Kostenlose Erstberatung Zwei Gründer vermitteln Rechtsberatung zum Nulltarif

"Die Nachfrage nach Rechtsdienstleistungen steigt stetig an. Dass Rechtsuchende bereits für die erste, kurze Konsultation bezahlen müssen, ist dabei nicht mehr opportun. Wir sind überzeugt, dass auch der deutsche Markt reif für dieses Konzept ist", sagt Daniel Bleuer von Unentgeltliche Rechtsauskunft.
Zwei Gründer vermitteln Rechtsberatung zum Nulltarif

Knapp 100 Start-ups und Grown-ups tummeln sich bereits im Bommsegment LegalTech. Aus der Schweiz drängt derzeit Unentgeltliche Rechtsauskunft auf den deutschen Markt. Über die Plattform mit dem langen Namen können Onliner den kostenlosen Erstkontakt mit einem Anwalt bekommen. Gegründet wurde das Unternehmen von Daniel Bleuer und André Hartmann, die zusammen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität St. Gallen (HSG) studiert haben.

“Unser juristischer Background, wie auch unsere täglichen Erfahrungen bei der Arbeit helfen uns, das Onlineportal sowohl für Rechtsuchende wie auch für Anwälte attraktiv zu gestalten. Projektbezogen, zur Umsetzung neuer Ideen, arbeiten wir oft mit Studenten zusammen”, sagt Mitgründer Bleuer. Finanzieren soll sich die Plattform langfristig über weitere kostenpflichtige Dienstleistungen.

“Vertrauen und Transparenz”

Im Mini-Interview mit deutsche-startups.de spricht Unentgeltliche Rechtsauskunft-Mitgründer Daniel Bleuer über Rechtsdienstleistungen, Rechnungen und Rechtsuchende.

Welches Problem wollt Ihr mit Unentgeltliche Rechtsauskunft lösen?
Wir möchten durch die Vermittlung von unentgeltlichen Erstberatungsterminen den Zugang zu Rechtsdienstleistungen vereinfachen. Viele Personen fürchten sich aus Angst vor hohen Rechnungen einen Anwalt zu kontaktieren. An dieser Stelle setzen wir ein und vermitteln unentgeltliche Erstberatungstermine, welche vom Anwalt ausgeschrieben und vom Rechtsuchenden einfach online gebucht werden können. Während der kurzen, kostenlosen Erstkonsultation geht es darum, mit dem Rechtsuchenden das Problem kurz zu eruieren und die notwendigen Lösungsschritte sowie die zu erwartenden Kosten aufzuzeigen. Dies schafft Vertrauen und Transparenz und nimmt den Rechtsuchenden die Angst einen Anwalt zu kontaktieren.

Jede Woche entstehen dutzende neue Start-ups, warum wird ausgerechnet Unentgeltliche Rechtsauskunft ein Erfolg?
Wir digitalisieren ein Konzept, welches sich in der Schweiz über Jahrzehnte offline erfolgreich behauptet hat. In einem Schweizer Kanton mit der Einwohnerzahl in der Höhe von Stuttgart werden pro Jahr beispielsweise über 20.000 unentgeltliche Erstberatungen erteilt. Die Nachfrage nach Rechtsdienstleistungen ist enorm und steigt stetig an. Dass Rechtsuchende bereits für die erste, kurze Konsultation bezahlen müssen, ist dabei nicht mehr opportun. Wir sind überzeugt, dass auch der deutsche Markt reif für dieses Konzept ist.

Wer sind Eure Konkurrenten?
Unsere Konkurrenten sind Onlineplattformen, welche zwischen Rechtsuchenden und Anwälten zu vermitteln versuchen. Sie gliedern sich in verschiedene Segmente. Eines davon sind einfache Anwaltsverzeichnisse, wo sich der Anwalt mit einem Profil seinen potenziellen Klienten präsentieren kann. Wohl die ursprünglichste Form der Digitalisierung im Anwaltsmarkt. Im nächsten Segment gliedern sich Portale mit Fixpreisangeboten. Also juristische Leistungen zum Fixpreis. Dies schafft eine Kalkulierbarkeit für den Rechtsuchenden und ist sicherlich interessant, wenn der Rechtsuchende genau weiss, was er braucht. Ein weiteres Segment, geprägt aus den USA, versucht rechtliche Probleme direkt online zu lösen. Durchaus ein interessantes Modell für kleine rechtliche Fragen oder einfache Fälle. Sobald der Fall komplexer wird, führt aber nichts am direkten Kontakt mit dem Anwalt vorbei. Wir hingegen setzen durch die Vermittlung einer kostenlosen Erstkonsultation weiterhin auf den persönlichen Kontakt zwischen dem Anwalt und dem Klienten. Die Hürde einen Anwalt zu kontaktieren wird durch unser Konzept erheblich gesenkt.

Wo steht Unentgeltliche Rechtsauskunft in einem Jahr?
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine zentrale Anlaufstelle für Rechtsuchende zu werden. Der Rechtsuchende soll sich bei uns einen ersten Überblick verschaffen können, welchem Anwalt er sein Problem anvertrauen möchte und die Möglichkeit haben, mit diesem einen Erstberatungstermin zu vereinbaren. Wir messen unseren Erfolg an der Anzahl vermittelter Termine. In der Schweiz vermitteln wir bereits nach kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Terminen in einem mehr als zehn Mal kleineren Markt.

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Foto (oben): Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.