriebskanals (B2B) im In- und Ausland”. Bis in Sachen Umsatz bei Lillydoo die 100 Millionen-Marke fällt, dürfte nicht deswegen wohl nicht mehr so lange dauern.

Und auch schwarze Zahlen haben die Hessen schon im Visier: “Für das Geschäftsjahr 2020 planen wir mit einem erstmals in der Unternehmenshistorie positiven Jahresergebnis sowie einer positiven EBITDA-Marge”. Spannend ist dabei, dass die Jungunternehmer trotz ihres massiven Expansionsdrangs sogar noch Zeit haben, “Kosteneinsparungsmaßnahmen” umzusetzen!. Hier nennt das Unternehmen den “Umstieg auf günstigere Kartonage und den weiteren Ausbau der Logistikaktivitäten über die eigene Tochtergesellschaft”. Lillydoo dürfte damit eines der spannendsten E-Commerce-Neugründungen der vergangenen Jahre sein.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
* Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr 2018 das Rohergebnis um 251,5 % bzw. TEUR 13.628 auf TEUR 19.046 deutlich steigern.
* Ursächlich ist im Wesentlichen das Wachstum im B2C- sowie B2B-Geschäftsbereich. Im Geschäftsjahr 2018 wurden über die unternehmenseigene E-Commerce-Seite WWW.LILLYDOO.COM (B2C) 111.014 Abos (Vorjahr: 63.761) abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2018 bestanden insgesamt 91.985 aktive Abos (Vorjahr: 46.466). Nach durchschnittlich 28.300 aktiven Windel-Abos pro Monat im Geschäftsjahr 2017 konnte die Abo-Anzahl auf durchschnittliche 77.189 Abos im Geschäftsjahr 2018 gesteigert werden.
* Um das Wachstum 2018 zu realisieren, wurde gezielt in Personalressourcen investiert. Dies spiegelt sich in einer Erhöhung der Personalaufwendungen um TEUR 2.421 auf TEUR 3.943 wider. Im Dezember 2018 beschäftigte LILLYDOO 105 Mitarbeiter (Full-Time-Equivalents “FTE”). Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 40 FTE. Die Personalaufwandsquote hat sich um 2,5 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr verbessert.
* Der Jahresfehlbetrag hat sich gegenüber dem Vorjahr um 16,9 % bzw. TEUR 984 auf TEUR 4.831 verringert.
* Die Finanzierung der Gesellschaft wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr durch die Gewährung eines Wandeldarlehens von Gesellschaftern (Nennwert TEUR 6.000) gesichert. Zum Stichtag weist die Gesellschaft Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von TEUR 6.058 (Vorjahr: 0) aus.
* Das abgelaufene Geschäftsjahr war hinsichtlich der Umsatz- und EBITDA-Entwicklung das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Beginn der operativen Tätigkeit des Unternehmens im Jahr 2016. Die wirtschaftliche Lage der LILLYDOO GmbH ist insgesamt von dem starken Wachstum der Gesellschaft geprägt. Das Jahresergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 17 % verbessert. Die Gesamtentwicklung des Geschäftsjahres 2018 kann als zufriedenstellend bezeichnet werden und hat die Erwartungen der Geschäftsführer und Gesellschafter getroffen.
* Wir erwarten im Geschäftsjahr 2019 einen weiteren deutlichen Anstieg des Rohergebnisses im unteren zweistelligen Millionen Euro Bereich. Das Wachstum wird durch verschiedene Projekte begünstigt, die die Kundengenerierung sowie Kundenzufriedenheit steigern sollen. Hierzu gehört u.a. die Implementierung eines flexibleren Abonnements, das den Kunden erlaubt, ihren Warenkorb noch variabler zu gestalten. Die Anzahl der durchschnittlich aktiven Abo-Kunden wird von 77.189 in 2018 auf ca. 108.000 in 2019 wachsen (+ 39 %) (B2C). Zudem wird umfangreich in den weiteren Ausbau des Offline-Vertriebskanals (B2B) im In- und Ausland investiert.
* Auf die Aufnahme weiterer Finanzierungsmittel ist LILLYDOO grundsätzlich nicht angewiesen. Auf Basis des hinreichend konkretisierten und geplanten Wachstums der B2C- und B2B-Geschäftsbereiche im In und Ausland planen wir mit einem nur noch leicht negativen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie einem positiven Finanzmittelfonds zum Geschäftsjahresende 2019. Ausgehend von unserer Unternehmensplanung erwarten wir jederzeit in der Lage zu sein unsere kurzfristig fällig werdenden Verbindlichkeiten bedienen zu können.

Lillydoo im Zahlencheck

2018: 19,1 Millionen Euro (Rohergebnis); 4,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2017: 12,1 Millionen Euro (Umsatz); 5,4 Millionen Euro (Rohergebnis); 5,8 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 1,6 Millionen Euro (Umsatz); 1,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Lillydoo

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.