#5um5 Startup-Arbeitsalltag: “Nicht viel Zeit zum Abschalten”

"Am Ende des Arbeitstages habe ich normalerweise noch das ein oder andere After-Work-Gespräch oder auch Veranstaltungen, an denen ich teilnehme. Darum verbringe ich meine Zeit am Morgen auch so bewusst!", sagt Lukas Kinigadner, Gründer von Anyline.
Startup-Arbeitsalltag: “Nicht viel Zeit zum Abschalten”

Unsere Rubrik “5um5” liefert jeden Tag um Punkt 5 Uhr insgesamt – wer hätte das gedacht – 5 wissenswerte Fakten, bahnbrechende Tipps oder hanebüchene Anekdoten rund um ein startupaffines Thema. Heute spricht Lukas Kinigadner, Gründer von Anyline, über seinen Gründeralltag. Das Wiener Startup entwickelt eine Software zur automatisierten optischen Texterkennung.

Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Ehrlich gesagt, gibt es den nicht – den typischen Arbeitstag. Deshalb versuche ich jeden Morgen die gleiche Routine beizubehalten. Ich sorge immer dafür, dass ich eine Stunde von meinem Handy und Laptop entfernt bin. Das heißt auch, keine Mails checken und nicht online-gehen. Stattdessen mache ich Kaffee, lese die Zeitung und rede mit meiner Freundin. Danach bin ich bereit mit dem anzufangen, was immer der Tag bringt.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?
Am Ende des Arbeitstages habe ich normalerweise noch das ein oder andere After-Work-Gespräch oder auch Veranstaltungen, an denen ich teilnehme. Darum verbringe ich meine Zeit am Morgen auch so bewusst! Wenn ich nach der Arbeit doch mal etwas Freizeit finde, nutzen ich Sie normalerweise, um etwas zu lesen oder einen Podcast anzuhören. Leider bringt das Leben als CEO nicht viel Zeit zum “Abschalten” mit sich.

Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
2017 mussten wir beginnen, das Unternehmen umsatzorientierter zu gestalten. Hätten wir uns nicht neu aufgestellt, hätte das Ende bedeutet. Zugleich versuchte ich das Team vor dem Ernst der Situation abzuschirmen. Ich wollte vorsichtig mit der Situation umgehen und so viele Menschen wie möglich vor der Wahrheit, dass es gerade nicht so gut läuft, schützen. Auch um keine Angst aufkommen zu lassen. Rückblickend denke ich, dass diese Phase viel einfacher verlaufen wäre, wenn ich es allen anvertraut hätte. Die wichtigste Lektion für mich daraus war, wie wichtig Transparenz ist, nicht zuletzt für ein starkes Team.

Die Start-up-Szene lebt von einer gewissen Hochglanz-Euphorie. Wie glamourös ist das Gründerleben wirklich?
Der Großteil des Gründerlebens ist harte Arbeit. Natürlich gibt es die bekannten Beispiele, aber das sind Ausnahmen. Das Gründerleben, so ehrlich muss man sein, ist unglamourös. Voller Verantwortung und harter Entscheidungen statt Partys und Exzesse. Als Gründer ist es mir aber auch jederzeit wichtiger mein Unternehmen und nicht mich selbst im Fokus wiederzufinden.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Fang einfach an. Was auch immer du vorhast, denn der perfekte Zeitpunkt ist immer jetzt. Je länger du wartest, desto mehr Ideen, Pläne und letztlich auch Arbeit sammelt sich an. Du kannst natürlich erstmal tagelang Ratgeber für Gründer lesen, aber es gibt keinen Ersatz dafür, dass etwas heute erledigt wird.

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Foto (oben): Anyline

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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