#Interview “Als Early-Stage-Gründer halten Pläne meistens nicht länger als zwei Wochen”

"Wir haben wirklich sehr viel vor. Leider kann ich nicht zu viel verraten, aber die Pipeline an spannenden Themen ist bei uns voll und wir werden hoffentlich für viele gute Neuigkeiten aus dem Cannabisbereich sorgen", sagt Finn Hänsel, Mitgründer der Sanity Group.
“Als Early-Stage-Gründer halten Pläne meistens nicht länger als zwei Wochen”

Movinga-Retter Finn Hänsel setzt inzwischen auf das Trendthema Cannabis. Atlantic Food Labs, Holtzbrinck Ventures und Cherry Ventures investierten bereits mehrere Millionen in die Berliner Sanity Group, die von Hänsel und Fabian Friede ins Leben gerufen wurde. Das Cannabis-Startup ist bisher an Sanatio Pharma (medizinischer Großhandel und Forschung) und an Vaay (Verkauf von medizin-nahen Hanfprodukten) beteiligt. Im Interview mit deutsche-startups.de blickt Mirgünder Hänsel einmal ganz ausführlich auf das fast abgelaufene Jahr zurück.

2019 ist fast rum. Was war das Highlight in diesem Jahr bei Sanity?
Da gibt es mehrere: Der Erhalt aller notwendigen Lizenzen für Medizinisches Cannabis, der Launch von unserer Wellness-Marke Vaay, die Unterschrift für ein neues Büro am Gendarmenmarkt, unsere Pre-Seed Runde mit HV und Atlantic. Und natürlich, dass wir innerhalb von wenigen Monaten ein super Team aufgestellt haben.

Habt ihr 2019 alle Eure Ziel erreicht?
Das Jahr ist noch nicht zuende. Aber es sieht so aus, als ob wir alle Jahresziele erreichen würden.

Was lief 2019 bei euch nicht rund?
In stark regulierten Bereichen wie Medizinischem Cannabis dauern Dinge manchmal einfach länger. Es gibt viele regulatorische Hürden und sich als Tech-Founder komplett in einen neuen Bereich einzuarbeiten, der ganz anders funktioniert als das typische digitale Start-up, war eine große Herausforderung, die auch manchmal dazu führte, dass Dinge einfach etwas länger brauchen.

Welches Projekt steht bei euch für 2020 ganz oben auf der Agenda?
Wir haben wirklich sehr viel vor. Leider kann ich nicht zu viel verraten, aber die Pipeline an spannenden Themen ist bei uns voll und wir werden hoffentlich für viele gute Neuigkeiten aus dem Cannabisbereich sorgen. Auch werden wir versuchen, erstmals die junge Cannabisbranche in Deutschland zu vereinen und mit einer Stimme mit der Politik zu reden.

Was hast Du Dir persönlich für 2020 vorgenommen?
Ich gehe ganz offen in das neue Jahr. Ich bin mit meinem Mitgründer Fabian das erste Mal seit langem wieder Early-Stage-Gründer und da halten persönliche Pläne meistens eh nicht länger als zwei Wochen.

Auf welches Startup sollten wir – deiner Meinung nach – 2020 ganz besonders achten?
Es ist zwar kein Geheimtipp, aber ich finde Scalable Capital von Erik Podzuweit nach wie vor eines der spannendsten Modelle im derzeitigen deutschen Markt. Darüberhinaus bin ich ein großer Fan von Flixbus und denke, das dass Team weiterhin für positive Überraschungen gut ist. Sehr gespannt bin ich persönlich auf die Entwicklungen im Food Delivery und Mobility Markt. Kommt UBER Eats nach Deutschland? Wie geht es mit den E-Roller-Startups voran? Gibt es Merger? Viele spannende Fragen für 2020.

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Foto (oben): Sanity

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.