Abschied und Neuanfang SessionLine ist tot, es lebe Heute in Hamburg

SessionLine ist Geschichte. Das Konzept von Freizeitunternehmungen ging leider nicht auf. Doch die SessionLine-Macher sind damit nicht am Ende ihrer Unternehmerschaft. Stattdessen haben setzen sie nun auf Heute in Hamburg, ein Zufallsprodukt, das aus einer Kampagne entstanden ist.
SessionLine ist tot, es lebe Heute in Hamburg

Das Hamburger Start-up SessionLine wollte “die Anlaufstelle für gemeinsame Unternehmungen werden”. “Mit SessionLine stellen wir eine kostenlose Plattform zur Verfügung, auf der sich Hamburgerinnen und Hamburger zu gemeinsamen Freizeitunternehmungen in Sessions verabreden können. Durch Sessions soll jeder die Möglichkeit haben, Gleichgesinnte in der Umgebung über den eigenen Freundeskreis hinaus zu gemeinsamen Aktivitäten einladen zu können”, erklärte Gründer Jan Becker im Sommer des vergangenen Jahres das Konzept von SessionLine.

Das Konzept ging leider nicht auf. Seit Ende April ist SessionLine Geschichte. “Im Endeffekt haben wir gelernt, dass man ohne große Werbebudgets kein erklärungsbedürftiges Produkt groß rausbringen kann. Der Name SessionLine war nicht selbsterklärend genug und man musste immer eine Story drumherum stricken. Weder Nutzer noch Presse hatten es leicht, unser Vorhaben zu verstehen”, heißt es zum Ende der Plattform. Doch die SessionLine-Macher sind damit nicht am Ende ihrer Unternehmerschaft. Stattdessen haben setzen sie nun auf Heute in Hamburg, ein Zufallsprodukt, das aus einer Kampagne für das alte Projekt entstanden ist.

ds-heuteinhamburg

“Schon nach zweieinhalb Wochen hatten wir über 10.000 Fans auf Facebook. Was wir gemacht haben? Jeden Tag einen Tipp gegeben, was man heute in Hamburg machen könnte. Haben wir Werbung auf Facebook geschaltet? Ja, sagenhafte 50€ haben wir insgesamt hier und da eingesetzt”, schreiben die Hanseaten. “Man darf nicht die Inhalte bewerben, die von selbst schon nicht gut laufen, sondern muss sich auf die Inhalte konzentieren, die ohne Budget schon für eine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit sorgen. Dazu muss man im Fall von Heute in Hamburg noch sagen, dass der Name alles erklärt. Man weiß sofort worum es geht und was man bekommen wird”, schreibt Mitgründer Patrick Henke. Alles in allem: Change Management in Reinform. Nun blicken die Hamburger gespannt in die Zukunft: “Eines können wir aber mit Sicherheit sagen: Wir würden wieder gründen und es gibt nichts Wichtigeres, als sich seine Fehler bewusst zu machen und aus ihnen zu lernen”. Stimmt! Und manchmal steht am Ende ein besseres Produkt.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Viel Erfolg beim nächsten Anlauf. Ihr schafft das!

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