#Zahlencheck EyeEm verbrannte bereits 28 Millionen

Der Aufbau von EyeEm kostete bisher rund 28 Millionen Euro. Bei einer Kapitalrücklage von rund 26 Millionen ergibt sich somit ein "nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag" in Höhe von rund 2 Millionen. Man darf gespannt sein, ob die Geldgeber zeitnah erneut Geld zur Verfügung stellen.
EyeEm verbrannte bereits 28 Millionen

Auch im brandneuen Jahresabschluss für 2017 präsentiert sich der Berliner Bildermarktplatz EyeEm wieder als verlustreiches Startup. Wie im Vorjahr angekündigt, sind die Verluste aber nicht mehr so hoch wie 2016. Damals lag der Jahresfehlbetrag der kleinen Kapitalgesellschaft bei üppigen 7,5 Millionen Euro. 2017 waren es nur noch 6,7 Millionen. Kleines Manko dabei: Eigentlich wurden “deutlich gesunkene” Verluste versprochen.

Insgesamt kostete der Aufbau von EyeEm bisher rund 28 Millionen Euro. Bei einer Kapitalrücklage von rund 26 Millionen ergibt sich somit ein “nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag” in Höhe von 2,1 Millionen. Zu den Investoren von EyeEm gehören bekannte Geldgeber wie Valar Ventures, Earlybird Ventures, Passion Capital und Wellington Partners. Man darf gespannt sein, ob die Geldgeber dem Unternehmen zeitnah erneut Geld zur Verfügung stellen. 2016 bekam die Jungfirma zuletzt 5,6 Millionen von seinen Gesellschaftern. 2019 muss nun richtig gut laufen für EyeEm, sonst geht die Geschichte im schlimmsten Fall unschön zu Ende.

Zum Hintergrund: EyeEm, 2011 gegründet, wandelte sich in den vergangenen Jahren von der simplen Foto-App zum gefeierten Bildermarktplatz. Der bildgewaltige Dienst hilft seinen Nutzern – mit seiner ausgefeilten Bilderkennungssoftware – ihre Bilder über seinen Stockfoto-Marktplatz zu verkaufen. Weltweit sind mehr als 25 Millionen Nutzer bei EyeEm aktiv. Mehr als 100 Millionen Fotos sind bei EyeEm verfügbar. 2017 wirkten durchschnittlich rund 68 Mitarbeiter bei EyeEm. Kunden von EyeEm sind insbesondere Unternehmen wie die Boston Consulting Group. Je nach Nutzungsart kosten Bildlizenzen bei EyeEm 20 Euro, 50 Euro oder 250 Dollar. Die Erlöse je Bild werden zwischen dem Fotografen und EyeEm geteilt.

EyeEm im Zahlencheck

2017: 6,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 7,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 7,5 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2014: 4,1 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): EyeEm

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.