Gastbeitrag von Dorian Hildebrandt In 5 Schritten zum perfekten Early-Start-up-Team

Das Startup-Team auszubauen ist oft eine Budgetfrage, denn ein hohes Qualifizierungslevel ist meist mit Kosten verbunden. Wenn man noch nicht über Kapital verfügt sollte man sich zumindest einen Überblick verschaffen, wer passen würde und wen man anrufen würde, wenn Mittel verfügbar wären.
In 5 Schritten zum perfekten Early-Start-up-Team

Die Idee steht, der Business-Plan ist geschrieben und zur Umsetzung des Startup-Projekts fehlt nur noch das perfekte Team, um das Wachstum von Idee und Vision voranzubringen. Auch wenn gerade in Startups dauerhafter Zeitmangel besteht: Recruiting lässt sich nicht nebenbei machen, wenn man geeignete und qualifizierte Talente sucht. Gründer müssen sich die Zeit nehmen, das richtige Team zusammen zu bringen, um ohne Umwege in die Zielgerade „Startup-Erfolg“ einzulaufen:

Skills festlegen
Meist warten Gründer viel zu lange mit der Frage, wen man eigentlich im Team bräuchte. Dann kommt plötzlich der große Sprint und so schnell wie möglich, am besten jetzt sofort, sollen zusätzliche Teammitglieder eingestellt werden. Aus Zeitgründen greifen Gründer dabei oft auf jemanden zurück, den sie schon kennen oder den sie sympathisch finden. Skills sind dann erstmal Nebensache. Ein weiterer großer Fehler im Recruiting-Prozess von Startups: Die Arbeit wird der Expertise des neuen Mitarbeiters angepasst, nicht anders herum. Natürlich haben Mitarbeiter gerade in Startups häufig mehrere Hüte auf und kümmern sich um die verschiedensten Aufgaben. Doch anstatt spontan einfach Allrounder einzustellen ist es besser, erst einmal einen Schritt zurück zu treten und zu definieren, welche Skills man genau bräuchte, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Aus der Masse herausstechen
Der nächste Schritt ist für die meisten jungen Unternehmen ein Sprung ins kalte Wasser: sich auf dem Stellenmarkt präsentieren. Denn natürlich möchte jeder die besten Talente für sich gewinnen. Keine leichte Aufgabe, denn in der Startup-Landschaft ist man einer von vielen. Gerade Startups müssen sich genau deshalb überlegen, was sie potentiellen Bewerbern bieten können. Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung sollten sie zum Beispiel im „About Us“ und im Career-Bereich auf der Webseite detailliert ausführen. Dazu formt eine klare Definition der Mission und Vision die Unternehmenskultur des Startups, die jeder für sich individuell festlegen muss. Sie bestimmt die Arbeitsweise und Zusammenarbeit von der Gründung an und ist nicht nur beim Einstellungsprozess wichtig – mit einer klaren Mission-Vision fällt es nicht nur leichter, die richtigen Leute auszuwählen, sondern die smarten Köpfe auch langfristig zu halten.

Proaktiv werden
Nun weiß man wie man sich präsentiert, aber nicht wo. Am liebsten möchte man auf allen Partys gleichzeitig tanzen und auf Xing, LinkedIn, via Social Media mit Hashtags à la #berlinstartupjob, auf Startup-Veranstaltungen oder -Konferenzen recruiten. Eine sehr zeitaufwändige Methode, die oftmals in einer passiven und generischen Stellenausschreibung auf den typischen Jobportalen mündet. Proaktives Recruiten ist das Stichwort, denn viele Gründer übersehen, dass jeder ein eigenes zumindest kleines aber feines Netzwerk vorweisen und zum Beispiel den Finanzberater oder den beratenden Anwalt fragen kann, ob jemand jemanden kennt, der die richtigen Skills mitbringt und passen würde.

