RuheInFrieden.de drängt in den Markt für Traueranzeigen

EXKLUSIV Trauerarbeit findet immer häufiger auch im Internet statt – siehe auch “Das Geschäft mit dem Tod: virtuelle Friedhöfe als letzte Ruhestätte“. Nach Anbietern wie Stayalive (www.stayalive.com), Trauer.de (www.trauer.de) und VRS Media (www.vrs-media.de), […]
RuheInFrieden.de drängt in den Markt für Traueranzeigen

EXKLUSIV Trauerarbeit findet immer häufiger auch im Internet statt – siehe auch “Das Geschäft mit dem Tod: virtuelle Friedhöfe als letzte Ruhestätte“. Nach Anbietern wie Stayalive (www.stayalive.com), Trauer.de (www.trauer.de) und VRS Media (www.vrs-media.de), einer Software-as-a-Service-Lösung mit der Zeitungsverlage regionale Themenportale zum Thema Trauer bauen können, drängt mit RuheInFrieden.de (www.ruheinfrieden.de) nun ein weiterer Anbieter auf den Markt für Online-Trauer. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist das Erstellen von individuellen Online-Traueranzeigen samt Hinzufügen von Musikvideos, Social-Media-Profilen oder eigenen Webseiten des Verstorbenen bei RuheInFrieden.de kostenlos.

Betrieben wird RuheInFrieden.de vom Hamburger Start-up GBV Gesellschaft für Bestattungen und Vorsorge, das bereits den seit Herbst 2010 den Bestattervergleich Bestattungen.de (www.bestattungen.de) betreibt. “Wir möchten es jedem ermöglichen, seine Trauer unabhängig von Zeit und Ort auszudrücken und mit anderen Menschen zu teilen“, sagt Gründer Fabian Schaaf, der die Jungfirma gemeinsam mit den beiden Auskunft.de-Machern Daniel Grözinger und Sven Schmidt gegründet hat. Der Hanseat rechnet damit, dass bis Ende 2013 bereits jede fünfte Traueranzeige online veröffentlicht werde. Der Weg dahin ist allerdings noch weit: “Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 Traueranzeigen veröffentlicht – nur jede zehnte davon im Internet”, sagt der RuheInFrieden.de-Macher.

“Nur die wenigsten möchten virtuelle Kerzen anzünden”

Bei den Funktionen kommt RuheInFrieden.de im Gegensatz zu einigen anderen sehr verspielten Trauerplattformen sehr minimalistisch daher: Die neue Plattform bietet lediglich die Möglichkeit eine klassische Traueranzeige, die online erstellt und in wenigen Minuten individualisiert werden kann, zu veröffentlichen. “Die Hinterbliebenen wollen in erster Linie ihre Trauer ausdrücken. Nur die wenigsten möchten dazu virtuelle Kerzen anzünden oder ganze Biografien von Verstorbenen hochladen. Zudem ist kaum jemand bereit, für entsprechende Angebote Geld zu zahlen“, sagt Schaaf. Deswegen ist RuheInFrieden.de komplett kostenlos. Auch eine Registrierung ist nicht notwendig.

Somit soll RuheInFrieden.de wohl vor allem als Marketingkanal für Bestattungen.de, das Hauptprodukt des Unternehmens, dienen. Der Kosten- und Leistungsvergleich für Bestatter arbeitet nach eigenen Angaben mit über 800 Bestattern zusammen. Nutzer können über die Plattform “kostenlose und unverbindliche Anfragen” zu Todesfällen, bevorstehenden Todesfällen und Vorsorgeverträgen stellen. Anschließend bekommt der Nutzer “kostenlos und unverbindlich” passende Angebote zugeschickt. Über 50.000 Angebote verschickte das Start-up laut Schaaf bisher an Kunden. Umsatzzahlen will der Hamburger leider nicht nennen. Mit RuheInFrieden.de hat das Unternehmen jetzt zumindest ein weiteres Standbein, aber auch nur eines, dass keinerlei Einnahmen erzielt. Aber vielleicht ändert sich dies langfristig einmal. Einen Fuß in der Tür für Online-Traueranzeigen hat das Start-up nun zumindest schon einmal.

Artikel zum Thema
* Das Geschäft mit dem Tod: virtuelle Friedhöfe als letzte Ruhestätte
* Trauer, Hochzeit, Geburt: VRS Media baut Zeitungsverlagen regionale Themenportale
* Bestattungen.de will sich als Kostenvergleich von Bestattern etablieren

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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