qeep im Milliardenrausch: Mobiles Social Network aus Köln erobert die Welt

Wenn in der deutschen Gründerszene über die spannendsten, besten, geilsten Start-ups aus Deutschland gesprochen wird, geht es meist nicht um das 2006 gegründete Kölner Start-up qeep (www.qeep.de) – zu unrecht. Denn qeep ist […]
qeep im Milliardenrausch: Mobiles Social Network aus Köln erobert die Welt

Wenn in der deutschen Gründerszene über die spannendsten, besten, geilsten Start-ups aus Deutschland gesprochen wird, geht es meist nicht um das 2006 gegründete Kölner Start-up qeep (www.qeep.de) – zu unrecht. Denn qeep ist inzwischen eine der weltweit größten Gaming- und sogenannten Social Discovery-Plattformen fürs Handy. Im März dieses Jahres klickten die Nutzer der App-Community – nach Informationen, die deutsche-startups.de exklusiv vorliegen – erstmals eine Milliarde Pageviews zusammen (siehe oben). Ein Meilenstein für qeep. Von den 13 Millionen registrierten Nutzern sind monatlich rund 1,2 Millionen Nutzer bei qeep aktiv. Die vielen Nutzer des mobilen Social Networks sind somit äußerst aktiv.

Bei qeep geht es erst einmal darum, Leute kennen zu lernen. Mit diesen können die Nutzer chatten, flirten und Spiele daddeln. Da qeep 2007 und somit vor dem Smartphoneboom entstanden ist, ist die Jungfirma auch heute noch im großen Stil als Java-App unterwegs. “70 % unseres Traffics kommen aus der Java-App, 15 % von unserer mobilen Website und 15 % von unserer Android App”, sagt qeep-Gründer Cornelius Rost gegenüber deutsche-startups.de. Die Android-App schickten die Rheinländer erst im April des vergangenen Jahres an den Start. Inzwischen sorgen die Android-Nutzer für 123 Millionen Pageviews im Monat (März 2012). Im Juni des vergangenen Jahres waren es gerade einmal 21 Millionen Seitenabrufe.

Im Ausland erfolgreicher als in Deutschland

In den kommenden Monaten will Rost vor allem in Sachen Android-App weiter Gas geben. Er bezeichnet Android als die “strategisch wichtigste Plattform für qeep”. Ein weiterer wichtiger Meilenstein für das kölsche Start-up ist die Öffnung der qeep-Plattform für Fremdanbieter von Spielen. Bisher entwickelte das rund 20-köpfige Unternehmen alle Games, darunter qeep-Versionen von Klassikern wie Tic Tac Toe, in Eigenregie. Künftig können dann auch Partner ihre Spiele in die bunte qeep-Welt einbringen – und ebenso wie das Start-up darüber Geld verdienen. Die tragenden Einnahmesäulen von qeep sind neben dem Verkauf von kleinen Items in Social Games, auch Geld-Einsätze in Casual Games und die Vermarktung des mobilen Angebots. Bis Ende des Jahres soll die Jungfirma schwarze Zahlen schreiben.

“Bereits heute sind wir in der Lage selbst in Emerging Markets gute Deckungsbeiträge zum Betrieb unserer Community zu erzielen. Die stetige Verbesserung unserer mobilen Bezahlverfahren, die wir bereits in über 60 Ländern anbieten sowie die geplante Unterstützung weiterer Smartphone-Betriebssysteme werden uns helfen Zahlungshürden zu mindern und unsere globale Nutzerbasis weiter auszubauen”, sagt qeep-Gründer Christian Schulte. Und diese “globale Nutzerbasis” ist bei qeep einmal richtig ernst gemeint. Denn in Deutschland ist qeep nur marginal vertreten. Der Heimatmarkt macht gerade einmal 2 % des gesamten qeep-Traffics aus. Am stärksten ist qeep in Großbritannien, Indien, Mexiko, Ägypten und Brasilien.

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Deutsche Start-ups, die im Ausland erfolgreicher und bekannter sind als im Heimatland, sind eine echte Seltenheit. Die weltweiten Aktivitäten steuert qeep komplett von Köln aus. In einigen Ländern erhält das mobile Netzwerk lediglich bei der Suche nach lokalen Partnern Unterstützung von einigen Freelancern. Nachholbedarf hat die qeep-Crew noch bei lokalen Sprachversionen, momentan existieren neben der deutschen noch englische, spanische und portugiesische Versionen des Dienstes. Zeitnah sollen eine türkische und eine französische Version an den Start gehen. Für alle Expansionpläne hat die kleine Firma noch reichlich Geld auf der hohen Kante liegen: Ende 2010 investierten XAnge, KfW und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) 5 Millionen Euro in das Start-up. So gesehen läuft bei qeep alles bestens. Und vielleicht wird qeep bald auch mal genannt, wenn in Deutschland über die spannendsten, besten, geilsten Start-ups geredet wird. Verdient hätte die qeep-Crew es.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.