Neues Spielgeld Delivery Hero sammelt 85 Millionen US-Dollar ein

Delivery Hero sammelt weitere imposante 85 Millionen US-Dollar ein. Damit flossen bisher 285 Millionen Dollar in das junge Unternehmen. Das Start-up will dem neuen Kapital vorrangig ins Wachstum "in seinen Schlüsselmärkten investieren, mit Fokus auf seine deutsche Marke Lieferheld".
Delivery Hero sammelt 85 Millionen US-Dollar ein

Im Lieferdienstsegment geht es weiter medial zu Sache: Kurz nach der Übernahme/Fusion von Takeaway und Lieferando, der der 103 Millionen als weiteres Spielgeld in den Raum geworfen wurden, verkündet Delivery Hero eine Serie-F-Finanzierungsrunde über 85 Millionen US-Dollar (momentan rund 61 Millionen Euro). “Die Finanzierungsrunde wurde von einem großen Investmentfonds geführt, der sechs Milliarden Dollar verwaltet”, teilt das Unternehmen mit. Insgesamt sammelte Delivery Hero betragen nun mehr 285 Millionen US-Dollar ein.

“Wir haben nach einem Investor Ausschau gehalten, der eine langfristige Vision für den Markt hat, und gleichzeitig die finanziellen Möglichkeiten mitbringt, bei Bedarf auch weiteres Kapital einzusetzen. Wir schätzen uns glücklich, einen solchen Investor gefunden zu haben”, sagt Niklas Östberg, Chef von Delivery Hero. Wer der potente Geldgeber ist, verrät der Wahl-Berliner aber leider nicht. tech.eu spekuliert, dass der Geldgeber Tiger Global ist. Zitat: “The name of the latest investor wasn’t disclosed, but we’ll wager a bet and say that it’s”. Das Beteiligungsunternehmen Tiger Global ist in Deutschland unter anderem bei Hitmeister an Bord. Gründerszene nennt den New Yorker Hedgefonds Luxor Capital Group als Investor bei Delivery Hero.

Die Ansage von Delivery Hero, dass man das neuen Kapital vorrangig ins Wachstum “in seinen Schlüsselmärkten investieren” wolle, mit Fokus auf die deutsche Marke Lieferheld, ist ganz klar eine Kampfansage an die Konkurrenten im Lande. Deutlich wird dies auch in der Überschrift der Presseaussendung. Dort heißt es: “Delivery Hero will mit neuem 85 $ Millionen-Investment Marktführerschaft in Deutschland verteidigen”. Gelingen soll dies unter anderem mit einer millionenschweren Marketingoffensive. Schon jetzt setzt das Unternehmen beispielsweise auf TV-Werbung – siehe “Lieferheld drängt mit millionenschwerer TV-Kampagne ins Weltall“. Die nächste Stufe in diesem teuren Unterfangen ist ein “dauerhafter 25 %-Rabatt auf ausgewählte Restaurants”. Wie der Tagesspiegel zudem schreibt “wird das Unternehmen in Kürze auch einen umfangreichen Media-Deal mit ProSiebenSat.1 bekannt geben – und in der Folge massiv auf den Kanälen der Sendergruppe für sich werben”.

Bis zum Schluss war offenbar auch Delivery Hero zuletzt im Rennen um eine Übernahme von Lieferando. Der hohe Preis sagte den Berlinern aber ganz offensichtlich nicht zu. Zudem soll Lieferando-Geldgeber Macquarie mit dem Angebot von Delivery Hero nicht zufrieden gewesen sein. Stattdessen folgt nun eine üppige Kapitalspritze – im Segment der Lieferdienstvermittler gönnt weiter keiner dem anderen zu viel Aufmerksamkeit. Delivery Hero ist in 14 Ländern aktiv – darunter Deutschland, Großbritannien, Schweden, Südkorea, China und Indien. Knapp 700 Mitarbeiter arbeiten für die Jungfirma. Langfristig soll das Unternehmen an die Börse gehen. Schon 2015 soll Delivery Hero börsenreif sein. Zu den Investoren der ambitionierten Firma gehören unter anderem Insight Venture Partners, Kite Ventures, ru-Net, Tengelmann Ventures, Holtzbrinck Ventures, Point Nine Capital, Kreos Capital, Phenomen Venture und Team Europe.

Zum Vergleich ein kurzer Blick auf den internationalen Wettbewerber Just-Eat, der in Deutschland nicht aktiv ist. Das Unternehmen sammelte bei seinem Börsengang zuletzt 168 Millionen Dollar ein. Zuvor flossen rund 100 Millionen Dollar in das Unternehmen – von Investoren wie Index invested, Redpoint und Greylock.

Hausbesuch bei Lieferheld

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Bereits Anfang November 2011 durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer Fotogalerie.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

Foto: pizza with bacon, salami and vegetables from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.