Zwischen Palmen und Garagen Silicon Valley: Ein wahres Paradies für Techies

Jedem Gründer ist wohl das Silicon Valley zumindest namentlich bekannt, den meisten fällt sofort Google, Facebook und der riesen 'Apple Donut' ein. Doch nicht nur die Garagen-Start-ups, die heute Milliardenkonzerne sind, sitzen im Silicon Valley, für viele deutsche Gründer wird dieser Standpunkt auch zunehmen attraktiver.
Silicon Valley: Ein wahres Paradies für Techies

Viele Tech-Begeisterte pilgern ins Silicon Valley, ein großer Teil davon sind selbst Gründer. Filme schauen, Produktkataloge wälzen – das wird bei einem elfstündigen Stunden Flug ziemlich schnell langweilig. Wer sich die Business Class nicht leisten kann, muss dann außerdem ziemlich lange ohne WLan auskommen. Dies ist nicht nur unproduktiv, sondern auch eine schlechte USP. Bei einem Flug nach San Jose wurde deswegen erstmals ein Flying Lab – also eine Konferenz im Flugzeug – getestet. So konnte man während der Flugzeit sogar etwas lernen. Die Speaker standen dabei direkt im Gang. Live wurden dann interessante Themen für Gründer besprochen, wie zum Beispiel: “Wie mache ich den perfekten Instagram-Post?”, eine Präsentation dazu gab es zeitgleich auf einem zur Verfügung gestellten Tablet. Wer fragen hatte, konnte einfach zu den Speakern hingehen und nachhaken.

flyingLab4

In San Jose gelandet, konnte keine Rücksicht auf Jetlag genommen werden, zu viele Programmpunkte mussten “abgearbeitet” werden. Wie sich während der Reise – die von Lufthansa und Visit California organisiert wurde – heraus stellte, ist auch dies die generelle Arbeitskultur im Silicon Valley: Work hard, play hard. Ein beeindruckender Besuch war unter anderem das Plug and Play Tech Centre, dessen Portfolio zeigt Firmen wie Paypal, Dropbox oder Zoosk.

PlugandPlay_Portfolio

Sebastian Herzog, Co-Gründer vom Lufthansa Innovation Hub, hatte bereits beim Flying Lab im Flugzeug mitgewirkt und begleitete uns auch während des Besuchs im Plug and Play Headquarter. Er ist regelmäßig im Tech Centre, um Gründer zu treffen, um diese dann auch für den Hub gewinnen zu können. Denn internationale Gründer schreien bei einem europäischen Corporate nicht sofort ‘Hurra': “Auf dem ersten Blick könnte es einem Gründer natürlich egal sein, ob etablierte Unternehmen wie die Lufthansa mit Acceleratoren und/oder Start-ups kooperieren. Für die unmittelbare Gründungsidee mag dies sogar irrelevant sein. Aber auf den zweiten Blick wird schnell klar, dass eine Idee mit Support eines Corporates ein ganz anderes Wachstumspotential entfalten kann. Großkonzerne sitzen meist auf ungehobenen Datenschätzen und haben aufgrund ihres bestehenden Kundenstamms eine gigantische Reichweite. Kurz: Als Gründer ohne Corporate muss ich bei jeder neuen Idee bei Null anfangen. Als Gründer mit einem Corporate kann ich unmittelbar Einfluss auf Millionen von Kunden nehmen und eventuell ganze Industrien mitgestalten”, so erklärt Herzog die Vorteile. An diesem Tag sind drei internationale Travel-Start-ups ins Tech Centre gekommen, um vor Herzog zu pitchen.

Auf dem Weg zurück nach San Jose machten wir einen Zwischenstopp bei der wohl berühmtesten Garage der Welt. Steve Jobs tüftelte hier damals an seinem ersten Apple Computer. Wenig spektakulär, aber ein kurzer Halt lohnt sich dennoch. Passend dazu kann man sich im Computer History Museum dann den ersten Macintosh ansehen. Im Umkreis liegen außerdem Facebook, Apple und Google. Beim HQ von Facebook muss man sich erst mal anstellen, um ein ein Foto des Firmen-Schildes machen zu können, bei Apple hingegen kommt gleich der Sicherheitsdienst. Lediglich bei Google ist alles entspannt und man kann dort sieben Tage die Woche auf dem ‘Spielplatz’ spielen.

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Lohnt es sich als Gründer das Silicon Valley zu besuchen?

Wer als Gründer das Silicon Valley besuchen möchte, sollte sich die Galerie des Plug and Play ansehen, die mit Exits von Firmen wie PayPal oder LendingClub beeindrucken kann. Es fühlt sich an wie eine Start-up-Zeitreise und es ist kaum vorstellbar, dass Peter Thiel ein mal in diesen Räumlichkeiten seine Idee gepitcht hat. Desweiteren bietet die Stadt in Kalifornien noch weitere techaffine Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel das Computer Museum in Mountain View und das Tech Museum im Herzen von San Jose. Wer schwindelfrei ist, für den lohnt sich auch die fast einstündige, kurvige Fahrt in das 1.300 Meter hoch gelegene Lick-Observatorium. Es befindet sich auf dem Gipfel des Mount Hamilton, dort wird man mit einem Ausblick über das gesamte Silicon Valley belohnt, bei klarer Sicht sogar bis nach San Francisco. Man kann also verstehen warum sich hier so viele Gründer einnisten, es ist nicht nur das Wetter oder die Palmen, sondern auch die Mentalität und das vielfältige Angebot für Techies und Start-ups. Der Flurfunk von San Jose flüstert übrigens, dass bald ein Star Wars Museum als Touristenmagnet dazu kommen könnte. Da lohnt es sich dann umso mehr, sich mal rüber zu beamen.

Passend zum Thema: “Viele Wege führen ins Silicon Valley – ein Ausreiseratgeber” und “Bücher über das Silicon Valley, die Startupper lesen sollten

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Foto Teaser: from Shutterstock; Foto Text: FlyingLab Lufthansa – Oliver Rösler

Conny Nolzen, geboren 1989, arbeitet seit September 2015 als Volontärin bei deutsche-startups.de. Die Hamburgerin konnte bereits, neben ihrer Tätigkeit als Pferdewirtin, verschiedene Start-ups mit kreativen Ideen unterstützen. Ihr besonderes Interesse galt hierbei den Gründerinnen der Szene. Erste journalistische Erfahrungen sammelte sie in der Nachrichtenredaktion eines Hamburger Radiosenders. Mit Conny kam auch der erste Bürohund zu ds - welcher (meistens) auf den Namen Emil hört.

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