IPO 2015 geplant Delivery Hero holt sich weitere 350 Millionen Dollar

Groß, größer, Delivery Hero. Das Berliner Start-up holt sich weitere 350 Millionen Dollar - von den bisherigen Geldgebern und Vostok Nafta. Bisher flossen mehr als 285 Millionen Dollar in die Firma, die gerade Pizza.de übernommen hat. Die neue Runde ist somit eine Ansage. Ein IPO scheint da unausweichlich.
Delivery Hero holt sich weitere 350 Millionen Dollar

Jetzt wird es richtig groß: Das Berliner Start-up Delivery Hero, das gerade erst Pizza.de vernascht hat, sammelt üppige 350 Millionen Dollar ein. “Ein großer Teil davon stammt von bisherigen Geldgebern, neu dabei ist der schwedische Investor Vostok Nafta”, sagte Niklas Östberg, Chef des Internetunternehmens, gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bilanz. Dies ist aber nicht nur üppig, sondern auch eine der größten Finanzierungsrunden der vergangenen Jahre, die inzwischen vom Unternehmen auch bestätigt wurde.

Erst im April hatte das Unternehmen, das in Deutschland als Liferheld unterwegs ist, 85 Millionen US-Dollar eingesammelt. Insgesamt flossen bisher mehr als 635 Millionen Dollar in das Start-up. Zu den Investoren der ambitionierten Firma gehören unter anderem Insight Venture Partners, Kite Ventures, ru-Net, Tengelmann Ventures, Holtzbrinck Ventures, Point Nine Capital, Kreos Capital, Phenomen Venture und Team Europe. Langfristig soll und muss das Unternehmen nun an die Börse gehen. 2015 soll Delivery Hero – wie bereits berichtet – börsenreif sein.

Östberg bestätigt dies noch einmal gegenüber Bilanz. “Wir wollen sicherstellen, dass wir Anfang oder Mitte 2015 an die Börse gehen können. Vorausgesetzt, dass wir darin dann einen Vorteil für das Unternehmen sehen. Wenn wir an die Börse gehen, werden wir das wohl in den USA tun”, sagt er. Gewinne erwirtschaft das junge Unternehmen selbstverständlich noch keine. “Der Wert, den wir unseren Investoren bieten, liegt in der Zukunft”, sagte Östberg er dem Wirtschaftsblatt. Im laufenden Geschäftsjahr erwarte das Unternehmen erneut einen Verlust. “Aber ich denke, die Gewinne werden 2015 zurückkommen.” Vermutlich wird ein Börsengang sonst auch schwierig – wobei sich dem Unternehmen aber ohnehin ein Börsengang in den USA vorschwebt.

Östbergs Ziel ist weiter klar formuliert: “Unsere jährliche Wachstumsrate von 100 % macht uns zuversichtlich auf gutem Weg zu sein, um für Menschen aus aller Welt die erste Adresse für Essenbestellungen zu werden”. Man darf gespannt sein, was Wettbewerber Just-Eat, der bei seinem Börsengang 168 Millionen Dollar einsammelte, dieser Ankündigung entgegensetzen kann.

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Foto: pizza with bacon, salami and vegetables from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.