#Interview “Als Startup fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben”

Nachdem nun bekannt wurde, dass Dortmund sein eigenes Forschungszentrum für Blockchain-Technologie bekommt, haben wir einen Blick auf die Blockchain-Szene im Ruhrgebiet geworfen und die Gründer von BoneBits mit Blick auf das Ruhrgebiet als Gründungsstandort etwas näher gefragt.
“Als Startup fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben”

Wer sich mit Blockchain-Technologie auskennt, weiß, dass es nicht möglich ist, die einmal gespeicherten Daten nachträglich auf ihr zu löschen oder diese zu verändern, ohne das dabei die Integrität der Blockchain verletzt wird. Diesem Problem haben sich Oliver Penzel, aus Dortmund und Volker Goudschmidt angenommen und 2018 BoneBits gegründet. Herausgekommen ist ein Startup, das ein autarkes Ökosystem für eine vollständig dezentrale Datenverwaltung bietet. Wir haben mit Gründer Oliver Penzel über den Startup-Standort Dortmund gesprochen.

Reden wir über das Ruhrgebiet. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Zum einen ist das Ruhrgebiet Heimat. Wo kann man besser arbeiten als da, wo man sich wohl fühlt? Zum anderen befinden wir uns im Ruhrgebiet mitten in einem Strukturwandel. Wo früher Kohle und Stahl das Bild bestimmt haben, finden wir heute eine bunte Vielzahl an Ressourcen, insbesondere im IT-Bereich die auf kurzen Wegen schnell erreichbar sind.

Was genau macht den Reiz der Startup-Szene in Dortmund aus?
Dortmund kümmert sich proaktiv durch unterschiedliche Programme und Fördereinrichtungen um das weitere Vorantreiben des Strukturwandels. Als Startup fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben.

Was ist in Dortmund einfacher als im Rest der Republik?
Dortmund ist Heimat und recht zentral gelegen. Wo sonst könnte sich ein so innovatives Startup wie die BoneBits erfolgreich entwickeln? Die Idee, Blockchain-Daten zu verändern und diese auch wieder zu löschen oder gar aus ihr eine autarke Datenverwaltung zu machen, die kann nur in Dortmund entstehen. (lacht)

Was fehlt in Dortmund/im Ruhrgebiet noch?
Die Ansätze sind allesamt sehr gut, jedoch könnte man an der einen oder anderen Stelle noch die Geschwindigkeit und die Risikobereitschaft ein wenig erhöhen. Entscheidungen müssen schneller gefällt und umgesetzt werden. Damit kämpft aber wahrscheinlich auch der Rest der Republik.

Zum Schluss hast Du hast drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet?
Ganz spontan würde ich sagen Sonne, Sand und ein Snickers…Wenn ich etwas nachdenke dann langfristig orientierte Förderprogramme, ein starkes Mediennetzwerk für internationale Präsens, um das Ruhrgebiet zum führenden Startup-Standort zu machen.

Sümeyye Algan, Redakteurin bei deutsche-startups.de, mit Blick aufs Ruhrgebiet, seine Geschichten und Persönlichkeiten. Nach zwei Praktika bei der WELT in Berlin und dem WDR in Essen, arbeitete sie u.a. für den WDR und als freie Autorin für Informer Online.