#Zahlencheck

brillen.de wächst nur noch minimal – Verlust steigt auf 6,7 Millionen

Im Jahresabschluss 2017 weist das Unternehmen brillen.de einen Umsatz in Höhe von knapp 63,3 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: 2016 lag der Umsatz bei 59,7 Millionen Euro. 2015 waren es 29,4 Millionen. Gleichzeitig stieg der Personalaufwand der Jungfirma um 40 %.
brillen.de wächst nur noch minimal – Verlust steigt auf 6,7 Millionen
Dienstag, 2. Juli 2019VonAlexander Hüsing

Das Optiker-Startup brillen.de, das von Technology Crossover Ventures (TCV) unterstützt wird, legt neue Zahlen vor. Im Jahresabschluss 2017 weist das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von knapp 63,3 Millionen Euro aus. Damit wachsen die Wildauer, die auf ein Online-Offline-Mischmodell setzen, kaum. Die Zuwachs liegt gerade einmal bei rund 6 %. Zum Vergleich: 2016 lag der Umsatz bei 59,7 Millionen Euro. 2015 waren es 29,4 Millionen. Gleichzeitig stieg der Personalaufwand der Jungfirma um 40 % – auf zuletzt 4,2 Millionen pro Jahr. 2017 beschäftigte der Online-Optiker rund durchschnittlich 90 Mitarbeiter (Vorjahr: 83).

Unter dem Strich steht bei brillen.de deswegen ein Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 6,7 Millionen. Im Vorjahr waren es nur 4,9 Millionen. Das Unternehmen zeigt sich dennoch zufrieden mit dem Ergebnis: “Die SuperVista AG konnte im Geschäftsjahr 2017 erneut ein positives Umsatzwachstum erzielen. Begleitet wurde das Wachstum durch gegenüber dem Vorjahr erhöhte Marketing und Werbeausgaben um den Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen. Eine Wertberichtigung auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen das verbundene Unternehmen Specsfactory Germany Ltd., London, Großbritannien, hat das Jahresergebnis im Vergleich zum Vorjahr stark belastet”. Zum Hintergrund: Die Wertberichtigung auf die Forderungen gegen Specsfactory lagen bei 2,7 Millionen. Ohne diese stattliche Summe würde brillen.de tatsächlich besser dastehen. Aber auch nur leicht unter dem Vorjahresergebnis.

Zum Schluss noch ein Ausblick auf das schon abgelaufene Jahr 2018 und 2019: “Bei einem unverändert guten Marktumfeld erwartet der Vorstand für 2018 ein Umsatz von rund EUR 70,0 Mio. und für 2019 von rund EUR 86,0 Mio. sowie eine deutliche Verbesserung der EBITDA-Quote, die durch eine höhere Konvertierung erzielt werden soll”. Wir werden diese Planungen überprüfen, wenn der Jahresabschluss für 2018 vorliegt.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Die SuperVista AG konnte im Geschäftsjahr ihren Umsatz um 6,1 % auf EUR 63,3 Mio. steigern.
* Der Personalaufwand ist um 40,0 % auf EUR 4,2 Mio. gestiegen. Vor allem nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung, im Jahr 2016, wurden die Ausbaupläne weiter beschleunigt und das Team um zusätzliche Kompetenzen im Bereich Marketing, Technik und Finanzen erweitert. Die Gesellschaft beschäftigte im Geschäftsjahr 2017 durchschnittlich 90 Mitarbeiter (Vj. 83).
* Die Abschreibungen erhöhten sich im Jahr 2017 um EUR 2,9 Mio. auf EUR 3,5 Mio. Maßgeblich begründet war der Anstieg durch eine Wertberichtigung auf die Forderungen gegen die Specsfactory Germany Ltd., London, Großbritannien, in Höhe von EUR 2,7 Mio.
* Unsere im Vorjahr getroffene Prognose betreffend die Umsatzerlöse bezüglich des Geschäftsjahres 2017 wurde erreicht.
* Bei einem unverändert guten Marktumfeld erwartet der Vorstand für 2018 ein Umsatz von rund EUR 70,0 Mio. und für 2019 von rund EUR 86,0 Mio. sowie eine deutliche Verbesserung der EBITDA-Quote, die durch eine höhere Konvertierung erzielt werden soll.

brillen.de im Zahlencheck

2017: 63,3 Millionen Euro (Umsatz); 6,7 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2016: 59,7 Millionen Euro (Umsatz); 4,9 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 29,4 Millionen Euro (Umsatz); 1,1 Millionen Euro (Jahresüberschuss)

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.