#Hintergrund Ein Startup, das sich um Kredite kümmert

Beachtliche 35 Millionen Euro flossen zuletzt in das Berliner FinTech CrossLend. Über Crosslend können Banken Kredite verbriefen und diese als Wertpapiere an Investoren veräußern. Der Vorteil: Banken entlasten damit ihre Bilanzen, Investoren bieten sich Anlagemöglichkeiten.
Ein Startup, das sich um Kredite kümmert

Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das junge Unternehmen CrossLend. Santander InnoVentures, Earlybird, ABN Amro Ventures und Lakestar investierten kürzlich beachtliche 35 Millionen Euro in das Berliner FinTech, das 2014 von Oliver Schimek gegründet wurde. Die Bewertung soll bei rund 100 Millionen liegen. CrossLend positioniert sich als “paneuropäischer Kreditmarktplatz für Konsumenten- und KMU-Kredite, Factoring-Forderungen, Hypothekendarlehen und weitere Kreditarten, die von Banken und alternativen Kreditgebern ausgereicht werden”.

“In Europa gibt es seit einiger Zeit einen Graben zwischen den Kreditmärkten: Im Norden erhalten Anleger geringe Renditen, im Süden zahlen Kreditnehmer sehr hohe Zinsen. Die Idee CrossLend ist, Privatpersonen, die einen Kredit suchen, mit privaten und institutionellen Investoren zusammenzubringen, die diese Kredite finanzieren. Wir haben ein Setup geschaffen, das den gesamten Europäischen Markt als einen Markt abbilden kann”, erklärte Gründer Schimek bereits 2015 das Konzept hinter CrossLend. Vor der Gründung von CrossLend war Schimek Chief Financial und Investment Officer bei Kreditech in Hamburg.

Seit dem Start im Jahre 2014 sammelte CrossLend – bis Ende 2017 – Verluste in Höhe von 18,1 Millionen Euro an. Der nicht gedeckte Fehlbetrag lag Ende 2017 deswegen bei rund 368.881 Euro. Damals hatte das Fintech rund 17,7 Millionen von Investoren eingesammelt. 2018 gab es dann eine Finanzspritze in Höhe von 14 Millionen. Im Herbst dieses Jahres flossen dann die genannten 35 Millionen in das FinTech. Um CrossLend muss man sich somit erst einmal keine Sorgen machen. Das eingesammelte Geld sollte noch eine Weile halten.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.