#Interview “Wir sind personell und budgettechnisch eher schmal aufgestellt”

Hinter ParcelLock verbirgt sich eine Softwarefirma rund um Paketkastenanlagen. Seit dem Start wandelte sich das Startup stark. "Aufgrund der Marktnachfrage hat sich unser Markt von Einzelpaketkästen über Mehrfamilienhausanlagen bis hin zu Paketstationen erweitert", sagt ParcelLock-Macher Gunnar Anger
“Wir sind personell und budgettechnisch eher schmal aufgestellt”

Das Hamburger Startup ParcelLock stellt Schließsysteme für Paketkastenanlagen und Paketstationen her. Anfangs setzte das Corporate Startup, hinter dem DPD und Hermes stecken, auf Einzelkästen. Inzwischen geht es bei ParcelLock darum, Mehrfamilienhäuser und stationäre Händler mit Paketkastenanlagen auszustatten. “Die erste Einschätzung, dass wir hohe Paketvolumina schaffen, in dem wir auf Einzelkästen setzen – damit wären wir alleine heute sicherlich nicht mehr im Markt”, sagt Gunnar Anger, der das Unternehmen seit 2016 führt.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht ParcelLock-Macher Anger außerdem über Marktnachfrage, den Company Dog und motivierte Mitarbeiter.

Wie würdest Du Deiner Großmutter ParcelLock erklären?
ParcelLock macht mit seiner IT-Lösung den Paketempfang einfach und umweltfreundlich. Gleichzeitig haben Verbraucher den Vorteil, ihre Pakete rund um die Uhr zu empfangen.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Das offene Konzept für alle Paketdienstleister hat sich nicht verändert. Aufgrund der wachsenden Marktnachfrage hat sich unser Markt von Einzelpaketkästen über Mehrfamilienhausanlagen bis hin zu Paketstationen an hoch frequentierten Citylagen erweitert.

ParcelLock ist inzwischen ein Gemeinschaftsunternehmen von DPD und Hermes. Wir viel Startup steckt denn tatsächlich in ParcelLock?
Als Startup optimieren wir ständig, der Kundenbedarf wird analysiert und evaluiert, unser IT-Produkt laufend an die Markterfordernisse angepasst, neue Features entwickelt. Zudem sind wir personell und budgettechnisch eher schmal aufgestellt und reporten auf Monatsbasis.

Du führst ParcelLock seit Ende 2016. Was hat Dich damals gereizt, das Unternehmen zu führen?
Nahezu drei Milliarden Päckchen und Pakete in 2016, laut Prognose neun Milliarden Ende der 2020er Jahre – das schreit geradezu nach einer intelligenten und ressourcenschonenden Lösung. Ich halte unser anbieteroffenes System für Händler und Paketdienstleister mit seiner nachhaltig umweltfreundlichen Wirkung für eine absolut positive und disruptive Lösung! Und damit entlasten wir den steigenden Lieferverkehrsbedarf in Ballungsräumen, helfen CO2 einzusparen und bündeln intelligent Paketzustellungen! Mich reizt es in einem boomenden Wachstumsmarkt, die Mobilität und Flexibilität des Einzelnen zu stärken, einen 24/7 Paketempfang an frei wählbaren Paketstationen mit ParcelLock-System zu schaffen, um Paketvolumen auch weiterhin für die Paketdienstleister beherrschbar zu machen Lebensqualität.

Wie funktioniert denn eigentlich euer Geschäftsmodell?
Wir lizensieren unsere Software und erhalten zudem eine Marge für jede Pakettransaktion.

Wie genau hat sich ParcelLock seit der Gründung entwickelt?
Wir wachsen stark in allen drei Segmenten, behalten aber die Kosten im Blick und entwickeln sowohl uns als Unternehmen als auch unsere Strategie kontinuierlich weiter.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist ParcelLock inzwischen?
Zu Kennzahlen etc. geben wir wettbewerbsbedingt keinerlei Auskünfte. Sorry, aber da machen wir für Euch keine Ausnahme. Aber wenn Ihr unser Company-Video schaut, könnt Ihr die Mitarbeiterzahl inklusive Company Dog leicht ablesen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Die erste Einschätzung, dass wir hohe Paketvolumina schaffen, in dem wir auf Einzelkästen setzen – damit wären wir alleine heute sicherlich nicht mehr im Markt!

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Tolle und intrinsisch motivierte Mitarbeiter, eine clevere Strategie sowie zwei Gesellschafter, die uns in jeglicher Hinsicht unterstützen!

Wo steht ParcelLock in einem Jahr?
Ende 2020 haben wir eine hohe Wahrnehmung im Markt bei Retailern und Paketempfängern durch eine erste Abdeckung in den deutschen Metropolen mit Anlagen in Mehrfamilienhäusern und Paketstationen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.