Reifendirekt.de-Mutter Delticom übernimmt Tirendo – Kaufpreis: 50 Millionen Euro

Der Reifendirekt.de-Betreiber Delticom (www.delti.com) übernimmt den noch jungen Reifen-Shop Tirendo (www.tirendo.com), der in den vergangenen Monaten von der European Media Holding und dem Inkubator Project A vorangetrieben wurde. Mit der Übernahme will Delticom […]
Reifendirekt.de-Mutter Delticom übernimmt Tirendo – Kaufpreis: 50 Millionen Euro

Der Reifendirekt.de-Betreiber Delticom (www.delti.com) übernimmt den noch jungen Reifen-Shop Tirendo (www.tirendo.com), der in den vergangenen Monaten von der European Media Holding und dem Inkubator Project A vorangetrieben wurde. Mit der Übernahme will Delticom seine “Position als europäischer Marktführer ausbauen”. Das Unternehmen legt dafür rund 50 Millionen Euro auf den Tisch. Im Grunde ein erwartbarer Exit.

Delticom ist nach eigenen Angaben “Europas größter Online-Reifenhändler und auch in weiteren, internationalen Märkten aktiv”. Mit “100 Online-Shops in 42 Ländern” ist Delticom somit das Maß aller Dinge im Reifen-Online-Geschäft. Tirendo ging erst im Frühjahr des vergangenen Jahres an den Start. Zuletzt war das Start-up unter anderem in Deutschland, Österreich, Frankreich, Polen, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Schweden unterwegs. Vor allem Werbe-Frontmann Sebastian Vettel dürfte das Start-up gut und schnell nach vorne gebracht haben. Tirendo plant nach Informationen der Berliner Morgenpost in diesem Jahr einen mittleren zweistelligen Millionen-Umsatz zu erwirtschaften. Die beiden Tirendo-Gründer Erik Heinelt und Felix Vögtle bleiben weiterhin als Geschäftsführer des Unternehmens tätig.

Neben der European Media Holding und dem Inkubator Project A waren auch die Verlegerfamilie Jahr (15 %) und SevenVentures (5,5 %), der Venture-Arm der ProSiebenSat.1 Group, an Tirendo beteiligt. Für SevenVentures ist Tirendo der erste Exits aus dem Media-for-Revenue- bzw. Equity-Programm. “Unsere Minderheitsanteile nach so kurzer Zeit für einen einstelligen Millionenbetrag zu veräußern, ist ein großer Erfolg sowohl für Tirendo als auch für uns”, sagt Christian Wegner, Vorstand Digital & Adjacent bei ProSiebenSat.1. Auch künftig wollen ProSiebenSat.1 und Tirendo weiter zusammenarbeiten.

Für den Berliner Inkubator Project A, der direkt rund 24,6 % der Tirendo-Anteile hielt, ist der Tirendo-Verkauf der erste wirklich lohnenswerte und vorzeigbare Exit. Beim Problemkind Kochzauber (www.kochzauber.de) holte der Brutkasten zuletzt die Otto-Tochter myToys.de an Bord, das nicht funktionierende Start-up Amerano (www.amerano.de), ein “Modelabel für Männer”, verkaufte das Unternehmen an “die Familie von Grünberg”. Wobei Tirendo auch nur teilweise ein waschechtes Project A-Start-up ist. Der Brutkasten, der sich selbst als Tirendo-Co-Investor bezeichnet, unterstützte das Start-up in der Anfangsphase extrem in Sachen Marketing und beim operativen Aufbau. Der Verkauf an Delticom lief nach Informationen von deutsche-startups.de nun maßgeblich über die European Media Holding, die zuletzt laut Handelsregister mit 18,4 % an Tirendo beteiligt war, offenbar aber Optionen auf deutlich mehr Anteile besaß. Beraten wurde die die European Media Holding dabei vom Berliner Büro von GP Bullhound. Alles in allem, ein typischer deutscher Exit.

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Foto: Group of new tires for sale at a tire store. selective focus from Shutterstock

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.