Von Curated Shopping bis Social TV – 10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen

Tagtäglich berichtet deutsche-startups.de über aktuelle Neuigkeiten aus der deutschen Gründerszene, brandneue Start-ups und große Finanzierungsrunden. Mit unseren “10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen” werfen wir zudem regelmäßig einen Blick auf die […]
Von Curated Shopping bis Social TV – 10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen

Tagtäglich berichtet deutsche-startups.de über aktuelle Neuigkeiten aus der deutschen Gründerszene, brandneue Start-ups und große Finanzierungsrunden. Mit unseren “10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen” werfen wir zudem regelmäßig einen Blick auf die wichtigsten Trends in Deutschland. In unserem Trendreport zeigen wir wieder auf, welche Themen, welche Konzepte, welche Geschäftsmodelle gerade bzw. in den vergangenen Monaten, angesagt waren. In unserem dritten Trendbarometer geht es um Abo-Commerce, Apps, Arztbuchungsdienste, Crowdfunding, Curated Shopping, Lieferdienstvermittlung, Re-Commerce, Schmuck, Social TV, Zimmervermittlung.

Abo-Commerce
E-Commerce im Abo ist in der deutschen Gründerszene weiter ein Riesenthema! Mit dem Schuh-Shop ChicChickClub (www.chicchickclub.de) drängte zuletzt der Berliner Inkubator Team Europe in dieses spannende Trendsegment. Spätestens seit Glossybox (www.glossybox.de) ist Abo-Commerce in Deutschland der breiten Masse bekannt, auch wenn längst nicht alles im Abo funktioniert. Auftrieb erlebt das heiße Segment aktuell mit umtriebigen Diensten wie Mit HelloFresh (www.hellofresh.de), KommtEssen (www.kommtessen.de) und Unsere Schlemmertüte (www.schlemmertuete.de), die Zutaten und Rezeptideen im Abo liefern. Prognose: Gerade Lebensmittel könnten im Abo funktionieren.

Apps
Und es gibt doch eine App-Economy! In den vergangenen Monaten entstanden – auch abseits der Spiele-Szene – weiter eine beachtliche Anzahl an Applikationen für Smartphones, die das Zeug haben, sich dauerhaft zu etablieren. Die enorme Bandbreite der App-Szene in Deutschland reicht vom Barcode-Scanner barcoo (www.barcoo.de), über die mobile Rabattplattform Coupies (www.coupies.de) bis zum Taxibestellsystem mytaxi (www.mytaxi.net). In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere nützliche Apps das Licht der Welt erblicken. Darunter sicherlich auch weitere Dienste, die wie myTaxi das Zeug haben, eine ganze Branchen zu revolutionieren. Prognose: Wir stehen erst ganz am Anfang!

Arztbuchungsdienste
Arzttermine.de (www.arzttermine.de) erleichtert seit wenigen Wochen die Terminfindung beim Arzt. Patienten finden über die Plattform Ärzte in ihrer Umgebung, vergleichen die Bewertungen und buchen den Arzttermin direkt online. Auch wenn der Dienst nicht sonderlich spektakulär klingt, hat das Angebot es doch in sich: Viele online-affine Menschen warten seit Jahren darauf, ihre Arzttermine endlich online regeln zu können. Dasselbe Angebot bieten in Deutschland auch doxter (www.doxter.de) und HalloDr. (www.hallodr.de) an. Das Spannende an allen Konzepten ist die gelungene Kombination aus simpler Online-Terminvereinbarung, geo-lokaler Ärztesuche und einer Ärztebewertung. Prognose: Wenn die Ärzte mitspielen, ein toller Service

Crowdfunding
So manche Idee wird nie umgesetzt, weil das Startkapital fehlt. Eine Möglichkeit zur Geldbeschaffung, die bisher vor allem im gemeinnützigen Bereich eingesetzt wird, ist das Prinzip Crowdfunding: Viele geben jeweils ein bisschen, denn Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Gründer mit vielversprechenden Ideen kommen so an Startkapital von bis zu 100.000 Euro. Mit Seedmatch (www.seedmatch.de) und Innovestment (www.innovestment.de) sind kurz nacheinander zwei Plattformen geschlüpft, die das Crowdfunding-Konzept auf die Start-up-Szene übertragen. Und demnächst ergänzt noch Devexo (www.devexo.com) das Segment. Prognose: Auf dem Weg zur alternativen Finanzierungsmethode.

Curated Shopping
Aktuell wird der Online-Kleiderkauf von verschiedenen neuen Konzepten kräftig aufgemischt – eines heißt Curated Shopping. Übersetzt mit „betreutes, organisiertes Einkaufen“ beinhaltet es, dass Menschen nach einem Style-Test von Experten Outfits zugeschickt bekommen, die dem eigenen Stil entsprechen sollen. Die Zielgruppe ist dabei eindeutig männlich – schließlich richtet sich das Konzept an Mode- und Einkaufsmuffel. In Deutschland sind zwei Anbieter unterwegs, die Männern perfekt auf sie zugeschnittene Kleidungsstücke versprechen: Modomoto (www.modomoto.de) und Modemeister (www.modemeister.com), beide aus Berlin. Prognose: Steckt noch in den Kinderschuhen!

