WirKaufens sammelt erneut Millionenbetrag ein

“Ein hoher, siebenstelliger Betrag”, und somit vermutlich mehr als 5 Millionen Euro, wandert auf das Konto des Ankaufdienstes WirKaufens (www.wirkaufens.de). Das frische Kapital stammt von Ventech, BC Brandenburg Capital, der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft der Sparkassen […]
WirKaufens sammelt erneut Millionenbetrag ein

“Ein hoher, siebenstelliger Betrag”, und somit vermutlich mehr als 5 Millionen Euro, wandert auf das Konto des Ankaufdienstes WirKaufens (www.wirkaufens.de). Das frische Kapital stammt von Ventech, BC Brandenburg Capital, der Unternehmensbeteiligungsgesellschaft der Sparkassen des Landes Brandenburg mbH sowie PDV Inter-Media Venture und somit die Augsburger Mediengruppe Pressedruck (unter anderem “Augsburger Allgemeine”). Ventech investierte im Sommer des vergangenen Jahres bereits “über 4 Millionen Euro” in WirKaufens. Ein Jahr zuvor statteten Team Europe Ventures und einige Business Angels das Start-up mit einem “hohen sechsstelligen Betrag” aus.

Die neue Kapitalspritze will Gründer Christian Wolf unter anderem nutzen, um WirKaufens, das seit 2008 aktiv ist und damals im Wohnzimmer des Firmengründers startete, “Zug um Zug in weitere Länder” zu expandieren. Schon Anfang 2013 will Wolf “ersten neuen Märkte erschließen“. Bisher ist WirKaufens in Deutschland und Österreich aktiv. Bei WirKaufens können Onliner unter anderem Handys, Konsolen, Digicams, Mp3-Player, Tablets und Objektive zu Geld machen. In der Verkaufsmaske fragt WirKaufens den Artikelzustand ab und ermittelt daraufhin den Ankaufpreis. Die Firma kauft auch sehr in Anspruch genommene Ware an und spendiert wie die meisten Anbieter einen kostenlosen Versandaufkleber. Das Geld landet auf dem Konto, Austauschware gibt es nicht. Stattdessen verkauft der Anbieter die Artikel über verschiedene Vertriebskanäle wie eBay, Amazon und die polnische Plattform Allegro weiter. Aufwändige Registrierungen, Gebühren, Auktions-Wartezeiten und das Kümmern um Produktbeschreibungen und Fotos fallen für die Verkäufer weg. Dafür ist der Preis kann auch niedriger als beim Eigenverkauf an andere private Nutzer.

Pro Monat kauft WirKaufens nach eigenen Angaben über 15.000 Geräte an. Im laufenden Jahr peilt das Start-up, das in Frankfurt an der Oder residiert, einen Umsatz in Höhe von “circa 9 Millionen Euro”. Für das kommende Jahr plant das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern – wie schon im laufenden Jahr – eine Verdreifachung der Umsatzzahlen. “Der Markt für Re-Commerce hat sich in den letzten Jahren beeindruckend entwickelt, steht aber noch am Beginn. WirKaufens verfügt über ein erfahrenes Team und hat in den letzten Jahren das Prozess-Know-how, speziell die Gerätewiederaufbereitung, perfektioniert. Wir sehen für WirKaufens ein enormes Wachstumspotenzial, sowohl international als auch mittels Kooperation mit dem klassischen Einzelhandel”, sagt Thomas Krause, Prokurist der BC Brandenburg Capital.

Mitbewerber Flip4New (www.flip4new.de) hat diese Kooperation bereits auf die Beine gestellt: Mitte Oktober investierte die Unternehmensgruppe Media-Saturn in den Re-Commerce-Anbieter. Das 2009 gegründete Unternehmen machte sich zunächst als Ankaufdienst für gebrauchte Unterhaltungselektronik einen Namen, erweiterte sein Sortiment aber ständig und kauft inzwischen auch PC- und Konsolenspiele, CDs, DVDs sowie Bücher an. Umsatzzahlen von Flip4New sind leider nicht bekannt. Dafür liefern aber die anderen Re-Commerce-Anbieter Zahlen: In diesem Jahr will Lawrence Leuschner, Gründer von reBuy.de (www.rebuy.de), den Umsatz von “zuletzt 23 Millionen Euro auf 45 Millionen Euro fast verdoppeln und trotz hoher Marketingkosten profitabel werden”. Mitbewerber momox.de (www.momox.de), der 2011 einen Umsatz in Höhe von 40 Millionen Euro einfuhr, wirtschaftet schon lange profitabel. Da muss WirKaufens erst noch hin!

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Hausbesuch bei WirKaufens

Als eines der wenigen deutschen Start-ups residiert der Ankaufdienst WirKaufens in Frankfurt an der Oder. Die Mannschaft wirkt zuletzt in einem preisverdächtigen Haus auf mehren Ebenen in der Nähe des Bahnhofs. Kürzlich bezog das Start-up jedoch einen größeren Standort in der Stadt. Einige Eindrücke der alten WirKaufens-Welt gibt es in unserer Fotogalerie.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.