15 Fragen an Roland Rust von Sclable “Zunächst war Sclable ein Werkzeugkasten für den Eigenbedarf”

Jeden Freitag beantwortet ein Gründer oder eine Gründerin unseren standardisierten Fragebogen. Der Fragenkatalog lebt von der Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Fragen, die alle Gründerinnen und Gründer beantworten müssen – diesmal antwortet Roland Rust von Sclable.
“Zunächst war Sclable ein Werkzeugkasten für den Eigenbedarf”

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Selbstbestimmt arbeiten ist das worum es geht. Das tun, was einen begeistert. Natürlich nicht nur ausschließlich. Zugegebenermaßen habe ich aber bis auf einige Studenten-Ferialjobs keinen Vergleich, da ich seit 1999 selbständig bin.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Im Fall von Sclable hat es sich aus speziellen Umständen heraus ergeben: Als Entwickler von Business Applikationen haben wir versucht, uns das Leben leichter zu machen. Zunächst war Sclable also ein Werkzeugkasten für den Eigenbedarf. Mehr daraus zu machen war dann irgendwann einfach logisch.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Wir sind selbstfinanziert gestartet, das heißt, wir haben immer schon Kunden beliefert. Erst unlängst haben wir eine Finanzierungsrunde gemacht.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Ein komplexes Produkt simpel aussehen zu lassen. Die Hemmschwelle von Großunternehmen, ein Start-up als Lieferanten zuzulassen. Die Schwierigkeiten hoch qualifizierte Mitarbeiter zu finden (da hatten wir allerdings Glück).

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Wir haben schon vieles anders gemacht als bei einer Reihe an vorangegangenen Gründungen die wir in Bereichen wie Gaming oder Fashion miterlebt oder mitgetragen haben. Gute Tipps sind hier verfänglich, weil jedes Start-up anders ist. Vermutlich ist es auch nur dann erfolgreich, wenn es nicht einfach ein Erfolgsrezept kopiert.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Egal wie gut es uns gelingt, Sclable simpel aussehen zu lassen, letztlich müssen wir die Nutzer der Plattform und deren Kunden überzeugen. Aktuell liegt uns daher alles rund um das Thema Partnering am Herzen.

Welche Person hat sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Familie.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Am besten tut man es der Sache wegen. Wenn es die Sache wert ist, findet man immer Motivation, die Herausforderungen anzunehmen. Alles andere, das man sich von einer eigenen Firma versprechen mag, ist nicht immer da. Und mitunter auch zu wenig greifbar, um sich darauf freuen zu können.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Da kann ich nur für Österreich sprechen: Offeneres und zeitgemäßeres Agieren seitens der staatlichen Institutionen. Zum Beispiel gibt es in Berlin alleine über 60 Accelerator Programme, in Österreich 0.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Eine andere Firma gründen oder selbständig arbeiten.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
SoundCloud

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
1974, da bin ich geboren. Wäre spannend herauszufinden, ob ich einen Einfluss darauf haben könnte wie das Heute aussieht, wenn ich mit dem Wissen von heute als Erwachsener dort einsteigen könnte.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Sofort in Sclable investieren.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit meiner Familie. In der Natur.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Donald. E. Knuth

Im Fokus: Weitere Fragebögen in unserem großen Themenschwerpunkt 15 Fragen an

Zur Person:
Roland Rust ist Mitgründer des österreichischen Start-ups Sclable und für den Aufbau und die Betreuung der Sclable-Developer-Gemeinde verantwortlich. Er studierte Bildhauerei an der Universität für Bildende Kunst in Wien. Als Unternehmens- und IT-Berater setzte Rust bis 2007 vor allem für NGOs Unternehmenslösungen um. Danach war er bis zur Gründung von Sclable 2012 hauptsächlich Mit-Entwickler von Risiko-Management-Software im Auftrag der UniCredit Bank Austria. Die Sclable Plattform ermöglicht es im laufenden Betrieb, Business Applikationen gleichzeitig und in Wechselwirkung zu entwickeln und zu testen. Ziel ist es, das Fachbereiche und IT rasch und unabhängig agieren können.

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Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.