Befragungen als USP Beim Supermarkt myEnso füllen die Kunden die Regale

"Wir wollen das Kaufen und Verkaufen von Lebensmitteln im Internet besser machen. Bislang landen von den etwa 200 Milliarden Euro, die in Deutschland jährlich für Lebensmittel ausgegeben werden, nur gut 1 % im Internet. 6 bis 9 % sind aber drin", sagt Norbert Hegmann von myEnso.
Beim Supermarkt myEnso füllen die Kunden die Regale

Der Bremer Supermarkt myEnso will nicht weniger als das “Einkaufen neu erfinden”. “Wir sind nicht angetreten, um den klassischen Supermarkt zu verdrängen. myEnso ist ein kundenzentriertes Konzept für den Lebensmittelhandel der Zukunft. Wir denken nicht in Kanälen, sondern im Sinne des Kunden, daraus ergeben sich dann die richtigen Kanäle. myEnso wird es daher auch als Kioskwagen oder als Marktstand geben, oder auch die Bestellung per Telefon”, sagt Gründer Norbert Hegmann zum Konzept.

Und die Aussage mit dem kundenzentrierten Konzept meint Hegmann total ernst: “Bei myEnso entscheidet ausschließlich der Kunde über Innovationen, Produktlistungen und Serviceangebote. Nichts geht ohne Tests und die Befragung der Kunden live. So wird zum Beispiel per ‘Wünsch-Dir-Was-Button’ bei 1.000 Likes ein neues Produkt ins Sortiment aufgenommen.” Die Kundenorientierung geht so weit, dass sich sogar an myEnso beteiligt können.

“Außerdem wird ein Teil von myEnso genossenschaftlich organisiert. Ziel ist es, dass myEnso irgendwann nahezu vollständig Deutschland gehört”, sagt Hegmann. Auch beim Thema Refinanzierung gehen die Norddeutschen andere Wege. “Ein Online-Supermarkt der Zukunft muss und kann mehr als eine Ertragsquelle haben. Wir haben fünf attraktive Geschäftsfelder. Davon ist das wichtigste das Direktkundengeschäft. Zusätzlich bieten wir den Herstellern als handelsneutrale Plattform Wissenspakete an, über die sie direkten Input zu Produkten und Ideen für ihr Kategorie-Management bekommen. Wir sprechen gerade mit fast allen. Einige Hersteller haben wir bereits on Bord. Darüber hinaus bieten wir auch unsere Infrastruktur, wie zum Beispiel die Logistik, zur individuellen Nutzung an”. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de stellt Hegmann, der das ambitionierte Start-up gemeinsam mit Thorsten Bausch hochzieht, myEnso einmal ausfürlich vor.

Welches Problem wollt Ihr mit myEnso lösen?
Wir wollen das Kaufen und Verkaufen von Lebensmitteln im Internet besser machen. Bislang landen von den etwa 200 Milliarden Euro, die in Deutschland jährlich für Lebensmittel ausgegeben werden, nur gut 1 % im Internet. 6 bis 9 % sind aber drin. Um das Potenzial zu heben, haben wir die Deutschen erstmal genau gefragt, was ein Online-Supermarkt bieten muss, damit sie dort auch einkaufen. Denn der Online-Lebensmittelhandel in Deutschland hebt nicht ab. Das liegt unter anderem daran, dass die derzeitigen Player am Markt ihre Offline-Konzepte in die Online-Welt einfach übernommen haben. Konsumenten, die in einem Supermarkt einkaufen, lassen sich dort aber gern inspirieren. Das bildet die Online-Welt nicht ab. Ein zweites Problem, dass im Online-Lebensmittelhandel noch nicht gelöst ist, ist die Logistik. Mit unserem Robotik-Partner Grenzebach Maschinen entwickeln wir ein Logistik-Konzept für FMCG, das Wachstum rentabel macht. Das ist vor allem eine Chance für Food-Start-ups, die skalieren wollen, aber die Logistik nicht hinkriegen.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet myEnso ein Erfolg?
Weil wir tatsächlich und mit aller Konsequenz den Kunden in den Mittelpunkt stellen und hundertprozentig umsetzen, was jeder Einzelne sich wünscht. Dazu haben wir im Vorwege mit unserem Partner Kantar TNS 1,5 Millionen Euro in Marktforschung investiert. Daraus ist ein Konzept für einen Online-Supermarkt der Zukunft entstanden, den sieben Millionen deutsche Haushalte sofort ausprobieren würden.

Wo steht myEnso in einem Jahr?
Im Frühjahr 2018 findet der bundesweite Rollout unserer Plattform statt. Dann kann ganz Deutschland bei myEnso das One-Stop-Shopping für Supermarktprodukte nutzen. Neben einem Basissortiment werden wir auch ein Spezialsortiment anbieten und etwa 100.000 Produkte anbieten. Derzeit sprechen wir schon mit vielen Food-Start-ups, die auf unsere Plattform und von unserer White-Label-Logistik profitieren wollen.

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Foto (oben): myEnso

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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