#5um5 “Zwei Tage in der Woche gehe ich fix um 18 Uhr”

"Ich glaube jeder kann Gründer sein. Ich selbst brauche Überzeugung und Gott-Vertrauen. Wenn man von seiner Idee nicht 100 prozentig überzeugt ist wird es eng. Ich bin zwar mit Zenjob noch lange nicht dort angekommen wo ich hin will", sagt Mitgründer Fritz Trott.
“Zwei Tage in der Woche gehe ich fix um 18 Uhr”

Ende 2015 gründeten Fritz Trott, Cihan Aksakal und Frederik Fahning Zenjob, einen digitalen Personaldienstleister für studentische Zeitarbeit. Gerade investierten Acton Capital Partners, Redalpine, 500 Startups und Atlantic Labs 8 Millionen Euro in das Berliner Start-up. Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Mitgründer Trott über den Schlafsack-Modus, Neukunden und Jesus.

Wie sieht Dein ganz normaler Start-up-Arbeitsalltag aus – von früh bis spät?
Mein Mitgründer Frederik Fahning nennt das “Schlafsack-Modus”, dabei benutzt man gar keinen Schlafsack: Tagsüber Kunden und verkaufen und nachts Website und Online Marketing auf Zack bringen. Das ist aber nicht nachhaltig und mittlerweile habe ich auch Familie: ich frühstücke morgens mit den Kindern, fahre zur Kita und bin um 9 Uhr im Büro. Zwei Tage in der Woche gehe ich fix um 18 Uhr nach Hause, die anderen Tage sind open end. Früher habe ich das Marketing und Sales gemacht, mittlerweile machen das Menschen, die zehnmal besser sind als ich. Es geht zunehmend um strategische Themen. Was aber immer noch im Mittelpunkt steht ist Team und Kultur.

Welchen Tipp hast Du für andere Gründer?
Es gibt glaube ich nur einen wirklichen Tip: Hart arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Startup nicht absäuft ist sehr gering. Aber ich habe mir immer geschworen, dass ich mir dann nicht vorwerfen müsste, ich hätte zu wenig gearbeitet. Mein Tip an andere Gründer ist, die Tips zu beherzigen, die man eh kennt und glaubt, dass man sie richtig macht. Die Tips kennt jeder aber nur die wenigsten halten sie ein: Nur Mitarbeiter hiren, die besser sind als man selbst, nur in Tech und Culture investieren etc. Ausserdem ist mein Tip zu lesen. Lesen, lernen, lesen. Wir haben bei Zenjob eine Bib, kommt gerne vorbei!

Was ist die wichtigste Lektion, die Du als Gründer bisher gelernt hast?
Churn kills. Neukunden gewinnen ist nicht die Kunst sondern Kunden zu binden und wirklich glücklich zu machen. Das begründet alles, egal ob Strategie oder Kultur. Die zweite Lektion, alles zu seiner Zeit. Das Thema Investoren zum Beispiel: Wir haben zur Gründung mit Christophe Maire und Marc-Olivier Lücke einen Seed Investor bekommen, ohne den wir heute nicht wären wo wir sind. Es war aber auch unglaublich wichtig, in einer späteren Phase Acton Capital zu gewinnen. Beide sind extrem wertvoll für uns. Alles zu seiner Zeit.

Wer war der Held deiner Kindheit?
Jesus von Nazareth. Ist er heute übrigens immer noch und in meinen Augen übrigens auch der coolste Gründer.

Welche Eigenschaften braucht ein Gründer unbedingt?
Ich glaube jeder kann Gründer sein. Ich selbst brauche Überzeugung und Gott-Vertrauen. Wenn man von seiner Idee nicht 100 prozentig überzeugt ist wird es eng. Ich bin zwar mit Zenjob noch lange nicht dort angekommen wo ich hin will, aber es war bisher schon eine einzige Achterbahn mit solchen Talfahrten… Da hätte ich aufgegeben, wenn ich nicht wirklich glauben würde, dass die Welt Zenjob braucht.

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Foto (oben): Zenjob

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.