Weiße Flecken Länder, um die Rocket Internet (bisher) einen Bogen macht

Die Schlüsselregionen von Rocket Internet sind Europa, Russland, Asien und die Pazifikregion, Lateinamerika sowie Afrika und der Nahe Osten. Bei 100 Ländern ist Rocket somit noch nicht in allen Regionen flächendeckend vertreten. Ein Blick auf die weißen Flecken von Rocket Internet.
Länder, um die Rocket Internet (bisher) einen Bogen macht

Der Berliner Über-Inkubator Rocket Internet (der bald an die Börse geht) rühmt sich, in über 100 Ländern der Welt aktiv zu sein. Was eine echte Leistung ist, immerhin zählen die Vereinten Nationen beispielsweise gerade einmal 193 Staaten. Bei insgesamt 100 Ländern, in denen es Ableger gibt, ist Rocket Internet somit weltweit zwar massiv vertreten, aber halt noch nicht in allen Regionen flächendeckend. Es gibt somit weiße Flecken bzw. graue Flecken (siehe unten) auf der Landkarte von Oliver Samwer. Somit ist weltweit noch Platz, um zu expandieren und die weitere Ländern mit Konzepten aus den Segmenten E-Commerce, Marktplätze und Online-Finance zu füllen.

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Die fünf Schlüsselregionen der samwerschen Firmenschmiede sind Europa, Russland, Asien und die Pazifikregion, Lateinamerika sowie Afrika und der Nahe Osten. Komplett ausgenommen sind die USA und China, welche in keinster Weise zu den Schlüsselregionen von Rocket Internet gehören. Diese Märkte genießen laut Rocket-Macher Oliver Samwer “einfach zu viel Aufmerksamkeit”. Wobei dies nicht bedeutet, dass alle Rocket Start-ups um die USA einen Bogen machen müssen. Glossybox und HelloFresh sind in den Vereinigten Staaten recht erfolgreich unterwegs. Die Türkei wiederum ist offiziell (laut Präsentation) zwar Samwerland; im Grunde hat der Inkubator die Türkei aber bereits 2012 abgeschrieben. Damals vermutlich die richtige Entscheidung, heute ist die Türkei vermutlich wieder einen Blick wert. Momentan ist Rocket Internet in der Türkei “nur” mit Start-ups wie Clickbus, eDarling, Paymill und Wimdu vertreten. Damit ist die Türkei in Sachen Rocket Internet Entwicklungsland (gerade in Sachen E-Commerce).

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In Europa lässt der Inkubator beispielsweise viele Länder des Balkans links liegen – darunter Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien (nur Paymill bedient den Markt), Mazedonien, Moldawien und Weißrussland. In Afrika sind unter anderem Libyen, Namibia, Botswana, Somalia, Niger, Mali (in allen Ländern ist nur Jovago vor Ort) und Tschad bisher nicht Bestandteil der Samwerwelt. Wobei in Afrika viele Ländern in der Tat nur durch einzelne Rocket-Projekte abgedeckt werden – wie durch die Hotelplattform Jovago. Ein Hotel in Somalia findet man trotzdem nicht. In Südamerika sind Bolivien, Ecuador (nur Easytaxi ist vor Ort), Paraguay weiße Flecken auf der Rocketkarte. In Mittelamerika bleibt der Inkubator Länder wie Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Kuba fern. Im nahen Osten gehören Syrien, Irak und Iran nicht zum Portfolio. Und auch aus Afghanistan, Bhutan, und Mongolei und Papua Neuguinea sind keine Samweraktivitäten zu vermelden. Bisher!

Bei einigen Ländern dürfte klar sein, warum diese noch weiße Flecken auf der Weltkarte von Rocket Internet sind – in Krisenregionen lässt sich nur schwer ein Geschäft aufbauen. Und Geld verdienen wollen und müssen die Rocket-Macher – und zwar massiv. Passend zu Thema: “Strictly Confidential – Was alle schon immer über Rocket Internet wissen wollten“.

Foto: World map technology-style from Shutterstock

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.