Entlassungen Goodgame Studios: Hunderte Mitarbeiter müssen gehen

In den vergangenen Jahren investierte Goodgame Studios masssiv in neue Spiele. "Bisher konnte aber noch keine Neuentwicklung an den Erfolg der Bestandstitel anknüpfen", gibt das erfolgsverwöhnte Unternehmen nun zu. Die Folge: Einige hunderte Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen.
Goodgame Studios: Hunderte Mitarbeiter müssen gehen

Die Spieleschmiede Goodgame Studios gehört zu den Hamburger Start-ups, die so richtig viele Mitarbeiter beschäftigen. Auf der Firmenwebsite heißt es stolz: “Mit über 1.100 Mitarbeitern aus über 60 Nationen sind wir Deutschlands größtes Spieleunternehmen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die weltweit führende Spielefirma werden”. Diese Spielewelt hat zuletzt aber nicht mehr so funktioniert, wie sich die Goodgame-Macher dieses vorgestellt haben. Nun will sich das Unternehmen “verstärkt auf sein sehr profitables Kerngeschäft, Strategiespiele für die Plattformen Mobile und Browser, konzentrieren”. Der Grund für diese Maßnahmen ist simpel: Zuletzt konnte “keine Neuentwicklung an den Erfolg der Bestandstitel anknüpfen”.

Diese “Fokussierung auf Kernkompetenzen” kostet unzählige Mitarbeiter den Job. “Die Notwendigkeit für betriebsbedingte Kündigungen richtet sich nach der Akzeptanz des freiwilligen Abfindungsprogramms. Der Umfang der Kündigungen wird voraussichtlich in einem unteren dreistelligen Bereich liegen”. Unter anderem gibt das Unternehmen die Produktion von Casual- und PC-Client-Spielen auf. Zuletzt wirkten rund 1000 Mitarbeiter bei Goodgame. Die schlechten Nachrichten wurde laut “Hamburger Morgenpost” am Donnerstag in einem aus heiterem Himmel einberufenen Company-Meeting verkündet.

Goodgame Studios ging 2009 an den Start. Mit einem Sparkassenkredit über 500.000 Euro legten die Goodgame-Macher Christian und Kai Wawrzinek damals los. Später investierten die Samwer-Brüder mit ihrem European Founders Fund 3,3 Millionen Euro in das Unternehmen. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 202,09 Millionen Euro. Ende des vergangenen Jahres bekam die zuvor heile Goodgame-Welt erste Risse. Damals setzte das Unternehmen wohl rund 40 Mitarbeiter vor die Tür. Darunter Mitarbeiter, die sich aktiv mit der Gründung eines Betriebsrats befasst haben.

Diesen Betriebsrat könnten die Mitarbeiter nun vermutlich gut gebrauchen. Stattdessen entstand bei Goodgame damals eine eigene Mitarbeitervertretung. “In den Verhandlungen zum Sozialplan war unser Ziel, allen Mitarbeitern einen möglichst hohen Grad an Entscheidungsfreiheit zu ermöglichen und zusätzlich für eine gute finanzielle Absicherung zu sorgen. Nach sachlichen und harten Verhandlungen ist das Ergebnis nun ein Paket, das diese beiden Punkte vereint und damit den Bedürfnissen unserer vielfältigen Belegschaft gerecht werden sollte”, sagt Alexander Brüne, Sprecher des Goodgame Studios Employee Committee.

Hausbesuch bei Goodgame Studios

deutsche-startups.de durfte sich 2011 einmal bei der Gamesfirma Goodgame Studios umsehen. Herausgekommen sind etliche Fotos des Hamburger Domizil im “Westend Village”. Alle Eindrücke in unserer Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.