Mobile Payment: SumUp und Payleven starten ihre große PR- und Marketingschlacht

Schöner “Zufall”: Quasi zeitgleich gehen das Mobile Payment-Start-up SumUp (www.sumup.com), das neben dem offiziellen Startschuss auch eine Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe verkündet, und payleven (www.payleven.de), der Mitbewerber von Rocket Internet, an den Start. […]
Mobile Payment: SumUp und Payleven starten ihre große PR- und Marketingschlacht

Schöner “Zufall”: Quasi zeitgleich gehen das Mobile Payment-Start-up SumUp (www.sumup.com), das neben dem offiziellen Startschuss auch eine Finanzierungsrunde in zweistelliger Millionenhöhe verkündet, und payleven (www.payleven.de), der Mitbewerber von Rocket Internet, an den Start. Hinter SumUp steckt unter anderem Daniel Klein, Gründer von Moneybookers. Die stattliche Millionenausstattung lieferten b-to-v Partners, Shortcut Ventures, Tengelmann Ventures und Klaus Hommels. “Wir sind fest davon überzeugt, dass SumUp mit seinem disruptiven Produkt und erstklassigen Team alle Voraussetzungen mitbringt, um einen Durchbruch im Bereich Mobile Payment in Europa zu erzielen“, sagt Thorsten Rehling von Shortcut Ventures.

Die Investmentfirma New Enterprise Associates (NEA), die russische Beteiligungsfirma ru.net und Holtzbrinck Ventures wiederum investierten bereits im Juni einen zweistelligen Millonenbetrag in payleven. Der junge Rocket Internet-Ableger wird von Rafael Otero, Alston Zecha und Alexander Zumdieck geführt. Payleven beschäftigt momentan rund 70 Mitarbeiter. SumUp “mehr als 100 Mitarbeiter”. Beide Start-ups wollen Smartphones und Tablet-PCs mittels einem Lesegerät, dem sogenannten Dongle, in Kreditkarten-Terminals verwandeln. “Gerade Kleinunternehmen arbeiten oft mit geringen Margen und können es sich darum nicht erlauben, mangels Kartenzahlungsmöglichkeit Kunden zu verlieren. Leider sind diese Unternehmen bislang zu oft von den Preisen oder komplizierten Bedingungen traditioneller Kartenterminals abgeschreckt worden. Unsere Mission ist es darum, diese Komplikationen aus dem Weg zu räumen und es jedem Händler zu ermöglichen, Kartenzahlungen zu akzeptieren – egal wie klein, einzigartig oder mobil sein Geschäft auch ist”, sagt SumUp-Chef Klein.

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Alexander Zumdieck, Mitgründer und Geschäftsführer von payleven, erklärt sein Anliegen wie folgt: “Traditionelle Lösungen zur Annahme von Kartenzahlungen sind oft teuer, nicht wirklich mobil und nicht an die Bedürfnisse vieler Gewerbetreibender angepasst. Zeitgleich bezahlen heute immer mehr Kunden mit Karte, auch in Deutschland. payleven gibt nun jedem Unternehmer die Freiheit, seinen Kunden Kartenzahlung anzubieten. Gerade für kleinere und mobile Gewerbetreibende bieten wir eine optimale Lösung: einfache Technik mit grenzenloser Mobilität ohne Mindestumsatz und Grundgebühr. Mit payleven können Sie einfach immer und überall Kartenzahlungen annehmen”. Wobei sich die payleven-Mannschaft in Deutschland zunächst auf Berlin, wo seit sechs Wochen eine Testphase läuft, konzentriert. Ansonsten ist payleven in Brasilien, den Niederlanden und Großbritannien unterwegs. SumUp ist in Deutschland, Großbritannien, Irland und Österreich aktiv.

Sowohl payleven als SumUp wollen die vielen Imbissbuden-Besitzer, Kioskbetreiber und Flohmarkthändler im Lande mit vergleichsweise niedrigen Gebühren von sich überzeugen: SumUp berechnet für die Transaktionen lediglich eine Gebühr von 2,75 % des Umsatzes. Darüber hinaus fallen keine weiteren Kosten an. Bei Payleven liegt die Transaktionsgebühr bei 2,95 %. Die Berliner verlangen zusätzlich aber noch 9 Cent pro Zahlung. Die jeweiligen Kartenlesegeräte bekommen die Kunden kostenlos. payleven funktioniert in Deutschland momentan allerdings nur mit EC und Mastercard. Erst “in wenigen Wochen” sollen auch VISA und American Express funktionieren. SumUp akzeptiert bereits zum Start VISA-Kreditkarten.

payleven und SumUp eifern beide dem großen Vorbild Square (www.squareup.com) nach. Das US-Vorbild trat schon 2009 an, um das Bezahlen mit der Kreditkarte zu revolutionieren. Auch Square funktioniert über einem kleinen Hardwarezusatz, den man an sein iPhone oder iPad anschließen muss. Aber auch andere Firmen wie iZettle (www.izettle.com), Paypal (www.paypal.de) und streetpay (www.streetpay.com) bearbeiten das weite Feld Mobile Payment. streetpay aus dem Hause Masterpayment ist bereits seit Ende Juni in Deutschland aktiv. “streetpay hat für Händler nur Vorteile: Wir sind sicher durch intelligentes Risiko-Management. Wir sind schnell durch den wegfallenden Kreditkartenakzeptanzvertrag. Wir bieten ein unübertroffenes Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Grundgebühren und mit einem prozentualen Händler-Anteil von maximal 2,75 %”, sagt Geschäftsführer Stefan Tittel. Jetzt müssen alle Kontrahenten ihren Worten Taten folgen lassen. Alles in allem scheint es nun auf eine große Marketing- und PR-Schlacht hinauszulaufen.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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