Kölner Tradingplattform startet Firstwire: Wider den Investmentbankern

Das Kölner Fintech-Start-up Firstwire verlässt den Stealth-Mode. Ab sofort sollen Käufer und Verkäufer des Kreditmarktes auf den Anruf beim Geldvermittler verzichten und in Echtzeit Gebote auf dem webbasierten Marktplatz handeln.
Firstwire: Wider den Investmentbankern

Was für andere Güter ein alter Hut ist, soll für den Kreditmarkt nun endlich wahr werden: Erstmalig sollen Kredite transparent und online gehandelt werden können. Dabei gehe es nicht um Privatkredite sondern um hochvolumige Kredite, die durchaus in den dreistelligen Millionenbereich gehen können, erklärt Michael Dreiner, Geschäftsführer und Gründer von Firstwire während des Launchevents in der Carlswerkstraße in Köln.

Digitalisierung eines intransparenten Prozesses

Bislang wurden Kredite dieser Größenordnung oftmals telefonisch abgewickelt. Die Kreditnehmer, das können etwa Kommunen, Versicherungen, Banken oder Konzerne sein, rufen dazu bei einem so genannten Vermittler an. Dieser sucht nun in seinem persönlichen Netzwerk telefonisch nach geeigneten Geldgebern. Zu welchen Konditionen, blieb bislang für den Kunden komplett intransparent. Mit der neuen Plattform soll das geändert werden, denn Darlehensgeber (Verkäufer) und Darlehensnehmer (Käufer) handeln direkt in Echtzeit auf der Plattform. Für den Darlehensnehmer soll das auch weniger Kosten bedeuten.

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Woran verdient Firstwire?

Wer mit machen will, muss vorher durch einen Onboarding-Prozess in die Plattform integriert werden. Bei erfolgreicher Vermittlung erhält Firstwire eine vorher vereinbarte Marge, die Gründer Dreiner nicht kommunizieren will. Der Markt soll dabei ein Vielfaches des Aktienmarktes ausmachen, sodass selbst wenige Transaktionen ausreichen, um die Plattform rentabel zu machen. Das 10-Mann starke Team arbeitet bereits seit 2014 an der Lösung. Im vergangenen Jahr wurde mit der Programmierung begonnen. Insgesamt hat das junge Unternehmen bereits zwei Seedphasen hinter sich, in der hauptsächlich private Investoren investiert haben.

Wie bei allen zweiseitigen Handelsplattformen besteht der Knackpunkt darin, genügend Anbieter und Suchende auf die Plattform zu bekommen. Dies sei laut Dreiner die Hauptaufgabe im vergangenen Jahr gewesen und das, was das Gründungsteam um Dreiner, Johannes Haidl und Friedhelm A. Schmitt durch ihr Netzwerk stemmte. Laut Dreiner seien bereits bedeutende Akteure des Kreditmarktes mit dabei, und erste Deals seien schon über die Plattform gelaufen. Um welche Akteure es sich dabei handele, konnte er nicht sagen.

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Thomas Riedel, Online-Redakteur von deutsche-startups.de und dem neuen Schwestermagazin digitale-leute.de und arbeitet seit 2005 als Journalist. Schon während seinem Volontariat bei einem regionalen Familienmagazin bloggt er über die Tech-Szene und baut den Online-Kalender Nerdhub auf, der deutschlandweit Termine agreggiert. Einen Namen machte er sich als Beobachter der regionalen Tech-Szene in NRW.