Überzeugungskraft einsetzen
Der Interviewtermin steht und jetzt heißt es einen Gang höher zu schalten. Nicht nur die Antworten der Bewerber sind ausschlaggebend, sondern auch die Fähigkeit des Interviewers, dem Bewerber genau zuhören zu können, was er sich von seiner neuen Position wünscht und erwartet. Der Generation Y ist nicht mehr einfach nur die Arbeit an sich wichtig, sondern der Sinn dahinter. Deshalb sind bei ihnen insbesondere Startups beliebt, da sie ihren Mitarbeitern interessante Vorteile wie Home Office, flexible Arbeitszeiten, Team-Events, oder sogar eine kürzere Pendelzeit bieten. Doch schon im Vorstellungsgespräch aufzuzeigen, wie jeder einzelne Mitarbeiter im Unternehmen wachsen und sich persönlich weiter entwickeln kann, ist also das A und O und viel wertvoller als jedes coole Benefit.

Entrepreneure einstellen
Es geht nicht nur darum, jemanden einzustellen, der die bestehenden Herausforderungen meistert, sondern der auch Probleme löst, bevor sie überhaupt auftreten. Er sieht das große Ganze und bringt Leidenschaft mit und behandelt das Business als wäre es sein eigenes. So sind Teammitglieder nicht einfach nur Mitarbeiter sondern Mitunternehmer, die dem Startup helfen, innovativ und dynamisch zu wachsen und nicht einfach nur die Anforderungen aus der Stellenbeschreibung abarbeiten. So baut man sein Team aus Talenten langfristig gerichtet auf.

Das Startup-Team frühzeitig auszubauen ist für viele oft eine Budgetfrage, denn ein hohes Qualifizierungslevel ist meist mit hohen Kosten verbunden. Wenn man noch nicht über genügend Kapital verfügt, die perfekte Besetzung einzustellen, sollte man sich zumindest einen Überblick darüber verschaffen, wer passen würde und wen man direkt anrufen würde, wenn die entsprechenden Mittel verfügbar wären. Das richtige Team sollte nicht an den Finanzen scheitern. Gerade Startups können mit mehr als nur mit Kapital locken und überzeugen durch ihre smarte Idee, Mission, Vision und stellen für viele junge Talente eine spannende Chance dar, in die es sich lohnt Arbeit und Zeit zu investieren.

Passend zum Thema: “Lieber solo gründen? Drei Mythen rund um Teams“,”4 Dinge, die Manager Ihrem Team bieten müssen” und “Mit dem richtigen Team zum Erfolg“.

Zur Person
Dorian Hildebrandt ist Gründer und Geschäftsführer von Tageau. Hildebrandt kennt die Hürden und Tücken im Gründungsprozess. Mit der Startup-Community Tageau schafft er eine Plattform, auf der Gründer ihre Ideen vor passenden Experten und Talenten pitchen können, die sich dann als Mitunternehmer mit ihrem Know-how an der Umsetzung beteiligen. Hildebrandts Vision ist es, den Gründungsprozess einfacher zu machen, unabhängig davon, wieviel Startkapital vorliegt.

Foto: People Working with Photo Illustrations of Startup Business from Shutterstock



  1. Timo Scherer

    Im Umkehrschluss ist die Sympathie nicht unerheblich. Wer möchte jeden Tag mit einem Unsympath arbeiten? Zum Thema “Entrepreneure”: gibt es heute noch jemanden, der sich nicht als Entrepreneur bezeichnet? Kaum, wenn ich mir z. B. Xing oder LI-Profile durchlese. Entrepreneur war innerhalb kürzester Zeit so abgedroschen, dass der Begriff nichts mehr taugt. Es gibt Millionen davon. Im Wesentlichen sind es Talent, Wissen und – Sympathie! Erst danach entscheidet sich, wer zum wirklichen Entrepreneur wird!



  2. Rolf

    Entscheidend für eine gute Zusammenarbeit ist doch, wie gut sie noch ist, wenn es mal nicht so läuft oder unterschiedliche Meinungen gibt. Das kann man leider aber nur sehr schwer vorher wissen.

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