Offline! Food-Dämmerung: KommtEssen stellt den Betrieb ein

KommtEssen stellt den Betrieb ein. Das Aus ist überraschend, hatte KommtEssen-Macherin Lisa Rentrop doch immer wieder betont, das ihre Unternehmung wirtschaftlich erfolgreich unterwegs sei. Ursprünglich stammt das KommtEssen-Konzept aus Schweden.
Food-Dämmerung: KommtEssen stellt den Betrieb ein

Der Hamburger Rezept- und Lebensmitteldienst KommtEssen, ein Ableger von Middagsfrid, wird eingestellt. Die Newsletter-Abonnenten erfuhren es zuerst – berichtet Internet World Business: “KommtEssen sagt Tschüss! Unsere letzte Lieferung wird Ende November erfolgen”, heißt es in dem Mailing. Seine enttäuschten Kunden verweist das Unternehmen dem Bericht zufolge an den Wettbewerber Marley Spoon, der gerade erst den österreichischen Anbieter KochAbo übernommen hat. Das Aus ist überraschend, hatte KommtEssen-Macherin Lisa Rentrop doch immer wieder betont, das ihre Unternehmung wirtschaftlich erfolgreich unterwegs sei.

Auf der Website oder bei Facebook verschweigt das Unternehmen seine Abwicklung noch. Eine Nutzerin schriebt aber: “Ich habe gerade eure Mail gelesen und bin wirklich traurig! Ihr habt mir so manche Woche gerettet und ich werde euch vermissen. Tschüss und alles Gute!”. Ein weiterer Kommentar lautet: “Oh nein! Ihr dürft nicht aufhören! Bitte nicht. Mit Abstand seid ihr die leckerste, die abwechslungsreichste und die beste Box! Ohne euch stellt sich wieder die deprimierende Frage ohne befriedigende Antwort: Was sollen wir heute essen? Ohne euch kehrt wieder die trostlose Nudel in der Tomatensoße auf den Plan. Ohne euch geht die Vorfreude auf den Dienstag verloren. Macht wieder weiter. Wir brauchen Kommt Essen!!!”

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Ursprünglich stammt das KommtEssen-Konzept aus Schweden, wo Middagsfrid – gegründet von Kicki Theander – schon seit 2007 für das friedliche Familienzusammensein sorgt (Middagsfrid = “Abendessenfrieden”). In Deutschland führte Lisa Rentrop, ebenfalls mit skandinavischen Wurzeln, jahrelang die Geschäfte – siehe “Familien-Kochservice: Mit KommtEssen herrscht Frieden am Essenstisch“.

Neben KommtEssen kündigte kürzlich auch Kochzauber an, dass man den Laden abschließe – nun rettete Lidl das Unternehmen aber vor dem Untergang – siehe “Lidl stellt bei Kochzauber den Herd wieder an“. Das leuchtende Beispiel im Segment der Rezept- und Lebensmitteldienste bleibt damit weiter HelloFresh. Das Start-up, das im gesamten vergangenen Jahr 69,6 Millionen Euro erwirtschaftete, machte im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Umsatz in Höhe von 112,5 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (22,2 Millionen Euro) legte der HelloFresh-Umsatz somit um 408 % zu. Der Börsengang des Unternehmens platze dennoch – “HelloFresh sorgt für miese Stimmung in Hause Rocket“.

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Foto: Food from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.