#Zahlencheck Mister Spex: Umsatz steigt um 13 % – EBITDA: -6,5 Millionen

Der Bilanzverlust von Mister Spex das 2007 gegründet wurde, beläuft sich mittlerweile auf 52,7 Millionen Euro. Investoren wie Scottish Equity Partners (SEP), Goldman Sachs und Grazia Equity pumpten in den vergangenen Jahren aber rund 71,9 Millionen in das Grownup.
Mister Spex: Umsatz steigt um 13 % – EBITDA: -6,5 Millionen

Im März des vergangenen Jahres verkündete der Berliner Optiker-Shop Mister Spex für 2017 einen Umsatz in Höhe von “mehr als” 100 Millionen Euro. Nun sind die Zahlen auch im Handelsregister zu finden. Im Jahresabschluss sind für 2017 stattliche 104,3 Millionen Euro Umsatz verzeichnet. Der Umsatz des Startups stieg im Vergleich somit um 13 %. “Steigerungen konnten in allen drei Hauptproduktkategorien (Kontaktlinsen, Brillen und Sonnenbrillen) erzielt werden”, teilt das Unternehmen mit.

Den Großteil der Umsätze erwirtschaftet die Mister Spex-Gruppe, die auch in Frankreich, Spanien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Großbritannien, Schweden und Norwegen unterwegs ist, in Deutschland. “Aber auch Skandinavien trug in 2017 mit 19 % (2016 mit 22%) zum Gruppenumsatz bei”, heißt es im Jahresabschluss. Das EBITDA stieg 2017 von -2,9 Millionen auf -6,5 Millionen. “Neben den Umsatzerlösen wird das EBITDA als wichtigste Zielgröße der Gesellschaft angesehen”, teilt die Brillenfirma, die inzwischen auch etliche Ladenlokale unterhält, mit. 2017 wirkten rund durchschnittliche 588 (Vorjahr: 389) Mitarbeiter für Mister Spex.

Das Jahresergebnis von Mister Spex lag 2017 bei -13,5 Millionen – nach 8,8 Millionen im Vorjahr. Der Bilanzverlust des Unternehmens, das 2007 gegründet wurde, beläuft sich mittlerweile auf 52,7 Millionen. Investoren wie Scottish Equity Partners (SEP), Goldman Sachs und Grazia Equity pumpten in den vergangenen Jahren aber rund 71,9 Millionen in das Grownup, das zuletzt immer mal wieder als Börsenkandidat genannt wurde. Ende des vergangenen Jahres legte Mister Spex das Vorhaben aber erst einmal auf Eis. Erst einmal soll das Unternehmen weiter wachsen. Für 2018 planten die Hauptstädter “ein deutliches Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich sowie ein verbessertes Ergebnis”. Die Gewinnzone peilte Mister Spex dabei 2018 noch nicht an.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2017
* Eine der wichtigsten Leistungskennzahlen für die Mister Spex Gruppe konnte in 2017 wieder gesteigert werden. Im Geschäftsjahr wurde ein Umsatzwachstum von 13 % auf EUR 104,3 Mio. (2016 um 16% auf EUR 92,3 Mio.) erreicht. Steigerungen konnten in allen drei Hauptproduktkategorien (Kontaktlinsen, Brillen und Sonnenbrillen) erzielt werden. Ein Großteil der Umsätze wurde in Deutschland erwirtschaftet, aber auch Skandinavien trug in 2017 mit 19 % (2016 mit 22%) zum Gruppenumsatz bei.
* Mister Spex hat in 2017 stark in weitere Geschäftsfelder investiert. Der Aufbau der Stores, die Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums sowie das Rebranding in der schwedischen Tochtergesellschaft waren strategisch wichtig, da sie das Fundament für zukünftiges Wachstum und Effizienzsteigerungen legen. Nichtsdestotrotz haben diese großen Veränderungen Anlaufkosten verursacht, die zu einem schlechteren Ergebnis als für 2017 prognostiziert war, geführt haben.
* Das Ergebnis vor Abschreibungen, Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBITDA) der Mister Spex Gruppe lag mit EUR 3,5 Mio. unter dem Vorjahresniveau von EUR -2,9 Mio. Neben den Umsatzerlösen wird das EBITDA als wichtigste Zielgröße der Gesellschaft angesehen. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 0,9 Mio. auf EUR 2,2 Mio. (2016 um EUR 0,2 Mio. auf EUR -1,3 Mio.) reduziert. Grund hierfür war die Neuaufnahme von Krediten.

Mister Spex im Zahlencheck

2017: 104,3 Millionen Euro (Umsatz); -6,5 Millionen Euro (EBITDA)
2016: 92,3 Millionen Euro (Umsatz); -2,9 Millionen Euro (EBITDA)
2015: 79,6 Millionen Euro (Umsatz); -4,9 Millionen Euro (EBITDA)
2014: 57,1 Millionen Euro (Umsatz); -2,7 Millionen Euro (EBITDA)
2013: 35,9 Millionen Euro (Umsatz); -2,3 Millionen Euro (EBITDA)
2012: 24,9 Millionen Euro (Umsatz); 4,2 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2011: 15,7 Millionen Euro (Umsatz); 4,4 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2010: 2,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2009: 872.870,90 Euro (Jahresfehlbetrag)
2008: 723.162,38 Euro (Jahresfehlbetrag)
2007: 27.532,97 Euro (Jahresfehlbetrag)

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Foto (oben): Mister Spex

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.