Hipaway reist nicht mehr – Hotelvermittler geht offline

“Der Hotelmarkt ist nicht so trivial wie er auf den ersten Moment erscheint”, sagte Adrian Graf, Gründer der Hotelbuchungsplattform Hipaway (www.hipaway.com) im Frühjahr dieses Jahres. Er sollte damit recht behalten! Wer die Plattform […]
Hipaway reist nicht mehr – Hotelvermittler geht offline

“Der Hotelmarkt ist nicht so trivial wie er auf den ersten Moment erscheint”, sagte Adrian Graf, Gründer der Hotelbuchungsplattform Hipaway (www.hipaway.com) im Frühjahr dieses Jahres. Er sollte damit recht behalten! Wer die Plattform nun ansteuert, bekommt den Satz zu lesen: “Sehr geehrte Kunden und Partner, leider ist es uns zur Zeit nicht möglich den Service Hipaway.com weiter anzubieten”.

Hipaway versuchte mit einem ungewöhnlichen, mutigem Konzept im Reisemarkt zu reüssieren: Auf der Online-Plattform konnten Gäste Hotelzimmer zu Sonderpreisen buchen. Der Clou: Den Namen des gebuchten Hotels erfuhren die Nutzer erst nach der Buchung. “Hipaway verkauft Überkapazitäten in der Hotellerie. Ganz nach dem Motto ‘Ganzes Bett, halber Preis’ können Kunden bei uns Hotelzimmer buchen, die ansonsten leer stehen würden und sparen dabei bis zu 50 Prozent gegenüber anderen Buchungsseiten”, erklärte Gründer Graf Ende des vergangenen Jahres das Konzept von Hipaway. Finanziell unterstützt wurde das Berliner Start-up unter anderem von Kizoo Technology Ventures. Der Kapitageber hielt stattliche 33 % an Hipaway.

“Die Idee zu Hipaway entstand rein generisch. Meine Mitgründer Philipp Hahn und Sven Loth und ich haben uns in der Evaluationsphase mehrere Modelle und Märkte genau angeschaut und anhand verschiedener Kriterien eine Handvoll Modelle ausgewählt, die wir in einem nächsten Schritt intensiver unter die Lupe genommen haben. Die Entscheidung fiel letztendlich auf Opaque Booking. Dabei waren die wichtigsten Faktoren die Marktgröße, schnelle Skalierbarkeit, existenzielle, systematische Probleme innerhalb der Hotelindustrie, Synergien mit dem eigenen Netzwerk und einem bestehenden Proof of Concept”, erklärte Hipaway-Macher Graf Anfang dieses Jahres die Gründungsgeschichte der Hotelbuchungsplattform. Seit Anfang Oktober sind Hahn und Loth nun nicht mehr als Geschäftsführer von Hipaway an Bord. Und auch die rund 35 Mitarbeiter des Hotelvermittlers mussten sich bereits auf die Suche nach neuen Jobs machen. Hipaway wird inzwischen liquidiert. Das kleine Team dürfte es ohnehin schwer gehabt haben, im schwierigen Reisesegment dauerhaft Erfolge zu feiern.

Ausschlaggebend für die Einstellung des Geschäftsbetriebes zum jetzigen Zeitpunkt sei ein schwelender Rechtsstreit mit einem amerikanischen Unternehmen gewesen, das einen recht ähnlichen Namen trage, berichtet Süddeutsche.de zur Abschaltung von Hipaway. Gegenüber deutsche-startups.de verweist Gründer Graf ebenfalls auf diesen Rechtsstreit: “Wir mussten das Angebot deswegen vom Netz nehmen”. Graf will nun erst einmal durchatmen und zeitnah wieder durchstarten – erneut im Reisesegment.

Große Chancen, hohe Risiken

Das Reisesegment bietet weiter große Chancen für Start-ups, aber auch hohe Risiken: Kürzlich wurde bereits das Hamburger Start-up betandsleep, welches zwischen reiselustigen Personen und Hotels der gehobeneren Klasse vermittelte, eingestellt – siehe “Crowdfinanziertes Projekt betandsleep wird abgewickelt“. Passend dazu: “Offline! Start-ups, die 2013 bereits gescheitert sind“.

Im Fokus: Infos über Start-ups, die es nicht mehr gibt, finden Sie in unserem Special Offline

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Dieter

    Ja das kennt man ja, da baut man mühsam ein gut funktionierendes Geschäft mit 35 Mitarbeitern auf und da kommt so ein böser US-Mega-Konzern, der irgendwelche Rechte am Namen in den USA hat und man schließt sofort die ganze Firma.
    Absolut logisch nachvollziehbar, hätte jeder von uns auch so gemacht.



  2. Flo Rida

    35 Mitarbeiter für ein nicht funktionierendes sinnfreies Konzept? Lag dann wohl eher dran das die Gehälter nicht mehr gezahlt werden konnten als einem Markenrechtsstreit oder?

  3. > Und auch die rund 35 Mitarbeiter des Hotelvermittlers mussten sich bereits auf die Suche nach neuen Jobs machen.

    35 Leute? Was haben die den ganzen Tag gemacht?

    Immerhin waren sie aber ein paar Monate weg von HartzIV.



  4. martin

    Ich frage ich auch immer was so viele Mitarbeiter bei manchen Start-ups machen.

    Aber an sich sieht man das immer sehr schön bei den “Hausbesuchen” von DS. Viele nette und teuere Computer, (Oftmals und wenn die Bildschirme fotografiert werden Facebook, andere social Media seiten und Filmstreamingseiten offen). Viele andere nette Dinge, womit man seine Zeit schon rumkriegt.

    Fakt ist – bei vielen solchen Startups kann nichts produktives rauskommen. An sich sind es – und das betrifft nicht nur Hipaway – Luftballons hübsch und aufgeblasen – nur wehe die Nadel der Realität trifft auf den Ballon, dann ist ganz schnell Ende.

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