#Zahlencheck Schon 35,5 Millionen flossen in Kiveda – Umsatz wächst aber nur sehr langsam (9,1 %)

2016 erwirtschaftete das Küchen-Unternehmen Kiveda einen Umsatz in Höhe von 70,6 Millionen Euro. In einer Presseaussendung hatte Kiveda für 2016 einen erzielten Handelsumsatz in Höhe von 83,5 Millionen angegeben. Das EBITDA lag 2016 bei rund 4,9 Millionen.
Schon 35,5 Millionen flossen in Kiveda – Umsatz wächst aber nur sehr langsam (9,1 %)

In den vergangenen Jahren ist das Küchen-Startup Kiveda , ein bisschen von der Szene-Bildfläche verschwunden. Die jetzige kiveda Group (früher in Berlin, inzwischen in Nürnberg ansässig) vereint die Marken Kiveda und Küchen Quelle. Das Unternehmen bezeichnet sich als der “führende Multichannel-Anbieter für Einbauküchen in Deutschland”. Es wird zeit für einen Blick unter die Haube der millionenschweren Küchenfamilie.

Zum Hintergrund: kiveda ging 2013 an den Start. 2014 übernahm die Jungfirma dann Küchen Quelle, das nach der Quelle-Pleite von einer Investorengruppe weitergeführt wurde. Küchen Quelle brachte damals 60 Millionen Umsatz in das gemeinsame Unternehmen ein. Angeschoben wurde Kiveda vor fünf Jahren von der European Media Holding (EMH), dem damaligen Unternehmen von Maximilian und Sebastian Kuss. Als weitere Geldgeber waren zum Start Holtzbrinck Ventures und Alno-Investor Christoph Dietsche an Bord.

Später sicherte sich das Startup, das zeitweise von Michael Börnicke, ehemals Premiere und Escada, geführt wurde, auch die Unterstützung von ProSiebenSat.1. Inzwischen – nach einer “Transaktion” im Herbst 2016 – sind die Anteilseigner der Jungfirma nur noch EMH bzw. EMH Digital Growth Fund (16,8 % bzw 51,8 %), Holtzbrinck Ventures (22,2 %) und Crosslantic (7 %). Hintergrundinfos über EMH und das teils merkwürdige Gebaren der Kuss-Brüder haben wir zuletzt in unserem ds-Podcast geliefert. Pikant ist etwa, dass die Kuss-Brüder mit ihrer neuen Beteiligungsgesellschaft EMH Partners in das von ihnen gegründete Unternehmen Kiveda investiert haben. Bei solchen Transaktionen bleibt immer ein erhebliches Geschmäckle. Immerhin wurde so das eingesammelte Geld von Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen in ein eigenes Unternehmen gepumpt.

Nun schauen wir aber einmal auf die aktuellen Zahlen der kleinen Kiveda-Familie, die zuletzt 300 Mitarbeiter beschäftigte. 2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 70,6 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es 64,7 Millionen. Kiveda wuchs zuletzt also gerade einmal um 9,1 %. In einer Presseaussendung hatte Kiveda für 2016 einen erzielten Handelsumsatz in Höhe von 83,5 Millionen angegeben. “Die Umsätze wurden überwiegend im Inland getätigt. Das Ergebnis nach Steuern liegt im Geschäftsjahr 2016 bei T€ -6.273 (Vorjahr: T€ -4.602). Das Ergebnis ist insbesondere durch die fortschreitende stationäre Expansion, die Umstellung der Finanzierungsstruktur und durch verstärkte Marketingmaßnahmen und -kampagnen geprägt”, heißt es dazu im Jahresabschluss.

Seit der Übernahme bedeuten diese Zahlen ein Wachstum von knapp 17,7 %. Wobei nicht klar ist, ob die Zahlen wirklich vergleichbar sind. Als Konzernergebnisvortrag steht ein Minus von 21,6 Millionen in den Büchern von Kiveda, das Ende 2016 rund 240 Mitarbeiter beschäftigte. Ende 2016 verfügte das Küchen-Unternehmen dabei noch über eine Kapitalrücklage in Höhe von 35,5 Millionen. Sorgen muss man sich somit nicht um Kiveda und Co. machen. Die 100 Millionengrenze beim Umsatz sollte aber sicher zeitnah fallen, damit Kiveda wirklich ein Erfolg werden kann.

Bleibt noch ein Ausblick auf 2017! “Für das Geschäftsjahr 2017 wird für die Kiveda Group weiterhin ein deutlich über dem Marktdurchschnitt liegendes Wachstum des Umsatzes mit einhergehender deutlicher Verbesserung des EBITDA erwartet. Die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017 bestätigen diese Prognose”, teilt das Unternehmen mit. Man darf gespannt sein, ob das gesamte Jahr 2017 diese Prognose halten konnte.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2016
* Der Konzern konnte einen über dem Marktdurchschnitt liegenden Umsatzzuwachs in Höhe von 9,1 % erreichen. Parallel zum Umsatzwachstum konnten weitere wichtige Schritte im Sinne der optimalen Ausrichtung der Marken der Kiveda Group, der Vertriebskanäle und der verstärkten stationären Präsenz umgesetzt werden.
* Im Geschäftsjahr 2016 wurde ein Umsatz in Höhe von T€ 70.645 (Vorjahr: T€ 64.745) erzielt. Die Umsätze wurden überwiegend im Inland getätigt. Das Ergebnis nach Steuern liegt im Geschäftsjahr 2016 bei T€ -6.273 (Vorjahr: T€ -4.602). Das Ergebnis ist insbesondere durch die fortschreitende stationäre Expansion, die Umstellung der Finanzierungsstruktur und durch verstärkte Marketingmaßnahmen und -kampagnen geprägt.

Kiveda im Zahlencheck

2016: 70,6 Millionen Euro (Umsatz); -6,3 Millionen Euro (Ergebnis nach Steuern); -4,9 Millionen Euro (EBITDA)
2015: 64,7 Millionen Euro (Umsatz); -4,6 Millionen Euro (Ergebnis nach Steuern); -4,3 Millionen Euro (EBITDA)

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.