Lieferdienstvermittlung
Gleich mit zwei großen und millionenschweren Herausforderern muss sich Pizza.de (www.pizza.de), der Marktführer in Sachen Lieferdienste, momentan herumschlagen. Lieferando (www.lieferando.de) und Lieferheld.de (www.lieferheld.de) brachten mit ihrem aggressiven Auftreten aber zuletzt auch viel Bewegung in den lukrativen Markt rund um Pizza, Pasta und Sushi. Potenzial dürfte in diesem Segment noch reichlich vorhanden sein, noch immer bestellen viele Mainstream-Onliner via Telefon bei der Pizzeria um die Ecke. Nachteil: Die Imbissbudenbesitzer im Laden dürften von den vielen Anwerbeversuchen durch immer neue Vermittler langsam genervt sein. Prognose: Ohne viel Geld geht hier gar nichts mehr

Re-Commerce
Deutschland ist ohne Zweifel im Wiederverkaufsfieber! Doch längst verkaufen die Menschen im Lande ihre Bücher, CDs und gebrauchten Handys nicht mehr bei eBay, sondern auf einer der vielen Re-Commerce-Plattformen. Zu den wichtigsten Diensten gehören flip4new (www.flip4new.de), momox.de (www.momox.de), reBuy.de (www.rebuy.de) und WirKaufens (www.wirkaufens.de). Schon heute fahren momox.de und reBuy.de zweistellige Millionenumsätze ein. Starke Investoren und eine ordentliche Kapitaldecke können alle Start-ups vorweisen. Für reBuy.de interessieren sich inzwischen sogar Offline-Giganten wie Media Markt-Saturn. Prognose: Das Potenzial ist noch längst immer nicht ausgeschöpft!

Schmuck
Mit der Schmuckfabrik 21Diamonds (www.21diamonds.de), früher Les Facettes, und dem Mitbewerber Amoonic (www.amoonic.de) sind bereits zwei Start-ups unterwegs bei denen Nutzer ihre Wunschschmuckstücke – Halsketten Ohrringe und Ringe – selbst gestalten können. Preislich bewegen sich beide Jungfirmen im Luxussegment und konkurrieren somit nicht mit der Schmuckabteilung von Kaufhof, sondern mit dem angesagten Juwelier in Citylage. Noch in den Startlöchern stehen dagegen die beiden Start-ups Juvalia (www.juvalia.de) aus dem Hause Springstar und Colors of Eden (www.colorsofeden.com). Prognose: Der Wettkampf um zahlungskräftige Kunden wird hart

Social TV
Social TV bzw. Second Screen wird auf jeden Fall einer der ganz großen Trends des noch jungen Jahres. Start-ups wie Couchfunk (www.couchfunk.de), mcCheckin (www.mccheckin.com), TunedIn (www.gettuned.in), tweek (www.tweek.tv) und Zapitano (www.zapitano.de) brachten sich im vergangenen Jahr bereits in Stellung. Zapitano und die vielen Mitbewerber positionieren sich als “soziale Begleiter der TV-Zuschauer”. Die Nutzer sollen über die Plattformen über das TV-Programm diskutieren und “parallel auf einem sogenannten Second Screen aktiv am Fernsehgeschehen teilnehmen”. Prognose: Das Thema ist heiß, aber auch schwierig

Zimmervermittlung
Mit 9flats.com (www.9flats.com), airbnb (www.airbnb.com) und Wimdu (www.wimdu.de) wetteifern gleich drei üppig finanzierte Start-ups um die privaten Zimmer im Lande. Interessant bei diesem millonenschweren Dreikampf ist, dass das US-Vorbild airbnb den Wettkampf mit den deutschen Kopien auf deutschem Boden austrägt. Über die drei Zimmervermittler kann jeder Onliner ein Wohnung, ein Zimmer oder eine Couch im Wohnzimmer kostenlos als Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Bei jeder Buchung bekommen 9flats.com und Co. eine Provision. Nach Entlassungen bei 9flats.com und wimdu herrscht momentan aber leichte Katerstimmung in der Szene. Prognose: Der Markt wächst langsamer als gedacht!

Welche Trends haben Sie wahrgenommen? Welchen Trends gehört die Zukunft und welche sind nur ein Strohfeuer? Meinungen bitte in den Kommentaren hinterlassen. Danke!

In eigener Sache: deutsche-startups.de gibt es auch bei Facebook, Google+ und Twitter

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.