ChicChickClub geht offline – JustFab übernimmt Überreste

Ende! Aus! Vorbei! Alle Rettungsversuche beim ChicChickClub (www.chicchickclub.de) waren vergebens, das Berliner Start-up aus dem Hause Team Europe wird eingestampft. Für viele sicherlich keine Überraschung. Auf der Website verkündet das Unternehmen dies wie […]
ChicChickClub geht offline – JustFab übernimmt Überreste

Ende! Aus! Vorbei! Alle Rettungsversuche beim ChicChickClub (www.chicchickclub.de) waren vergebens, das Berliner Start-up aus dem Hause Team Europe wird eingestampft. Für viele sicherlich keine Überraschung. Auf der Website verkündet das Unternehmen dies wie folgt: “Der Berliner E-Commerce Shop ChicChickClub stellt Marke und eigenständigen Geschäftsbetrieb ein. Das in 2012 online gegangene Startup, das monatlich persönlich auf den Stil der Kundinnen abgestimmte Schuhkollektionen anbietet, geht in JustFab auf”. Das US-Unternehmen JustFab (www.justfab.com), 2010 gegründet, ging in Deutschland im Sommer des vergangenen Jahres an den Start.

Noch im Dezember startete der letzte Rettungsversuch beim ChicChickClub: Die neue Chefin Ebony Morczinek, früher unter anderem LSG Lufthansa Service, sollte den ChicChickClub vor dem totalen Absturz retten. Schon etliche Monate war das Start-up, das im Herst 2012 25 % seiner Mitarbeiter freistellte, auf der Suche nach einem Geschäftsführer. Mitgründer Nikolaus Meyden verließ den ChicChickClub im vergangenen Jahr, wenige Woche nach dem Start. Viel bewegen konnte Morczinek offenbar nicht mehr. Nun wandert der ChicChickClub – vermutlich zum schmalen Preis – unter die Fittiche von JustFab. “Unsere Stylisten freuen sich auf die ChicChickClub-Kundinnen und ich auf die Zusammenarbeit mit dem ChicChickClub-Team. Für JustFab ist die Investition ein weiterer Schritt, die Marktführerschaft im Bereich Curated Shopping auszubauen”, sagt Gerrit Müller, President Europe bei JustFab. “Wir haben in wenigen Monaten fast 150.000 treue Kundinnen gewonnen. Sie werden jetzt Teil der weltweit fast 10 Millionen Fans zählenden JustFab-Community und profitieren von der enormen Fashionkompetenz,“ sagt ChicChickClub-Abwicklerin Morczinek.

Zu Beginn positioierte sich der ChicChickClub als Abo-Shop rund um das Thema für Schuhe. Zum Monatspreis von 49,95 Euro gab es beim Online-Club Schuhe, Taschen und Accessoires. Später wandelte sich der ChicChickClub in Sachen Außendarstellung: “ChicChickClub ist ein ‘Curated Shopping’ Konzept, das sich an Frauen mit Vorliebe für Fashion, speziell Schuhe, Taschen und Accessoires richtet” hieß es zuletzt in Pressemitteilungen des Unternehmens. JustFab wiederum setzt beim Verkauf seiner Waren auf eine Mischung aus Abomodell und klassischen Abverkauf. Jeden Monat bekommen die registrierten Justfab-Mitglieder eine individuelle Auswahl an Produkten, beispielsweise Schuhe, Handtaschen oder Accessoires. VIP-Mitglied können eines dieser Produkte jeden Monat für 39,95 Euro kaufen. Nicht-VIP-Mitglieder können für 49,95 bis 69,95 Euro bei Justfab kaufen. In den USA verfügt Justfab über 4 Millionen Mitglieder. Der monatliche Umsatz liegt bei über 5 Millionen Dollar. Zuletzt war JustFab in Deutschland wegen “versteckter Abos” in der Kritik. Das Ende für den ChicChickClub kommt nicht überraschend, aber schneller, als gedacht. Zuletzt hieß es, Morczinek habe ein halbes Jahr Zeit, das Ruder rumzureißen.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.