Aus Tauschteddy wird Kinderado: Kinderklamotten tauschen oder verkaufen

Tausch- und Verkaufsportale boomen. Und in kaum einem Segment macht Tausch oder Second Hand-Shopping mehr Sinn als bei Kinderbekleidung. Die Kids wachsen unglaublich schnell aus ihren oft sehr teuren Kleidern heraus und die […]
Aus Tauschteddy wird Kinderado: Kinderklamotten tauschen oder verkaufen

Tausch- und Verkaufsportale boomen. Und in kaum einem Segment macht Tausch oder Second Hand-Shopping mehr Sinn als bei Kinderbekleidung. Die Kids wachsen unglaublich schnell aus ihren oft sehr teuren Kleidern heraus und die Stücke sind noch so gut wie neu. Wenn dann nicht kleinere Geschwister oder Kids im Freundeskreis da sind oder die Eltern nicht auf Flohmärkten verkaufen mögen, werden die Sachen irgendwann einfach weggeworden. Jährlich werden allein in Deutschland etwa 500 Millionen Kleidungsstücke entsorgt. Das ist teuer und alles andere als ökologisch sinnvoll. Kinderado (www.kinderado.de) hakt genau dort ein, wo Kleidungs-Tausch im Freundes- oder Nachbarschaftskreis allein den Klamotten-Bedarf oder Platzbedarf in den Kleiderschränken nicht deckt:

Im Dezember 2011 gründeten Christoph Chomik und Boris Bilsky aus München die Plattform, auf der Kinderbekleidung paketweise getauscht und verkauft werden kann. Der Bedarf ist prinzipiell da, denn in der Pressemitteilung von Kinderado sind beachtliche Zahlen zu lesen: “Wenn Kinder auf die Welt kommen, ist ihre Entwicklung ein kleines Wunder: In atemberaubender Geschwindigkeit verwandeln sich die kleinen Wonneproppen von hilflosen Wesen in kleine selbstständige Menschen. Gerade in den ersten Jahren verläuft das Wachstum dabei so schnell, dass sie alle drei bis sechs Monate aus ihrer kompletten Garderobe herauswachsen. Hochgerechnet bedeutet das, dass Jugendliche im Alter von 18 Jahren in ihrem Leben bereits über 1.300 Kleidungsstücken entwachsen sind. Die stolzen Eltern haben in dieser Zeit über 15.000 Euro dafür ausgegeben, kaum getragene Kleidung einzumotten und durch neue zu ersetzen.”

kinderado Kinderado ist nicht der erste Online-Anbieter, der Second Hand für Kids als Geschäftsmodell hat. Im Artikel 5 neue Start-ups: Snake Rides, dorrienn, pollywoggie, Puppy & Prince, entia stellte deutsche-startups.de einige Mitbewerber vor. Die Start-ups setzen wie pollywoggie (www.pollywoggie.de) entweder auf Verkauf und Kauf von Kinderkleidung gegen Provision. Oder sie verstehen sich wie KidsKarton (www.kidskarton.de) als reine Tauschplattform. Aus dem damals ebenfalls vorgestellten Tauschteddy ist Kinderado hervorgegangen.

Das Geschäftsmodell von Kinderado unterscheidet sich ein wenig von denen der Mitbewerber: Hier kann man wählen, ob man Pakete mit gut erhaltener Kinderbekleidung tauschen oder gegen eine Provision von 8 % verkaufen bzw. kaufen möchte. Insofern haben die Kunden hier die Möglichkeit zu wählen, welches Modell ihnen lieber ist. Das Portal ist optisch sehr ansprechend und die Pakete werden sehr nutzerfreundlich und übersichtlich angeboten: Direkt neben dem Foto finden sich die Kleidergrößen und per Symbol die Jahreszeiten, für die die Kleidung geeignet sind – ein nicht unwichtiges Faktum angesichts der Tatsache, dass Kleinkinder in der Regel schon nach einem Vierteljahr aus ihren Sachen herausgewachsen sind. Einzig, dass die Nutzer konsequent geduzt werden, wirkt etwas aufgesetzt kumpelhaft. Aber wenn es sonst nichts zu meckern gibt.

Elke Fleing aus Hamburg liefert Texte aller Art, redaktionellen Content und Kommunikations-Konzepte. Sie gibt Seminare, hält Vorträge und coacht Unternehmen. Bei deutsche-startups.de widmet sie sich vor allem Themen und Tools, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.

  1. Ich bin gespannt, ob sich die Idee gegenüber Offline-Flohmärkten und Kinderbasaren, ebay und Amazon Trade-In durchsetzen wird. Die Idee ist gut, die Umsetzung der Plattformen ebenfalls, wobei ich jetzt nur kidskarton und tauschteddy/kiderado kenne. Der Verkauf auf Provison könnte den Unterschied machen, zumindest für Leute die nicht auf ebay verkaufen wollen. 8% sind vergleichsweise moderat – der Kinder-Second-Hand Laden an der Ecke nimmt garantiert mehr. Duzen finde ich konsequent und gar nicht aufgesetzt, ist doch auf Basaren und in Elterngruppen so üblich, oder?



  2. Peter

    Wieso ist denn aus Tauschteddy kinderado geworden? Waren das nicht die jungs von carsharing hamburg?

  3. Grauenvoll, die Namensgebungen vieler neuer startups…

    Entweder alles endet auf “-ndo” oder vor alles wird “my” gesetzt.

    Ist an Einfaltslosigkeit kaum zu überbieten.

  4. > Grauenvoll, die Namensgebungen vieler neuer startups…

    Mit genug Marketing- Budget kann man den Unsinn trotzdem bekannt machen (siehe Zalando)…

  5. “Tauschteddy” hat mir irgendwie besser gefallen…



  6. Fürst Grandios

    @meetz: Stimmt. Das ist wirklich einfallslos / einfältig.
    Aber ist ohnehin egal, weil 99% dieser “sogenannten” Firmen eh scheitern. 1% sind die Samwers, die nennen ihre Läden auch so, sind aber im Gegensatz zu allen anderen erfolgreich.

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  8. Tauschteddy klang angenehmer. Jetzt ist die Zeit von -ndo, es gab ja auch mal -ster…
    Ich wünsche den Konzepten viel Erfolg.



  9. Larissa

    Vor allem weil kinderado (schrecklicher Name) eigentlich einfach nur ein Abklatsch von kibaBOX ist. Die sind das, was TauschteddyKinderado, Kidskarton werden wollten. Dieser Mix aus Tauschen und Verkaufen schreit wieder nach eierlegender Wollmilchsau, was so wohl kaum klappen dürfte.

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  12. Die Idee Grundsätzlich finde ich gut, und etwas Wettbewerb in dem Bereich kann auch nicht schaden (Stichwort “Abklatsch”).

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