#Interview “Wir haben uns anfangs auf einen IT-Dienstleister verlassen, was schief ging”

Bei Finlex dreht sich alles um Versicherungslösungen für Firmenkunden. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Fintech von einem reinen "Whole-sale"-Broker, zu einer Online-Plattform. In 2018 kam das Satrtup auf knapp 1 Million Umsatz.
“Wir haben uns anfangs auf einen IT-Dienstleister verlassen, was schief ging”

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Frankfurter FinTech Finlex, das von Sebastian Klapper, Tomasz Kosecki und Christian Reddig geführt wird, einen Umsatz in Höhe von knapp 1 Millionen Euro. In diesem Jahr soll es rund 1,8 Millionen werden. Das junge Unternehmen ist auf die Beratung und Vermittlung von Vermögensschadenversicherungen spezialisiert. “Wir bieten sehr spezielle Versicherungslösungen für Firmenkunden zum Schutz ihres Vermögens, wie zum Beispiel Cyber-Versicherungen, über einen Online-Plattform an”, erklärt Mitgründer Klapper das Modell hinter Finlex. Im Interview mit deutsche-startups.de spricht der FinTech-Gründer außerdem über Kompetenzen, die Verzahnung von IT und Business sowie kleine Teams.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Finlex erklären?
Wir bieten sehr spezielle Versicherungslösungen für Firmenkunden zum Schutz ihres Vermögens, wie zum Beispiel Cyber-Versicherungen, über einen Online-Plattform an. Dabei agieren wir wie ein Marktplatz und bieten so allen Akteuren auf der Plattform, vom Makler über den Versicherer bis hin zu den Firmenkunden viele Vorteile, also im Kern einen effizienten sowie qualitativ hochwertigen Zugang um diese Risiken bedarfsgerecht zu platzieren.

Hat sich das Konzept seit dem Start irgendwie verändert?
Ja, wir sind von einem reinen “Whole-sale”-Broker, der anderen Versicherungsmaklern Support in Spezialsparten – Financial Lines – gegeben hat zu einer Online-Plattform pivotiert, die Vorteile für alle Akteure bietet.

Wie funktioniert denn euer Geschäftsmodell?
Für Versicherer haben wir das Underwriting in Teilen voll automatisiert und der Versicherer steuert seinen Risikoappetit nur noch über ein „Finlex Insurer Cockpit“ auf Portfolio-Ebene. In größeren oder komplexeren Bereichen ist es Teil-automatisiert. Für Makler mit dem Schwerpunkt auf Firmenkunden bieten wir einen Marktvergleich in dem speziellen Bereich auf Knopfdruck und in deren Corporate Design. Firmenkunden profitieren von der Schnelligkeit und unseren Spezialkonzepten bzw. Mindeststandards an Versicherungsprodukte, die weit über dem Standard der Versicherer liegen.

Wie genau hat sich Finlex seit der Gründung entwickelt?
Prächtig! Wir wachsen gut in dem Bereich und gewinnen viele – insbesondere große – Broker und Versicherer. Heute haben wir circa 125 der größeren Industriemakler in Deutschland und circa 5 bis 10 Versicherer je Sparte – bei heute drei Sparten. Ungewöhnlich für ein Startup, wir machen Umsatz und finanzieren uns bislang selbst.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Finlex inzwischen?
Wir haben heute 22 Menschen auf der Payroll, davon 17 Vollbeschäftigte. In 2018 haben wir die 1 Millionen Umsatzmarke knapp verfehlt.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
Wir haben uns anfangs auf einen IT-Dienstleister verlassen, was schief ging und den Launch der Plattform stark verzögert hat. Heute würde ich die Kompetenzen immer gleich inhouse holen, die den Kern des Geschäftsmodells ausmachen oder ausmachen sollen. Mit unserem eigenen IT-Team sind wir heute auf 10 Leute angewachsen und es ist ein wahnsinnig tolles Team. Es erbringt täglich den Beweis, dass kleine Teams, wenn sie gut zusammen arbeiten, den großen Konzernen immer wieder einen Schritt voraus sind.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht?
Was wir richtig gut gemacht haben und weiter gut machen ist die Verzahnung von IT und Business. Ich bin überzeugt, dass genau das der Schlüssel zu unserem Erfolg war und ist.

Wo steht Finlex in einem Jahr?
Wir haben Financial Lines in Deutschland mit einem guten Marktanteil erobert und expandieren in andere Produkte und Märkte.

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Foto (oben): Finlex

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.