Company Builder für Konzerne Germantech Digital: So arbeitet der neue Berliner Brutkasten

Germantech Digital baut Start-ups. In den vergangenen Monaten arbeitete das Germantech Digital-Team komplett unter dem Radar. Auch, weil die Berliner ihren durchdachten "100-Tage Prozess" für die Findung und Entwicklung von Start-ups in Ruhe in der Praxis testen wollten.
Germantech Digital: So arbeitet der neue Berliner Brutkasten

In Berlin bringen sich – wie bereits kurz berichtet – die beiden langjährigen Startup-Macher Ludwig Preller und Benjamin Rohé, die quasi schon ewig befreundet sind, derzeit mit Germantech Digital in Stellung. Wie viele andere Initiativen soll Germantech Digital gemeinsam mit Konzernen und Unternehmen Start-ups ausbrüten.

Zum Start arbeitet der frische Brutkasten – die Hauptstädter selbst nennen sich schwerfällig “branchenübergreifender Company Builder für Konzerne und Mittelstand” – mit dem Oldenburger Stromanbieter EWE zusammen. Einen zweistelligen Millionenbetrag macht der Energieanbieter dafür locker. Welche Start-up aus der Zusammenarbeit bisher entstanden sind, ist derzeit noch ein Geheimnis. Schon bald aber soll sich der Schleier lüften.

In den vergangenen Monaten arbeitete das Germantech Digital-Team komplett unter dem Radar. Auch, weil die Berliner ihren durchdachten “100-Tage Prozess” für die Findung und Entwicklung von Start-ups in Ruhe in der Praxis testen wollten. “Innovation as a Service” nennt Preller das Modell. Zunächst geht es dabei um die Findung von Ideen. Diese werden dann bewertet. Dann folgt ein Prototyp. Projekte, die sich bewähren, werden dann ausgründet. Dafür sucht Germantech Digital dann passende Gründer. Und zwar nicht intern in den Unternehmen – wie einige andere Brutkästen -, sondern in der freien Wildbahn.

Die Gründerteams bekommen dann auch Anteile an den Start-ups. Germantech Digital dagegen nicht. Dieser Aspekt ist Preller im Gespräch mit deutsche-startups.de sehr wichtig. Wichtig ist dem Seriengründer – Germantech Digital ist seine siebzehnte Unternehmung – auch, dass es bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen um “langfristige Partnerschaften” gehe. Zwischen zehn und 12 Start-ups will die Firmenschmiede in rund drei Jahren für seine Konzernpartner bauen.

Nachdem der Testballon mit EWE offensichtlich gut funktioniert hat, sucht das Germantech-Team nun weitere Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Ideen sind. Dabei versprechen Preller und Co. “Branchenexklusivität”. Ein weiterer Energieversorger hat somit keine Chance. Wäre auch unklug, wenn immer der Vorwurf im Raum stände, dass der zweite Versorger die Ideen bekommt, die er erste Kunde vielleicht schon abgelehnt hat.

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Foto (oben): Germantech Digital

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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