Marlon Braumann im Interview “Mit Mitarbeitern kommt eine wertvolle Entlastung”

"Mit store2be haben wir von Anfang an Facebook und Glassdoor als Employer Branding Kanäle genutzt. Darüber hinaus helfen uns Xing und LinkedIn, über direkte Ansprache potenzielle Mitarbeiter direkt zu kontaktieren", sagt Marlon Braumann von store2be
“Mit Mitarbeitern kommt eine wertvolle Entlastung”

Jedes Unternehmen braucht irgendwann Mitarbeiter. “Wir haben store2be fast ein Jahr lang gebootstrapped und haben viele Dinge daher von Grund auf selber aufgebaut. Mit den ersten Mitarbeitern kommt nun einerseits eine extrem wertvolle Entlastung für das Gründerteam. Gleichzeitig muss man sich aber auch erstmals von eigenen Projekten trennen, die lange Zeit die eigenen Babies waren”, sagt Marlon Braumann (Foto: Zweiter von links), Mitgründer von store2be, einer Buchungsplattform für Aktions- und Verkaufsflächen in der Offlinewelt.

Ein Gefühl, das sicherlich viele andere Gründer auch kennen. Anfangs ist man als Gründerteam allein, dann kommen die ersten Mitarbeiter an Bord. Diese sollten zum Team passen. “Wir sind in unseren Persönlichkeits-Interviews schon sehr genau und fragen recht persönliche Dinge ab”, sagt Braumann. Im Recruiting-Interview mit deutsche-startups.de spricht store2be-Mitgründer Braumann über Strahlkraft, Rahmenbedingungen und Entlastungen durch die ersten Mitarbeiter.

Start-up, die schnell wachsen wollen, brauchen Mitarbeiter. Wie aber findet man als junges Unternehmen die passenden Mitarbeiter?
Gerade als junges Unternehmen ist es natürlich besonders schwer, Aufmerksamkeit für sich zu generieren. Weder gibt es viele Mitarbeiter, die positiv über das eigene Startup berichten könnten, noch hat die eigene Marke schon genügend Strahlkraft, um großflächig potenzielle Mitarbeiter anzulocken.

Wie kommt man aus diesem Teufelskreis?
Mit store2be haben wir von Anfang an Facebook und Glassdoor als Employer Branding Kanäle genutzt. Darüber hinaus helfen uns Xing und LinkedIn, über direkte Ansprache potenzielle Mitarbeiter direkt zu kontaktieren. Final haben wir aber auch die Services anderer Startups wie zum Beispiel Campusjäger oder Seven Lanes genutzt, um erste Mitarbeiter zu rekrutieren.

Welche Herausforderungen warten speziell beim Auswählen der allerersten Mitarbeiter?
Trotz unseres jungen Unternehmensalters haben wir einen klaren Recruiting- und Auswahlprozess etabliert. Nach einem Pre-Screening der Unterlagen führen wir ein kurzes Telefongespräch, um herauszufinden ob man mit den wichtigen Rahmenbedingungen wie Einsatzbereich, Startdatum, Zeitraum und Vergütung grundsätzlich zusammenfinden könnte. Sollte dieses Gespräch positiv verlaufen, lernen alle Bewerber das komplette Gründerteam in zwei Interviews mit je zwei Gründern kennen.

Worauf achtet Ihr dabei?
Hierbei wird viel Wert auf den persönlichen Teil des Interviews gelegt, denn ohne 100-%-Team-Fit würden wir uns nicht für einen Mitarbeiter entscheiden. Daher müssen im Anschluss an die Interviews auch alle vier Gründer ihr “Go” für einen Kandidaten geben, bevor er oder sie ein Angebot von uns erhält.

Wie findet man denn genau heraus, ob ein Mitarbeiter wirklich zum Gründerteam passt?
Wir sind in unseren Persönlichkeits-Interviews schon sehr genau und fragen recht persönliche Dinge ab. Eine sehr wichtige Frage im Prozess ist zum Beispiel die Frage dem einen entscheidenden Wert der Person, nach welchem sie in ihrem Leben handelt und Entscheidungen trifft. Die Antwort lässt oft sehr interessante Rückschlüsse auf den Charakter und die Arbeitseinstellung der Person zu.

Wie schwierig ist es dabei für Gründer, Verantwortung abzugeben?
Verantwortung abzugeben ist sicherlich als junger Gründer eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Wir haben store2be fast ein Jahr lang gebootstrapped und haben viele Dinge daher von Grund auf selber aufgebaut. Mit den ersten Mitarbeitern kommt nun einerseits eine extrem wertvolle Entlastung für das Gründerteam. Gleichzeitig muss man sich aber auch erstmals von eigenen Projekten trennen, die lange Zeit die eigenen “Babies” waren.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.