#Ruhrgebiet “Für unseren Standort spricht der beste Fußballverein”

"Die Sichtweise junger Unternehmen sowie auch regionale Förderprogramme konzentrieren sich im Ruhrgebiet zu sehr auf die einzelnen Städte. Um mit Standorten wie Berlin und München mithalten zu können, müssen wir geschlossen als Ruhrgebiet auftreten", sagt Sascha Kaczmarek, Mitgründer von MotionMiners.
“Für unseren Standort spricht der beste Fußballverein”

Wir machen wieder einen Ausflug ins Ruhrgebiet: Heute spricht Sascha Kaczmarek, Mitgründer von MotionMiners, über den Gründerstandort Dortmund.

Reden wir über das Ruhrgebiet. Wenn es um Startups in Deutschland geht, richtet sich der Blick sofort nach Berlin. Was spricht für das Ruhrgebiet als Startup-Standort?
Für unseren Standort in Dortmund spricht vor allen Dingen der beste deutsche Fußballverein, auch wenn unser Schalker im Team da sicherlich nicht der gleichen Meinung ist. Spaß bei Seite – gerade für ein Logistik-Start-up ist Dortmund ein äußerst attraktiver Standort. Mit dem Fraunhofer IML, dem Digitial.Hub Logistics oder weiteren Initiativen, wie der Industrial Data Space Association oder dem EffizienzCluster LogistikRuhr gibt es hier ein enorm starkes Netzwerk und damit eine enge Verzahnung mit der Industrie. Mit der Nähe zu den Ruhruniversitäten Dortmund, Bochum, Duisburg-Essen und den vielen Fachhochschulen in der Umgebung haben wir zudem direkten Zugriff auf Studierende der Bereiche Logistik, Elektrotechnik oder BWL.

Was macht den besonderen Reiz der Startup-Szene in Dortmund aus?
Die Startup-Szene in Dortmund wird maßgeblich von der Wirtschaftsförderung der Stadt Dortmund geprägt, die sich seit langem dafür einsetzt, die Dortmunder Startup-Szene zu fördern. Dabei ist die Quantität mit Sicherheit nicht mit Berlin oder München zu vergleichen, aber verstecken muss sich Dortmund trotzdem nicht. Was uns so an der Startup-Szene im gesamten Ruhrgebiet gut gefällt ist, dass man es mit bodenständigen, ehrlichen und hart arbeitenden Menschen zu tun hat. Vermutlich hängt das Ganze auch mit der Geschichte dieser Region zusammen.

Was ist im Ruhrgebiet bzw. in Dortmund einfacher als im Rest der Republik?
Das ist schwer zu beurteilen, da von uns bisher noch keiner außerhalb von Dortmund gearbeitet hat. Mit Sicherheit ist es in Dortmund aber einfacher, Aufmerksamkeit und Unterstützung für das eigene Start-up zu bekommen, da die Gründerszene vergleichsweise klein ist. Dafür mag der Zugang zu Investoren beispielsweise in Berlin oder München vielleicht leichter sein, nicht zuletzt durch zahlreiche Events und Konferenzen.

Was fehlt im Ruhrgebiet bzw. in Dortmund noch?
Aus Sicht eines Logistik-Startups fehlt aktuell eigentlich nichts. Bei der Frage fällt jedoch auf, dass bundesweit gesehen die Attraktivität des Standortes Dortmund gerade für Gründungen im Logistikbereich anscheinend nicht wirklich wahrgenommen wird. Vielleicht können wir dazu beitragen, dass sich das in Zukunft ändert.

Zum Schluss hast Du hast drei Wünsche frei: Was wünscht Du Dir für den Startup-Standort Ruhrgebiet bzw. Dortmund?
Die Sichtweise junger Unternehmen sowie auch regionale Förderprogramme konzentrieren sich im Ruhrgebiet zu sehr auf die einzelnen Städte. Um mit Standorten wie Berlin und München mithalten zu können, müssen wir geschlossen als Ruhrgebiet auftreten. Wunsch Nummer 1 lautet daher: Weg von regionaler Haarspalterei, hin zum kollektiven Wir-Verständnis als „Metropole Ruhr“. Wunsch Nummer 2: Mehr regionales Networking. Im Ruhrgebiet ansässigen Startups muss eine Plattform gegeben werden um sich – regelmäßig – zu vernetzen und auszutauschen. Der ruhr:Hub ist bereits ein guter Start. Wunsch Nummer 3: Berliner Startups kennt man; den Pott nicht. Macht den Pott groß!

Der digitale Pott kocht! Mit hunderten Startups, zahlreichen Gründerzentren und -initativen, diversen Investoren sowie dutzenden großen Startup-Events bietet das Ruhrgebiet ein spannendes Ökosystem für Gründerinnen und Gründer. deutsche-startups.de, die Gründerallianz Ruhr und der ruhr:HUB berichten gemeinsam über die Digitalaktivitäten im Revier.

+++ Im #StartupTicker tickert die Redaktion von deutsche-startups.de kurz und knapp, was in der deutschen Startup- und Digital-Szene so alles los ist.

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Foto (oben): MotionMiners

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.