Project A verkauft Amerano

Ein Sorgenkind weniger: Der Inkubator Project A Ventures stößt Amerano (www.amerano.de), ein “Modelabel für Männer” ab. In den vergangenen Wochen gab es mehrmals entsprechende Gerüchte über das Start-up, welches von Just Beyer und […]
Project A verkauft Amerano

Ein Sorgenkind weniger: Der Inkubator Project A Ventures stößt Amerano (www.amerano.de), ein “Modelabel für Männer” ab. In den vergangenen Wochen gab es mehrmals entsprechende Gerüchte über das Start-up, welches von Just Beyer und Sebastian Bourmer geführt wurde. Neuer Amerano-Mehrheitseigner ist “die Familie von Grünberg”, die nun “knapp 90% der Anteile” hält. Neuer Geschäftsführer ist Kaspar von Grünberg.

Der neue Mann auf dem Chefsessel von Amerano ist laut Stellungnahme auf der Website “bereits seit Beginn bei dem Unternehmen leitend tätig”. Das Start-up wird nun komplett auf Familienunternehmen getrimmt. Zitat: “Neue Eigentümerin und Mutter der Familie, Julia von Grünberg, wird fortan Kundenservice und Logistik führen”. Im Zuge der Übernahme äußern die neuen Besitzer fundamentale Kritik am bisherigen Konzept von Amerano: “Mit der neuen Struktur soll den Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden nachhaltig zu wachsen. Dieses traditionsbewusste Konzept steht dem kurzlebigen Charakter sog. ‘Start-Ups’ fundamental entgegen. Die Familie ist überzeugt, dass ‘leere’ und nicht gelebte Marken in einer kurzatmigen online-Welt auch für Konsumenten unattraktiv sind”. Nutzer können bei Amerano unter anderem Maßhemden und -anzüge anfertigen lassen. Unterschied zu anderen Anbietern: Amerano setzt auf persönliche Beratung und Vermessung. Dies läuft über sogenannte Stilberater.

Bereits im März hatte Project A-Geschäftsführer Florian Heinemann eine öffentlich eine Bilanz des Inkubators, der von Otto finanziell unterstützt wird, gezogen – siehe “Project A-Macher Heinemann zieht Bilanz: Wine in Black hui, Kochzauber eher pfui“. Amerano blieb damals außen vor. Im Januar des vergangenen Jahres berichtete deutsche-startups.de exklusiv über den Einstieg von Project A beim damaligen Maßhemden-Start-up Amerano. Ende des vergangenen Jahres stieg zudem Heilemann Ventures, das Investment-Vehikel der DailyDeal-Gründer Fabian und Ferry Heilemann, bei Amerano ein. Nun ist das Thema Amerano für die Investoren vorbei. Ein Megaexit sieht aber anders aus.

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* Project A Ventures steigt beim Maßhemden-Start-up Amerano ein

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Großartiges Statement: “Dieses traditionsbewusste Konzept steht dem kurzlebigen Charakter sog. ‘Start-Ups’ fundamental entgegen.” oder “Wir leben immer noch in Wohnungen und fahren immer noch Autos.”
    Sehr gerne würde ich auf deutsche-startups mehr über reale Produkte und Dienstleistungen denn über virtuelle lesen – das hat weniger mit Nostalgie sondern vielmehr mit Werterhalt zu tun. Außerdem inspiriert es mich möglicherweise für unternehmertv.de :)

  2. Die Aussagen der neuen Besitzer sind bezeichnend für die Perspektive, wie HEUTE auf Start-Ups gesehen wird. Ist es nicht die kleinste logische Einheit, wenn sich Leute mit einer visionären Idee vereinen, um daraus ein erfolgreiches Unternehmen zu formen?

    Start Ups sind also per se keine kurzfristig angelegten Unternehmen, sondern vielmehr der erste Schritt eines langen Prozesses hin zu einem gewinnbringenden Unternehmen.

    Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, liebe neue Besitzer, wenn Sie das nächste Mal auf die Pathos-Taste drücken.

  3. Eine sehr idealistische Perspektive, die leider wenig mit der Realität extern-finanzierter Startups zu tun hat, coyanis. Der neue Besitzer weiß schon relativ gut wovon er spricht, denn er hat bei mindestens 2 Startups länger gearbeitet und sicher auch indirekt in Berlin einiges mitbekommen in den letzten Jahren.

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