"Wir sind total glücklich" #DHDL Reishunger – Millionenumsatz mit Reis aus aller Welt

"Im Sommer 2010 saßen wir an der Uni Mensa vor unseren Tellern und dachten uns: Wieso schmeckt so ein natürliches Lebensmittel wie Reis hier bei uns in Deutschland immer nach Pappe mit Salz?", sagt Sohrab Mohammad, Mitgründer von Reishunger. Kurz darauf ging der Online-Shop für Reis online.
Reishunger – Millionenumsatz mit Reis aus aller Welt

Hierzulande war Reis jahrelang fast nur in Beuteln anzutreffen. Ganze Generationen sind mit pappigem Einheitsreis großgeworden. Torben Buttjer und Sohrab Mohammad ärgerten sich vor einigen Jahren darüber und riefen den Online-Shop Reishunger, einen “Online-Shop rund um das Lebensmittel Reis”, ins Leben. Die Bremer traten damals an, die Genussmenschen im Lande mit “den besten Reissorten der Welt versorgen”.

Der verrückte Plan ging auf. “Wir sind total glücklich, dass unsere damalige Idee, Deutschland mit leckeren Reissorten aus aller Welt zu versorgen auf Anhieb auf Anklang gefunden hat”, sagt Reishunger-Macher Mohammad. Inzwischen arbeiten rund 50 Mitarbeiter für Reishunger. In diesem Jahr wollen die Norddeutschen rund 5 Millionen Euro Umsatz einfahren. Ihr Unternehmen haben Buttjer und Mohammad bisher komplett gebootstrappt, also ohne fremdes Kapital aufgebaut.

“Fails konnten wir immer ganz gut ausgleichen”

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Reishunger-Mitgründer Sohrab Mohammad über seine unternehmerische Natur, Prozesse und Rolloutpläne.

Vor knapp fünf Jahren haben wir Reishunger das erste und einzige Mal auf deutsche-startups.de vorgestellt. Damals schrieben wie: “Die Bremer wollen die Genussmenschen im Lande mit ‘den besten Reissorten der Welt versorgen'”. Wie weit sind Sie mit diesem Vorhaben?
Wir sind auf jeden Fall schon ein paar Schritte weiter als vor fünf Jahren. Unser Sortiment, unsere Paketmengen, Mitarbeiterzahlen und Umsätze haben sich in den letzten Jahren sehr schön entwickelt, so dass wir heute auf ein echtes Unternehmen mit knapp 50 Mitarbeitern in Lager und Office schauen. Wir sind total glücklich, dass unsere damalige Idee, Deutschland mit leckeren Reissorten aus aller Welt zu versorgen auf Anhieb auf Anklang gefunden hat.

Wie genau haben sich denn die Paketmengen und Umsätze über die vergangenen Jahre entwickelt?
Wir sind jedes Jahr um die 100 % gewachsen. Dieses Jahr kratzt Reishunger an der 5 Millionen-Marke.

Sie beschäftigen 50 Mitarbeitern – was machen die denn alle bei Reishunger?
Unser Team besteht aus 15 Leuten im Office, die uns bei den Themen Online-Marketing, Service, Bestellabwicklung, Buchhaltung etc. helfen. Und dann haben wir noch 35 fleißige Beschäftigte in unserem Warehouse, die im Zwei-Schichtsystem Reis abfüllen und Pakete packen.

Sie haben Reishunger ohne Investoren aufgebaut. Was dies eine bewusste Entscheidung?
Ja, das war eine bewusste Entscheidung. Wir haben relativ schnell gemerkt, dass einerseits das Konzept und der Markt das Starten und Wachsen ohne Investoren möglich gemacht hat und andererseits das auch viel mehr unserer unternehmerischen Natur entsprach, völlig eigenständig entscheiden und den Wachstum vorgeben zu können.

Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen?
So richtig schief gelaufen ist glücklicherweise nichts. Klar gab es und gibt es immer wieder mal Dinge die nicht funktionieren, wie zum Beispiel Produkte oder Prozesse. Da wir aber immer mit Bedacht an unsere Projekte gegangen sind und einerseits nie das Ziel aber auch nicht die Risiken aus den Augen verloren haben, konnten wir Fails bisher immer ganz gut ausgleichen, so dass sie unser Gesamtkonstrukt nie in Gefahr gebracht haben.

Wo haben Sie alles richtig gemacht?
Ich denke, dass wir mit unserer Strategie, nicht immer alles von Anfang an zu 100 % perfekt zu machen ganz gut gefahren sind. Man kann sich in seinem stillen Kämmerlein nämlich tausend Sachen überlegen, die in der Theorie perfekt sind. Der Markt reagiert dann aber plötzlich ganz anders als man sich das vorgestellt hat. Bei uns war es so, dass wir mit unseren ersten Anläufen unglaublich wertvolles Feedback von Kunden bekommen haben und dadurch unsere Produkte und Prozesse marktgerecht anpassen konnten.

Wie vermitteln Sie diese Strategie an Ihre Mitarbeiter – oder sollen die alles richtig machen?
Diese Aussage war natürlich nur auf unsere Anfangszeit beschränkt. Der Ansatz, auch mal mit Fehlern zu starten, hat uns dabei geholfen, mit unseren begrenzten Mitteln an den Start zu kommen. Inzwischen steht hinter jedem Launch – egal ob Produkt oder Prozess – ein Projekt mit Zielvorgabe, Deadline und Rolloutplan. In der Wachstums- und Reifephase haben wir viel gelernt und konnten unsere Ergebnisse beständig perfektionieren.

Wie ist überhaupt die Idee zu Reishunger entstanden?
Im Sommer 2010 saßen wir an der Uni Mensa vor unseren Tellern und dachten uns: Wieso schmeckt so ein natürliches Lebensmittel wie Reis hier bei uns in Deutschland immer nach Pappe mit Salz? Weil gerade kein Reisbauer in der Nähe war, der uns diese Frage beantworten konnte, machten wir uns selber auf die Suche nach Antworten. Wir entdeckten dutzende Reissorten, die nur eines gemeinsam hatten: Sie schmeckten alle total unpappig! Ansonsten unterschieden sich die Reiskörner komplett in Farbe, Form und Geschmack. Wir fanden echten Basmatireis aus dem indischen Himalaya, roten Reis aus der französischen Camargue, schwarzen Reis aus dem italienischen Piemont und den cremig weißen Sadri Reis aus dem Iran, der als beste Reissorte der Welt gilt.

Reis ist in Deutschland nicht gerade ein Feinschmecker-Thema. Wer ist die Zielgruppe für Reishunger?
Im Grunde alle, die gerne gut und gesund essen – egal ob Reis bisher auf dem Speiseplan stand oder nicht. Wir bekommen immer wieder das Feedback, dass Menschen erst durch Reishunger angefangen haben, Reis zu essen, weil ihnen vorher die Reisvielfalt und auch Qualitätsunterschiede beim Reise gar nicht bewusst war- viele kannten nur den doch eher geschmacklosen Pappreis aus Kantine oder Mensa.

Wo steht Reishunger in einem Jahr?
Wir wollen über Online hinaus weitere Vertriebskanäle für unseren Reis eröffnen und arbeiten zur Zeit mit Partnern an einigen interessanten Projekten, die in den nächsten Monaten ausgerollt werden. Man darf gespannt sein!

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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